ALESSANDRIA, DAS PIEMONTESISCHE HERZ

Die Stadt, einst eine solide Hochburg, hielt zahlreichen Belagerungen stand. Alessandria liegt an den Ufern des Flusses Tanaro, an einem Ort zwischen dem Po und dem ligurischen Appenin und ist ein Schauplatz von heldenhaften Schlachten gewesen.

Die Geschichte

Alessandria, der Hauptort die Provinzhauptstadt der Region Piemont, wurde um die Mitte des XII. Jahrhunderts von Wilhelm dem Alten gegründet und wurde damals “Civitas Nova” genannt. Später erfanden die Kaiserlichen während der legendären Belagerung durch Barbarossa und Wilhelm von 1174 die Bezeichnung “Alessandra della paglia”, da die Dächer der Stadt damals aus Stroh waren. Beim Betrachten der soliden Hochburg, die mehreren Belagerungen standgehalten hat und sich durch eine Struktur aus dem achtzehnten Jahrhundert auszeichnet, wird man daran erinnert, dass die Stadt im neunzehnten Jahrhundert vom militärischen Ambiente geprägt war. Als Alessandria an das Kaiserreich angeschlossen wurde, nahm es eine kurze Zeit lang den Namen “Cesarea” an. Die Stadt wurde 1198 eine freie Gemeinde, die 1348 von den Visconti erobert wurde und somit dem Schicksal des Herzogtums von Mailand folgte. Sie fiel im Jahre 1707 an den savoyischen Staat und wurde während des Unabhängigkeitskriegs von den Österreichern besetzt. An dem Ende des vergangenen Jahrhunderts wurde sie einer städtebaulichen Veränderung unterzogen und zeichnet sich heute durch eine bedeutende Industrie-, Handels- und Kommunikationsstruktur aus.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Alessandria besitzt zahlreiche sehenswerte Monumente und Kunstwerke: Die zwischen 1810 und 1879 wieder aufgebaute Kathedrale mit dem hohen Turm und ihrer klassizistischen Fassade; Piazza della Libertà mit dem Palazzo Municipale mit seinen Bogengängen und der Uhr an der Fassade,  der Palazzo della Prefettura e della Provincia mit seinen herrlichen barocken Formen und der Palazzo delle Poste e del Telegrafo mit einem großen Mosaik, das die Geschichte der Post- und Telegraphendienste erzählt. In der Nähe von Piazza della Libertà befinden sich die Kirche Santa Maria del Carmine und Santa Maria di Castello. Einen Besuch wert sind auch die Zitadelle, die Vittorio Amedeo II von Giuseppe Ignazio Bertola bauen ließ, die Kirche San Lorenzo mit Verzierungen im Rokokostil, San Giacomo della Vittoria und die barocke Kirche San Giovannino, die Anfang des XVIII. Jahrhunderts gebaut wurde.

Die Umgebung

Die Umgebung von Alessandria zeichnet sich durch eine Aufeinanderfolge von kultur- und geschichtsträchtigen Ortschaften und Hügeln aus. Suggestive Orte wie Marengo, Bosco Marengo mit der Renaissancekirche Santa Croce, die der hier geborene Pius V zwischen 1566 und 1572 bauen ließ, Felizzano, in einer suggestiven Lage über dem Tal des Tanaro, Vignale Monferrato mit der Chiesa dell’Addolorata und der Pfarrkirche San Bartolomeo, Quargnento mit der herrlichen Pfarrkirche von San Dalmazzo. Das Gebiet von Alessandria ist aber auch aufgrund der Ortschaft Acqui Terme, ein renommiertes Thermalzentrum mit einer ausgezeichneten Küche, bekannt. Zu den Köstlichkeiten, die man hier genießen kann, zählen die Amaretti, die typischen “baci acquesi”, Trüffel und Pilze, die man zusammen mit den ausgezeichneten Rotweinen serviert bekommt.