AN DER SPITZE DES STIEFELS

Reggio Calabria‘s Rolle ist fast ausschliesslich die einer Verwaltungs- und Handelsstadt, die auch Landwirtschaft betreibt; andererseits ist die Stadt auch ein gut besuchter Badeort und gut ausgerüsteter Handelshafen. Im Provinzgebiet von Reggio Calabria trifft man auf wunderschöne Orte am Meer, sowohl auf Ionischer als auch auf Tyrrhenischer Seite, und auch auf Handels- und Industriestädte.

Die Geschichte

Reggio Calabria wird seit jeher von Erdbeben heimgesucht, die die Stadt schon mehrmals zerstörten. Von der Geschichte zeugen nur wenige Spuren. Das griechische “Rhegion”, im VIII. Jahrhundert vor Christus gegründete Kolonie der Chalkidiken und Messenen, hatte eine lange und komplizierte Geschichte, bevor der Wiederaufbau durch Syrakus den Namen der Stadt in “Febea” verwandelte. Das einzige Zeugnis davon ist eine Mauer aus griechischer Zeit. Nach den Verheerungen durch Alarich’s Visigoten im Jahr 410, wird Reggio Calabria im Mittelalter als reiche Stadt bezeichnet, in der nach der Besetzung Sizilien’s durch die Araber die byzantinische Kultur florierte. Die Blütezeit der Stadt ging unter der Herrschaft der Hohenstaufen, Normannen, Aragonier und der Anjou weiter bis ins 16. Jahrhundert, als der Abstieg begann: zahlreiche Verheerungen durch Barbaren, Epidemien und übermäßig schwere Steuerbelastung lagen schwer auf der Stadt und ein starker Erdbebenstoß brachte Zerstörung im Jahr 1783. Heute leidet die Stadt am Fehlen der Großindustrie. Es bestehen nur kleine Firmen, die auf dem Lebensmittel-, Metall-, Holzverarbeitungs-, Chemie- und Baumaterialsektor tätig sind.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Beim Besuch von Reggio Calabria gilt der erste und wichtigste Besuch dem Nationalmuseum. Die archäologische Sammlung, die Funde der Ausgrabungen in Kalabrien und der Basilikata zeigt, ist wichtig um sich der antiken Kultur in diesem Teil der Magna Grecia besser zu nähern. Eine weitere Attraktion sind die sogenannten “Bronzestatuen aus Riace”, zwei grosse, für die klassisch griechische Kultur typische Kriegerstatuen. Das Herz der Stadt dagegen ist Lungomare Matteotti; hier kann man zwischen Blumenbeeten und exotischer Vegetation spazieren gehen, und zugleich den Anblick der antiken griechischen Mauern genießen.
Die Burg, die zur Zeit der Aragonier erbaut wurde, hat bis heute ihre zylinder-förmigen Türme, sowie einen Teil der Kurtine intakt bewahrt; in der Nähe befinden sich die Kirche der Ottimati und San Paolo alla Rotonda. Der Dom, nach der Zerstörung durch das Erdbeben im Jahr 1908 im romanischen Stil wiederaufgebaut, bewahrt Grabmale von Bischöfen aus dem 17.Jahrhundert und eine Marmorkanzel mit zwei Palmen aus Travertino- Marmor aus der alten Kirche. Schliesslich  kommen wir zu Corso Garibaldi, der Hauptarterie der Stadt, mit dem Rathaus.

Die Umgebung

Viele Badeorte und Handelszentren befinden sich in der Provinz von Reggio Calabria. Gioia Tauro, mit seiner fruchtbaren Erde ist zu einer der wichtigsten Handels- und Hafenstädte im Mittelmeer geworden. Locri, einer der lebendigsten Orte an der Ionischen Küste in Kalabrien, verdankt seinen Ruhm der archäologischen Ausgrabungszone “Locri Epizephire”. Siderno, ein aktives Industrie- und Handelszentrum ist im Sommer ein beliebtes Touristenziel wegen dem breiten Strand und der schönen Strandpromenade. Villa San Giovanni, ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt, ist auch ein von Obst- und Zitrusplantagen umgebener Badort, von wo aus man einen Blick auf Messina werfen kann. Zum Schluss kommt wir noch zu Marina di Gioiosa Ionica, das an einer Küste mit Olivenbäumen, Agaven und Opuntien liegt, zwischen dem grossen Flutwildbach von Torbido und den Bergrücken des Aspromonte.