DAS ANTIKE MEDIOLANUM

Mailand hat während seiner ganzen Geschichte eine dominierende Rolle gespielt, aus der sie sich zu einer der wichtigsten Wirtschaftsmetropolen der Welt entwickelt hat.

Die Geschichte

Ihr antiker Name war “Mediolanum”, was auf lateinisch in etwa “dazwischen liegender Ort” bedeutet. 388 v.Chr. von den Galliern gegründet, wurde es 292 n.Chr. zum Wohnsitz von Augustus Maximilianus. Außerhalb der Stadtmauern entstanden Basiliken. Die wahre Entwicklung Mailands nahm erst nach 1000 ihren Lauf, als sich im „brolo“, dem Garten des Bischofs, der einst die Kontrolle über die Stadt hatte, Händler und Handwerker niederließen. 1167 wurde unter Leitung des Erzbischofs Galdino, der wenig später die Macht übernahm, die Lega Lombarda (Lombardenbund) gegründet. 1277 kamen die Visconti, später gefolgt von den Sforza. 1400 erlebte Mailand unter Ludovico il Moro und Beatrice d’Este seine Blütezeit und wurde zu einer der reichsten Städte Europas. Aber zu dieser Zeit begannen auch die Invasionen von Franzosen, Habsburgern und schließlich Spaniern, die die Stadt ab 1535 für 170 Jahre hielten, bevor sie von den österreichischen Habsburgern unter Maria Teresa wiedererobert wurde. Die Bombenangriffe des zweiten Weltkriegs im Jahr 1943 lösten eine Auswanderungswelle aus. Heute ist Mailand eine avantgardistische und wirtschaftlich sehr aktive Stadt, die sich mit Fug und Recht als eine der großen Metropolen der Welt bezeichnen kann. 

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Es ist schwierig, eine kurze und gleichzeitig erschöpfende Liste der künstlerischen und architektonischen Sehenswürdigkeiten der lombardischen Hauptstadt zu erstellen, denn es gibt unzählige Orte von bemerkenswertem Interesse. Allen voran die Mailänder Scala, das weltberühmte Opernhaus, das nach unlängst erfolgten Restaurierungsarbeiten seinen alten Glanz zurückerhalten hat. Das Zentrum der Stadt ist auf jeden Fall die Piazza del Duomo, von der die wichtigsten Straßen ausgehen. Der Dom, das Wahrzeichen Mailands, wurde der Tradition zu Folge 1386 von Gian Galeazzo Visconti errichtet: in der Fassade spiegeln sich die verschiedenen Epochen seines Baus wider, mit fünf Portalen aus dem 17. Jahrhundert und dem zentralen Balkon von 1790. Das Innere hingegen besteht aus fünf Schiffen, zweiundfünfzig Pfeilern und verschiedenen Kapellen, Altären und Grabstätten, zu denen auch das Grabdenkmal von Gian Giacomo Medici gehört. Das Auffallendste sind jedenfalls die Fialen – die längste von ihnen misst 108 Meter und wird seit 1774 von der berühmten Madonnina gekrönt. Mailand ist jedoch auch reich an anderen Baudenkmälern, darunter der Palazzo Reale, das Dommuseum, das Stadtmuseum für zeitgenössische Kunst, die Straße Corso Vittorio Emanuele II, Piazza Babila, Piazza San Fedele, Galleria Vittorio Emanuele, die Pinakothek von Brera, die Kirche Sant’Ambrogio und ihr Vorplatz, der Pirelli-Wolkenkratzer und schließlich die Galerie für moderne Kunst.

Die Umgebung

Das Territorium von Mailand ist nicht sehr groß und die Peripherie ist dicht besiedelt und von Industriebauten übersät; unzählige Ortschaften und Kleinstädte begründen ihren Wohlstand auf industriellen Aktivitäten. Geographisch gesehen bietet die Landschaft nur geringe Erhebungen wie die berühmte Brianza, während die sich im Hintergrund erhebenden Berge zu den angrenzenden Provinzen gehören. Von den Parks der antiken Villen ist leider nur wenig übrig geblieben – die meisten mussten dem Prozess der Verstädterung Platz machen: die Patriziervillen sind zu Grand Hotels oder internationalen Konzernen geworden und die grüne Mailänder Brianza hat nur auf ein paar kleinen Inseln in der Nähe des Flusses Adda überlebt, der nördlich von Trezzo Stromschnellen und Canyons nach Art des „Far West“ bietet, oder am Lauf des Ticino (Fluss Tessin), der reich an  kleinen Inseln und Mäandern ist und heute als Naturpark geschützt wird.