Auf den Spuren der Geschichte der Masseria

Für alle Urlauber, die einen beschaulichen Urlaub fern von den Massen genießen wollen, bietet die Provinz Matera in der Basilikata mit dem Hinterland von Salent und der Ionischen Küste von Apulien, von Brindisi bis Otranto, von Capo di Leuca bis Taranto, noch zu entdeckende Orte zwischen Tradition und Geschichte.

Im Gebiet um Nardò in der Provinz Lecce gibt es eine große Anzahl der hier typischen Bauernhöfe, die zum Teil noch als Gutshöfe in Funktion sind; sie bieten die Möglichkeit, bei ihrer Besichtigung die bäuerliche Zivilisation mit ihrer weit in die Vergangenheit zurück reichenden Geschichte zu erforschen. Im Zentrum von Lecce hat der befestigte Gutshof der dynamischeren masseria villa Platz gemacht, einem großen landwirtschaftlichen Betrieb, der manchmal auch Touristen Unterkunft bietet.
Dem Gebiet von Matera, zwischen dem Gebiet Murgia, den Valli Lucane und der Ionischen Küste, verleihen die Masserie einen besonderen Charme. Auf den Grundstücken der Masserie mit ihren Wohnhäusern und Gutshöfen, Mittelpunkt und wesentliches Elementen des sozialen und wirtschaftlichen Lebens, wurde vorwiegend Getreideanbau betrieben.
Der bekannteste Typ eines befestigten Bauernhofes ist die „Masseria a corte“, wie etwa die Masseria Torre Spagnola, die Unterkunft und Verpflegung bietet. Es gibt auch palastartige große befestigte Bauernhöfe wie etwa die Masseria di Santo Spirito sowie ganze Dörfer, die aus diesen befestigten Bauernhöfen bestehen (wie etwa die Masseria Castello di San Basilio).
Auf dem gesamten Gebiet verbreitet, erhielten die Masserie ihr heutiges Aussehen, als riesige Grundbesitze in kleinere Parzellen zerstückelt wurden. Sie zeugen davon, dass die soziale und wirtschaftliche Struktur des Gebietes auf  Großgrundbesitz aufgebaut war. Die Masserie unterscheiden sich in ihrer Bauweise: Es gibt einfach Bauernhöfe, vor allem aber befestigte Gutshöfe. Aufgrund der Angriffe und Plünderungen durch Piraten sah sich die Bevölkerung in den vergangenen Jahrhunderten gezwungen, ihre Masserie zu befestigen. Errichtet wurden sie üblicherweise an oder auf Hügeln und bildeten eine geschlossene Struktur mit Wehrtürmen mit rundem oder quadratischem Grundriss, Umfassungsmauern und Wegen zum Schutz des Speichers, der Herde und der Bauern. Der untere Bereich wurde für die Verarbeitung von Milch oder Oliven oder aber als Speisekammern oder Ställe verwendet.
Das Gebäude ist häufig an Türen, Balkonen und Gärten reich verziert. Stukkaturen und Fresken machen diese ländlichen Gebäude zu kleinen architektonischen Perlen, mit ihren Mittelhöfen, um die die verschiedenen Gebäude angelegt sind: die Wohnung des Massaro oder Gutsbesitzers, die Ställe und die Koppeln für die Tiere, die Strukturen für den Anbau und die Verarbeitung der Bodenprodukte und der Tierprodukte. Die Wohnungen der Bauern, die Kirche und die Ställe befanden sich hingegen neben dem Hauptgebäude der Masseria.