CUNEO, STADT DER TAUSEND SCHÄTZE

Aufgrund ihrer strategischen Position wurde die piemontesische Stadt im Laufe ihrer Geschichte mehrmals erobert.

Die Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt Cuneo datiert vom Jahr 1198 als einige Bewohner des Gebietes auf den “Pizzo di Cuneo” flüchteten und dort eine freie Gemeinde gründeten. Die Provinzhauptstadt mit ihrer strategisch wichtigen, isolierten Position befindet sich auf einer keilförmigen Anhöhe (“cuneo”) zwischen den Flüssen Stura und Gesso, umgeben von den Meeralpen und den Kottischen Alpen, die dem Ambiente ein besonderes, mysteriöses Aussehen verleihen. Jahrhunderte lang blieb die Stadt hinter ihren Mauern eingeschlossen  und begann ihre Expansion erst im napoleonischen Zeitalter. 1210 wurde die Gemeinde vom Markgrafen von Saluzzo belagert; 1231 erlangten die Einwohner von Cuneo wieder ihre Freiheit. Zahlreiche Dynastien belagerten die Stadt (die Saluzzo und das Haus Anjou zweimal, später auch das Haus Savoyen und die Visconti). 1382 begab sich die Stadt Cuneo definitiv in den Machtbereich der Savoyer, wurde 1799 mehrmals von den österreichischen und russischen Armeen während der Belagerung bombardiert und 1859 zur Provinzhauptstadt gewählt. Sie wurde zur Festung ausgebaut, um den wiederholten militärischen Belagerungen zu widerstehen und leistete einen ausschlaggebenden Beitrag zum Befreiungskampf vom Faschismus, für den sie die Goldmedaille erhielt. Das Gebiet ist besonders fruchtbar und die Landwirtschaft ist immer noch die wichtigste wirtschaftliche Tätigkeit: es werden vorwiegend Weinreben, Obstbäume (Pfirsiche, Äpfel, Birnen und Haselnüsse), Gemüse und Getreide angebaut.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Die archäologischen und künstlerischen Funde der Stadt sind sehr zahlreich, wie z.B. Villa Tornaforte mit ihrer Kappelle. In einer notariellen Urkunde aus dem Jahr 1445 ist von der “Nostra Signora dell’Olmo” die Rede, einer alten Kappelle, die insbesondere wegen eines wundertätigen  Gemäldes der Heiligen Jungfrau in den angrenzenden Regionen bekannt war. Da die Urkirche absolut nicht in der Lage war, die ständig wachsende Pilgerzahl aufzunehmen, baute man mit der freiwilligen Hilfe der gesamten Bevölkerung eine Wallfahrtskirche mit zugehörigem Klausurkloster, die immer mit in die verschiedenen Belagerungen der Stadt Cuneo involviert wurde. Das Gebäude ist von einem großen englischen Park mit riesigen Bäumen umgeben. Der herrliche See wird von einer antiken Brücke geteilt und ist von seltenen Fischgattungen bevölkert. Der Park ist heute eine faszinierende ökologische Oase. Zu den religiösen Sehenswürdigkeiten zählen die Kirche von San Francesco mit verschiedenen religiösen Gebäuden von hohem künstlerischem Wert, die Kirche San’Ambrogio und die Kirche Santa Maria del Bosco.

Die Umgebung

Die wichtigsten Orte in der Provinz Cuneo für Kunstliebhaber und für diejenigen, die sich von der Schönheit der antiken geschichtsträchtigen Dörfer verzaubern lassen möchten, sind Peveragno, Bòves, Busca und der antike Borgo San Dalmazzo. In Peveragno befinden sich die Überreste der Kirche San Domenico aus dem fünfzehnten Jahrhundert, der Kirche der Bruderschaft von San Pietro in Vincoli aus dem neunzehnten Jahrhundert und der Pfarrkirche. Bòves ist ein Ort, der wegen der nazifaschistischen Unterdrückung während der Widerstandsbewegung bekannt ist. In Busca, in der Kirche Santissima Annunziata und im antiken Dorf San Dalmazzo, befinden sich zahlreiche Meisterwerke; in der Pfarrkirche aus dem achtzehnten Jahrhundert steht eine suggestive Krypta einer antiken langobardischen Abtei. Es gibt hier zahlreiche Thermalzentren wie Frabosa Soprana und Garessio und Bergortschaften wie Limone Piemonte, Monregalese Neve, Ormea, Sampeyre, Valle Varaita und Valle Vermenagna.