AN DEN HÄNGEN DES ÄTNA

Der Kontakt mit der Natur und die schlichte Natürlichkeit des ländlichen Lebens Siziliens ermöglichen es dem modernen Urlauber, zwischen ausgedehnten Zitrushainen, historischen Plätzen und dem reizvollen vulkanischen Panorama eine natürliche, einfache Dimension wiederzuentdecken.

Die an den Hängen des Ätna gelegene Stadt Paternò ist ein verführerisches Mosaik immer wieder anderer Ansichten einer unglaublich vielfältigen und unberührten Natur. Paternò umfasst die verschiedenen, stets überraschenden Aspekte der sizilianischen Natur; in der Umgebung des schönen Städtchens, das so reich an Geschichte und Traditionen ist, kann der Reisende die Kontraste der vom Vulkan beherrschten Landschaft, das strahlende Grün der Zitrushaine und ewigen Olivenwäldchen, die goldenen Weizenfelder und das ruhige Fließen des Simeto bewundern.
An den Flussufern, in der Nähe zahlreicher Natur- und Thermalquellen, findet man noch heute die traditionellen Wassermühlen: hintereinander aufgestellt, nutzten sie die Energie das Wassers, um die schweren Stein- oder Kirschholzräder in Bewegung zu setzen. Alte Manuskripte berichten, dass es im Agro Paternese (der Umgebung von Paterno) viele Quellen gab, dass die wichtigste Wasserquelle des Territoriums jedoch die “ Monafria“ oder „Maimonide” war. Das Wasser, mit dem gegenwärtig die duftenden Zitrushaine im Tal über ein kapillares Kanalnetz bewässert werden, wurde auch in der Vergangenheit für die Produktion von Kohlensäure verwendet. Der Name Maimonide kommt möglicherweise von der Legende des Katers Maimonide, einer furchterregenden Phantasiefigur, die in der Nähe der Quelle erschien, um diejenigen zu erschrecken, die aus der wohltuenden, verdauungsfördernden Wirkung des Wassers Gewinn schlagen wollten.
Bei einem Ausflug durch die antiken Landstraßen, aus der Ebene bis in die Hügel, offenbaren sich unerwartete Schätze und die Zeichen menschlicher Arbeit vergangener Epochen. Am rechten Ufer des Flusses Simeto findet man die Reste eines Äquadukts, das auf die Römische Kaiserzeit zurückgeht und noch heute streckenweise zur Bewässerung der angrenzenden Felder verwendet wird. Es ist 23 Kilometer lang und wurde zur Wasserversorgung von Catania gebaut; die Wassermenge war so groß, dass sogar der Betrieb der zahlreichen Thermen und der so genannten „naumachia“, einer Art Amphitheater für nachgestellte Schiffsschlachten, gewährleistet war.
Eine Erinnerung an die ständige und weit verbreitete Präsenz des Menschen auf dem Land sind auch die alten Gutshöfe, in denen einst die Gutsherren, die Pächter und die Arbeiter wohnten und die heute Zentrum landwirtschaftlicher Aktivitäten sind. Diese Gutshöfe sind der ursprüngliche Kern der ländlichen Siedlungen, und um jeden von ihnen sind die wichtigsten Handels- und Handwerkszweige entstanden. Die “fondachi” waren eine Art Gasthäuser und kleine Hotels, ein beliebtes Ziel von Händlern, Pilgern und Kutschern, die einen Moment der Erholung und Erfrischung suchten, nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre Pferde.