CAGLIARI UND SEIN HAFEN

Aus der Ansiedlung der Phönizier und dem einstigen Bischofssitz wurde Cagliari nach verschiedenen Oberherrschaften die Hauptstadt der zweitgrößten Insel Italiens. In der großartigen Provinz von Cagliari wechseln sich herrliche Buchten und Strände mit Naturschutzparks und alten Wohnorten ab, die reich an Zeugnissen der Kultur und der Geschichte sind.

Die Geschichte

Auch wenn uns die erste Besiedlung des Gebiets durch die Phönizier ins IX. Jahrhundert v. Chr. zurückführt, beginnt die Entwicklung der Stadt erst im VII. Jahrhundert v. Chr. mit der Präsenz der Karthager, die Cagliari zu einer wichtigen Handelsstation machten. 238 v. Chr. kam die Stadt unter die Vorherrschaft der Römer, und im Jahre 48 wurde sie von Julius Cäsar zum Municipium ernannt. Im Zuge der Verbreitung des Christentums auf der Insel wurde Cagliari im Jahre 314 Bischofssitz. Während die Besetzung durch die Vandalen die religiösen und klösterlichen Aktivitäten der Stadt nicht zum Erliegen brachte, folgte der Eroberung durch die Byzantiner und die Truppen Justinians im Jahre 534 eine Zeit des Niedergangs. Schließlich übernahmen die Pisaner die Vorherrschaft und legten im Jahre 1270 ein imposantes Festungsnetz an, das die gesamte Stadt einbezog. Nach der Eroberung durch die Aragoner im Jahre 1326 kam die Stadt nach einer Belagerung, die zwei Jahre andauern sollte, schließlich im Jahre 1708 unter die Herrschaft Österreichs. 1718 wurde sie von diesen an die Savoyer abgetreten, die sie zum Sitz des Vizekönigs machten. 1793 konnte die Stadt einem bitteren Ansturm der Franzosen standhalten, und 1799 wurde sie Residenz der Savoyer. 1862 wurden die Ringmauer und weitere Befestigungswerke abgerissen, so dass die Stadt ihre militärische Bedeutung verlor. Während des II. Weltkrieges wurde Cagliari stark zerstört und 1943 von den Truppen der Alliierten besetzt.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Mit ihrer Lage zwischen Stränden, Hügellandschaften und den Lagunen im Landesinneren war die Entwicklung Cagliaris seit immer schon stark durch ihr geografisches Umfeld geprägt. So stehen im Mittelpunkt der Geschichte der Stadt der für den Handel wichtige Hafen aber auch ihre Rolle als Festung und Bestandteil eines breit angelegten militärischen Netzes. Die Stadt erstreckt sich von der Küste bis zu den ersten Hügeln im Hinterland zwischen den Lagunen von Santa Gilla und Molentargius und besteht aus Stadtvierteln, die im 18. Jahrhundert sowie im vorigen Jahrhundert   im für den Piemont und Ligurien charakteristischen Stil gebaut wurden. Zu den wichtigsten Monumenten Cagliaris gehören: die Bastion von Saint Remy, ein spektakuläres Bauwerk aus dem 19. Jahrhundert nach dem Vorbild der spanischen Bollwerke; das Castell im ältesten Teil der Stadt mit seinen Bauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert; der 1307 von den Pisanern errichtete „Elefantenturm“, ein typisches Beispiel für die piemontesische Architektur im 18. Jahrhundert; die Kathedrale aus dem XIII.  Jahrhundert; die „Cittadella dei Musei“ mit dem Nationalen Museum für Archäologie, der Nationalen Pinakothek, dem Museum Siamese Cardu und der Wachsfigurensammlung. Nicht zu vergessen das gesamtheitlich aus einem Felsen gehauene römische Amphitheater, eines der imposantesten Bauwerke aus der Epoche der römischen Vorherrschaft auf der Insel, die Nekropolis von Tuvixeddu, der untere Teil der Stadt mit den Kirchen Sant’Agostino und San Domenico, der Piazza Yenne und der Piazza San Giacomo mit der gleichnamigen Kirche sowie San Saturno, eines der ältesten und wichtigsten Gebäude aus der Zeit der Christianisierung Sardiniens.

Die Umgebung

Zu den zahlreichen Attraktionen der Provinz gehören der „Poetto“, der Strand von Cagliari in der Bucht des Golfes von Quartu, die gleich dahinter liegenden Salinen und die Lagune von Molentargius, ein herrliches Naturschutzgebiet, in dem Rohrweihen, Flamingos, Säbelschnäbler  und Seidenreiher leben, Quartu Sant’Elena, ein sehr altes Viertel mit dem Völkerkundemuseum, das Umfelder und Objekte des ländlichen Lebens und des Handwerks in den verschiedenen Zeitepochen Sardiniens zeigt, die Santa Gilla-Salina, eine der größten  Salinen in ganz Italien und schließlich die Ortschaften Assemini, Dolianova und Pula, das vor allem für sein archäologisches Museum Giovanni Patroni und die in der Nähe liegende Ausgrabungsstätte Nora bekannt ist. Unter den touristischen Attraktionen des Gebiets muss der renommierte Urlaubsort Villasimius mit seinen herrlichen Stränden erwähnt werden; weiterhin sehenswert die Insel Sant’Antioco mit ihren Ortschaften Calasetta und Sant’Antioco sowie schließlich Iglesias, nach Cagliari die zweitgrößte Stadt der Provinz.