AUF DEN SPUREN DER RITTER

Entdecken Sie im Sattel Ihres Pferdes Schönheiten der Halbinsel, die an noch unberührten Plätzen verborgen warten, vom Menschen weitgehend unerkundet, aber der Natur wohlbekannt, auf Straßen, die einst nur Wanderer und Pilger beschritten.

Auf dem Rücken seines treuen Reisegefährten von Rom nach Verona reiten – das war der Gedanke, mit dem alles anfing. Eine Idee, die einer Gruppe von Freunden kam, leidenschaftlichen Pferdenarren, bis dato ihrer Reiterseele jedoch noch nicht bewusst: „Warum durchmessen wir nicht einfach den ganzen Stiefel, von den Alpen bis nach Sizilien?“
Die Antwort kam mit der “Ippovia Italia”, einer langen grünen Straße, der man auf dem Rücken eines Pferdes folgen kann und die über bereits existierende Strecken die Alpen mit dem gesamten Rest Italiens verbindet, um dann von Rom aus zu den anderen europäischen Hauptstädten zu führen. Es handelt sich um ein sehr ehrgeiziges Projekt, das 2001 aus einer Initiative der Società Italiana del Cavallo e dell’Ambiente Onlus (Sica) in Zusammenarbeit mit Federparchi und Cai entstand und das Ziel hat, im Laufe von 10 Jahren ein nationales Netz von Wegen zu verstärken, das demjenigen, der durch die Natur reiten möchte, die Möglichkeit gibt, seine Reisen selbstständig zu organisieren, da er auf ein sicheres Netz entsprechender Anlaufstellen zählen kann.
Indem er den antiken Wegen von Wanderern und Pilgern oder dem Streckenverlauf der alten Vie Consolari folgt, kann der Reit- und Naturfan die Reste antiker Triften und römischer Pflasterstraßen bewundern. Er kann hautnah die Geschichte erleben, die den reizvollen Orten innewohnt, durch die er auf seiner Reise kommt. Auf den Straßen früherer Zeiten ermöglichen das langsame und regelmäßige Aufschlagen der Hufe, die Harmonie der Bewegung und die stille Gesellschaft des Tieres eine Regenerierung der Seele des Reiters, der die Stimme der unberührten Natur zu vernehmen lernt und das Tempo seines Lebens verlangsamt, das oft so hektisch und chaotisch ist, indem er seine natürliche Verbindung zur Erde erneuert.
Und so entstand für diese Art potentieller “Pilger” der Reitweg Rom-Verona (Eröffnung 2003), eine ca. 700 Kilometer lange Strecke, auf der man mit den Zügeln in der Hand über Wege, Saumpfade und kleine Straßen traben kann: vom Latium bis nach Venetien, vom Tiber bis zum Arno, auf der Strecke der antiken Via Francigena, auf der man auf das Val d’Orcia und das Land von Matilde di Canossa in der Emilia Romagna stößt, bevor man durch die Umgebung der Etsch in Verona, der Pferdehauptstadt, ankommt. Eine Straße für Pferde und Reiter auf den Pfaden der Geschichte, auf denen man sich in die Zeit der Wanderschäferei zurückversetzen und mit den ländlichen Kulturen vertraut machen kann - einem historischen Erbe, das es unbedingt zu schützen gilt. Ganz zu schweigen davon, wenn man gewissermaßen dem Flug des Adlers gen Süden folgt, durch ein Latium, das aus Parks, Wasserläufen und alter Geschichte gemacht ist: die Strecke „Ippovie e parchi del Lazio“ wurde 2004 eröffnet. Die Entwicklung dieser Wege kennt nunmehr keinen Halt mehr. Im November 2005 ist eine neue Route entstanden, die es zu entdecken gilt: „Ippovia Sicilia”, ein Reitweg, der durch die vier sizilianischen Regionalparks von Cefalù nach Taormina führt.
Die entsprechend ausgeschilderten Wege sind auch in dem gleichnamigen, von der Sica herausgegebenen Reiseführer “Ippovia Italia” aufgezeichnet, der in drei Bände geteilt ist und die verschiedenen Strecken enthält, die man mit dem Pferd zurücklegen kann und die durch die ländlichen und Gebirgsgegenden Italiens führen: eine richtige, in die Tasche passende Landkarte.