AUF DEN SPUREN DES HEILIGEN FRANZISKUS

Die Entdeckung von Orten der Stille im grünen Herzen Italiens: Umbrien, ein Land, in dem Körper und Geist wieder eins werden.

Eine ungewöhnlich schöne Umgebung und eine Geschichte, die sich durch die bedeutendsten und faszinierendsten Sehenswürdigkeiten der Vergangenheit schlängelt. Umbrien bietet seinem Besucher ein Erbe voller Spiritualität, sein Territorium ist übersät von stillen Klöstern, majestätischen Kathedralen und reizenden Dorfkirchen. Im Mittelalter wurde ihm eine große Bedeutung beigemessen, es galt nach dem Heiligen Land als zweitwichtigstes Land: die Ursache hierfür lag in den vielen religiösen Orden, Abteien, Einsiedeleien, die im Ergebnis der Predigten und des von den vielen Heiligen auserwählten Lebensstil hier entstanden. Insbesondere der Heilige Franziskus von Assisi und der Heilige Benedikt von Nursia wälzten die Art der Lebensauffassung um, als sie zwei Mönchsorden gründeten, die sich der Zwiesprache mit Gott, dem Gebet, der manuellen Arbeit, der Fürsorge und der Hilfe für die Armen widmeten und so die con Jesus Christus hinterlassenen Lehren in die Tat umsetzten. Es gibt in Umbrien keine Stadt, in der man nicht Zeugnisse, Legenden oder Anekdoten über das Leben dieser Heiligen findet.
Assisi ist das leibhaftige Beispiel dafür, wie die franziskanische Reform das Territorium Umbriens verändert hat. Vor dem Tod des Heiligen hieß die Erhebung, die heute „Colle del Paradiso“ (Paradieshügel) genannt wird und wo die berühmte, 1226 erbaute Basilica di San Francesco steht, „Colle dell’Inferno“ (Höllenhügel), da hier zahlreiche Enthauptungen stattgefunden hatten.
Um Einblicke in das Leben des Heiligen und seine Lehren zu nehmen, kann man die Orte besichtigen, an denen er sein Leben verbracht hat. 
Im Konvent San Damiano, das ca. zwei Kilometer von Assisi entfernt ist nimmt man besonders stark die reine Poesie jener Orte wahr. Hier soll Franziskus beim Beten vor dem Kreuz die Stimme des Herren vernommen haben, die ihn aufforderte, seine Kirche wieder aufzubauen. Reizvoll ist auch die Einsiedelei der Carceri mitten im Walde des Berges Subasio: hier steht noch jene jahrhundertealte Steineiche, auf deren Zweigen sich die Vögelchen niedergelassen haben, mit denen der Heilige Franziskus der Legende nach gesprochen haben soll.
Die Abtei Santa Maria degli Angeli in der Nähe von Assisi ist einer der größten Wallfahrtsorte Italiens; der Heilige Franziskus traf sich in den beiden Kapellen mit seinen ersten Mitbrüdern und hier war es auch, wo er der Heiligen Clara, der Gründerin des Äbtissinnenordens, die Kutte übergab. Außerdem ist es der Ort, an dem der Heilige sterben wollte. Zu ihrem weitläufigen und geradezu feierlichen Innenraum gehört auch die Portiunkola-Kapelle. In der Krypta sind die Gründungsmauern und die Reste des Fußbodens des Gemeinschaftshauses sichtbar, in dem die Brüder gemeinsam mit dem Heiligen zusammenkamen. In der nahen Umgebung kann man auch die Rosenkapelle besichtigen, wo sich der berühmte Rosengarten aus Rosen ohne Dornen befindet. Dieser soll auf ein Wunder des Heiligen Franziskus zurückzuführen sein, der sich in einer kalten Winternacht nackt in die Dornenhecke warf, um sich der Versuchung zu verwehren, das Mönchsleben aufzugeben – in dem Moment, in dem sein Körper die Hecke berührte, verschwanden alle Dornen.