BESICHTIGUNG DER VILLEN DES PALLADIO

Entdecken Sie die Renaissance von Vicenza, der Stadt der herrlichen, von der Hand des berühmtesten italienischen Architekten geschaffenen Villen.

Liebhaber von Villen früherer Zeiten finden in der Provinz von Vicenza eine Vielzahl herrlichster Wohnsitze, die Schönheiten und Geheimnisse von vier Jahrhunderten Geschichte in sich bergen, vom 16. bis 19. Jahrhundert. Der erste Architekt, der diese Gegend Venetiens mit architektonisch unschätzbar wertvollen Bauten auszustatten begann, war einer der bedeutendsten und berühmtesten Architekten der italienischen Renaissance: Andrea di Pietro della Gondola, besser bekannt als „Palladio“. Seine Bauwerke, die dem Antlitz von Vicenza und seiner Umgebung für immer ihren speziellen Charakter verliehen, sind weltweit als Vermögen von großem allgemeinem Interesse anerkannt; in der Tat wurde Vicenza als Stadt des Palladio im Jahr 1994 mit voller Wirkung in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. 
17 Villen sind es, die von dem geradezu genialen Architekten projektiert wurden und die auf dem gesamten Territorium verstreut sind, auf einer Strecke, die von der Ruhe der ländlichen Gegend und dem landschaftlichen Reiz der Ebene von Venetien gekennzeichnet ist. An der Villa Trissino, die sich in der Ortschaft Meledo di Sarego auf einem von einem Wildbach durchpflügtem Hügel befindet, ist die Hand des Architekten eindeutig erkennbar. Die Villa Pisani Ferri de la Zara in Bagnolo di Lonigo dagegen besticht durch ihre Erhabenheit, auch wenn der ursprüngliche Entwurf einen noch weit komplexeren Bau vorsah. Sie wurde zwischen 1540 und 1544 erbaut und nach einer späteren, langen Zeit des Verfalls restauriert, so dass sie ihr ursprüngliches Aussehen zurückerhielt. Im Laufe der Jahre erfuhr sie jedoch mehrere Umbauten.
Die um 1550 erbaute Villa Poiana in Poiana Maggiore wird als eines der bestgelungenen Werke des Palladio betrachtet; sie präsentiert sich als ein wahres Konzert aus Räumen, die Innen- mit Außenbereiche miteinander verbinden und eine einzige harmonische Sinfonie aus Wechselbeziehungen schaffen. Auf die Mitte des 16. Jahrhunderts geht die Villa Saraceno in Finale di Agugliaro zurück: sie wurde nach jahrelangem Verfall vollständig rekonstruiert und birgt in ihrem Inneren eine Reihe von Fresken des 16. Jahrhunderts. An der nach Padua führenden Staatsstraße, in Vancimuglio, erhebt sich die Villa Chiericati, während als Meisterwerk Palladios par excellence die Villa Capra Valmarana betrachtet wird, mit deren Bau zwischen 1566 und 1569 begonnen wurde und die wegen des halbrunden Kuppeldachs, das ursprünglich den zentralen Saal überdachen sollte, allgemein als “la Rotonda” bekannt ist. Sie verfügt über vier Fassaden, die einen vollständigen Blick über die Stadt freigeben und erlebte zu späterer Zeit auch einen Eingriff durch Vincenzo Scamozzi, der den ursprünglichen Gedanken der Villa abänderte.
Es gibt noch viele weitere Bauwerke von Palladio, die man auf dieser Route antrifft: herrschaftliche Villen wie die Villa Gazzotti Grimani Curti, die Villa Valmarana Scagnaroli Zen, die Villa Valmarana Bressan und die Villa Trissino Trettenero, eine jede davon voller bemerkenswerter architektonischer und künstlerischer, von dem Glanz italienischer Renaissance zeugender Details.