DAS “KASTRA NISSA” DER ARABER

Caltanissetta hat seinen Platz in der Geschichte vor allem den Arabern zu verdanken, wogegen der Ursprung der Stadt im Dunkeln liegt. In der Provinz Caltanissettas treffen wir auf zahlreiche alte Ortschaften, die die Bedeutung der Stadt als Bergbauzentrum des Mittelmeerbeckens belegen.

Die Geschichte

Die geschichtlichen Ursprünge der Stadt sind noch nicht ausreichenden dokumentiert. Das kleine, im Inneren Siziliens gelegene, zunächst von den Römern und dann den Grieche besiedelte Dorf hat sich im Laufe der Zeit zu einem der größten Montanzentren des Mittelmeerbeckens entwickelt. Seine Aufnahme in die Geschichtsbücher verdankt Caltanissetta der Eroberung durch die Araber im Jahre 829, die es auf den Namen “Kastra  Nissa” oder „Khalad an-Nisa"  (Frauenschloss) tauften. Nach sich einander abwechselnden Fremdherrscharten der Normannen, Hohenstaufen, Anjou und Aragonier und der sizilianischen Adelshäuser kam Caltanissetta im Jahre 1406 bis zum XVII. Jahrhundert in den Besitz der Familie Moncada di Paternò. In den nachfolgenden Jahrhunderten und insbesonders ab dem XV Jh.  dehnte sich die Stadt auch außerhalb ihrer Ringmauer aus, so dass sich das Stadtbild von Grund auf änderte. 1860 wurde Caltanissetta dem Königreich Italien zugesprochen und erlebte in den nachfolgenden Jahren durch einen intensiven Bergbau einen rasanten wirtschaftlichen Aufschwung.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

In Caltanissetta sollten wir folgende Bauten, Plätze und Orte besichtigen: die eindrucksvolle Kathedrale mit ihrer schönen Fassade und ihren prachtvollen Fresken und Statuen; den Palazzo Moncada, dessen Bauarbeiten im Jahre 1625 begonnen aber niemals abgeschlossen wurden; die Kirchen San Sebastiano und Sant’Agata al Collegio mit ihren beeindruckenden Kunstwerken im Kircheninneren; die Piazza Garibaldi mit dem Triton-Brunnen; das „Engelsviertel“ (Quartiere degli Angeli), den ältesten Teil von Caltanissetta mit der aus dem 15. Jh. stammenden Kirche San Domenico und der von den Arabern gebauten Burg Pietrarossa; die Heiliggeistabtei (Abbazia di Santo Spirito), das vor 1151 gebaute und somit älteste Gotteshaus der Provinz; den Monte San Giuliano mit dem im Jahre 1900 errichteten, Christus dem Erlöser geweihten Denkmal (Monumento al Redentore), von dem aus man eine herrliche Aussicht hat, die weiter über den Ätna hinaus reicht. Zu den Museen der Stadt gehören: das Mineralogische Museum, das Museum für Paläontologie und das Schwefelgrubenmuseum, das Diözesemuseum für sakrale Kunst und das Museum der Folklore und volkstümlichen Bräuche.

Die Umgebung

Von Caltanissetta aus kommen wir als erstes zum Monte Sabucina und besichtigen ein Ausgrabungsgebiet mit den Überresten einer Siedlung der Griechen und Sikuler sowie, anschließend,  die Gemeinde Marianopoli. Sie wurde Anfang 1700 vom Baron Della Scala in der Absicht gegründet, das Lehen Marchi zu kolonialisieren, und ist für ihr archäologisches Museum bekannt, in dem die am Monte Castellazzo ausgegrabenen Fundstücke aus der Vorgeschichte (frühe Bronzezeit) sowie Fundstücke aus dem Wohnort Balate und aus der Nekropolis des Oscura-Tals aufbewahrt werden. Auch in der von den Arabern gegründeten Ortschaft Gibil Gabel finden wir zahlreiche Gräberstätten, die hier in den Fels gehauen wurden. San Cataldo ist für seinen Bergbau aber auch für das archäologische Gebiet Vassallaggi und seine Kirche der „Söldnerväter“ (Chiesa dei Padri Mercenari) bekannt. Mussomeli schließlich, auf einem kargen Hügel gelegen, wartet mit einer herrlichen Aussicht und seinen engen Gassen auf uns; der Ort wird ganz von der darüber liegenden Felsenburg Castello Manfredonico dominiert, die mit dem Felsen zu einer Einheit zu verschmelzen scheint und zusammen mit der herrlichen Naturlandschaft ein einzigartiges Spektakel bietet.

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