AREZZO, DIE “HEIMAT” DER DICHTER UND KÜNSTLER

In dieser toskanischen Stadt und ihrer Provinz finden wir die Geburtsstätten bedeutender Persönlichkeiten wie des Malers und Bildhauers Michelangelo und des Architekten Vasari.

Die Geschichte

Die Blütezeit der Stadt begann ab dem 11. Jahrhundert, als die Macht der Bischofsgrafen durch die Gründungen von Kommunen abzunehmen begann. Bevor die Stadt am Ende des 14. Jahrhunderts jedoch vollständig von Florenz einverleibt wurde, erlebte sie eine glorreiche Geschichte aus Unabhängigkeitskriegen gegen Florenz und Siena. Das antike “Arretium” war ein bedeutender Ort der Etrusker, der zwischen Pfarrkirche, Dom und Festung entstanden war. Im Anschluss daran dehnte sich die nunmehr römische Siedlung zur Ebene hin aus und verlängerte  ihre ursprünglichen Mauern. Nach der Unterwerfung durch Florenz, von der es sich vier Mal zu befreien suchte, wurde die Festung erneuert und eine neue Stadtmauer gebaut, die gegen 1870 niedergerissen wurde. In der Stadt sind eine Reihe berühmter Persönlichkeiten geboren, von Vasari über Pietro Aretino bis hin zu Guido d’Arezzo. Als sie sich von dem Druck des Großherzogtums erholt hatte, der sie hinsichtlich von Bevölkerungszahl und wirtschaftlicher Stärke beträchtlich geschwächt hatte, kam es zur Entstehung der modernen Stadt entlang der neuen Via Guido Monaco, deren Expansion im Laufe der Jahre parallel zur industriellen Entwicklung erfolgte.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Auf der Piazza San Francesco erhebt sich die gleichnamige Kirche, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts restauriert wurde und in der sich wertvolle Kunstwerke wie die Cappella Guasconi und die “Leggenda della Croce”, ein berühmter Freskenzyklus von Piero della Francesca, befinden. Bei einem Bummel durch die elegante Via Cavour stößt man auf die Abteikirche, die von den Cassineser Benediktinern errichtet und gegen Mitte des 16. Jahrhunderts von Giorgio Vasari erweitert wurde; der Corso Italia ist dagegen die wichtigste Straße der Stadt, die von feinen Geschäften und antiken Bauwerken wie der Kirche San Michele, dem Palazzo Bacci, dem Palazzo Altucci, dem Palazzo Camaiani und dem Torre della Bigazza flankiert ist. Die Pfarrkirche Santa Maria ist eines der bedeutendsten Exemplare der romanischen Baukunst der ganzen Toskana. Mit ihrem Bau hatte man nach 1140 begonnen, abgeschlossen wurden die Arbeiten Ende des 19. Jahrhunderts. Die Piazza Grande, auch Piazza Vasari genannt, ist einer der beeindruckendsten und malerischsten Plätze Italiens; hier finden das Volksfest „Giostra del Saracino“ und die bekannte Antiquitätenmesse statt. Am Platz stehen das Gerichtsgebäude, der elegante Palazzo della Fraternità dei Laici und der grandiose Palazzo delle Logge von Vasari. Eine Besichtigung verdient auch das Rathaus mit einem schönen Hof und Gemälden aretinischer Künstler in den diversen Sälen. Schließlich, an der Via XX Settembre, stößt man auf das Haus des Vasari: der Künstler ließ es erbauen, richtete es selbst ein und verzierte es auch aus eigener Hand mit Fresken. Heute ist es Sitz des Museo e Archivio Vasariano.

Die Umgebung

In der Provinz von Arezzo gibt es viele Ortschaften, die einen Besuch verdienen: Anghiari, ein landwirtschaftliches und industrielles Zentrum, das 1440 nach der Niederlage der Armee von  Filippo Maria Visconti florentinisches Herrschaftsbiet wurde. Die Altstadt klammert sich an einen Hügel, die typischen kleinen Straßen und Plätze ihres Zentrums werden von mittelalterlichen Häusern und Renaissancebauten gesäumt. Der moderne Teil erstreckt sich in der Ebene. Hier befindet sich auch ein aktives Gewerbegebiet, das überwiegend aus Bekleidungs- und Schuhindustrie sowie aus einer renommierten Möbelmanufaktur besteht. Der Ruhm von Caprese Michelangelo ist vor allem darauf begründet, dass es der Geburtsort von Michelangelo Buonarroti ist. In dem Urlaubsort Chiusi della Verna befindet sich der Santuario della Verna, Herz des Franiskanerkults. Hier, in dem ehemaligen Franziskanerkloster, hat der Heilige Franziskus seine Wundmale empfangen. Und dann Sansepolcro, Geburtsort von Piero della Francesca und Montevarchi, im oberen Valdarno gelegen, wo sich eine ausgeprägte Landwirtschaft und Industrie entwickelt hat. Schließlich Rassina an der Mündung des gleichnamigen Wildbachs in den Arno, das seit dem Ende des Mittelalters, als die Verteidigungsnot allmählich abnahm, immer mehr Autonomie erwarb. Durch seine günstige Lage wurde der Ort im Laufe der folgenden Jahrhunderte zu einem der bedeutendsten Manufakturzentren der Gegend, wo Wollstoffe hergestellt, Leinen und Hanf gewebt und Seide verarbeitet wird.