DAS LÄNDLICHE CREMONA

Die lombardische Stadt, die in der Vergangenheit heftig umkämpft wurde, ist heute eine lebenswerte ruhige Stadt am linken Ufer des Flusses Po, die für ihren angenehm ländlichen Charakter und natürlich den Violinenbau berühmt ist.

Die Geschichte

Die Ursprünge Cremonas sind ungewiss. Vermutlich wurde es von den Etruskern gegründet, aber seine wahre Geschichte begann im Jahr 218 v.Chr. mit den Römern, die es zuerst zum militärischen Bollwerk des Po-Tals zur Verteidigung gegen die Barbaren und dann zur Stadt machten. Nachdem es erst in der Hand der Byzantiner, dann der Langobarden war, wurde es 603 zum Herzogtum und dank seiner bedeutenden Universität zu einem wichtigen kulturellen Zentrum. Bevor es von den Vandalen ausgeplündert wurde, hatte Cremona dank umfassender Trockenlegungsmaßnahmen einen großen Reichtum erreicht. Später, zum Gegner der Städte Mailand und Crema geworden, gelangte es in den kaiserlichen Machtbereich von Friedrich Barbarossa und dann Friedrich II, während im Jahre 1249 Uberto Pelavicino die Herrschaft übernahm, der es zum Zentrum einer großen Signoria der Lombardei und des Piemont machte. Aber auch das mächtige Venedig hatte es auf Cremona abgesehen - die entsprechende Angliederung erfolgte im Jahr 1499, bevor es von den Spaniern okkupiert wurde, unter deren Herrschaft es bis 1702 verblieb, als es von Österreich besetzt wurde.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Inmitten der Po-Ebene gelegen, sieht Cremona den Po im Schatten eines mächtigen, 111 Meter hohen Glockenturms dahin fließen. Die Stadt hat aus der Nähe der Flüsse und der Verbindungsstraßen, aber vor allem auch aus seiner feuchten und fruchtbaren Erde Kraft und Reichtum geschöpft. Um die Stadt herum hat sich eine von großen landwirtschaftlichen Betrieben und Bauernhöfen charakterisierte Landschaft entwickelt. Anzusehen gilt es das historische Zentrum mit dem in zwei Phasen errichteten und aus 487 Treppen bestehenden Glockenturm: der Rumpf wurde 1267 gebaut und das gotische achteckige Feston entstand zwischen 1287 und den ersten Jahren des 14. Jahrhunderts. Für das herrliche Panorama, das bis zu den Alpen und den Apenninen reicht, lohnt es sich alle Stufen hinaufzusteigen. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts begann man mit dem Bau der Kathedrale, die sich heute gemeinsam mit dem romanischen achteckigen, von einer kleinen Loggia gekrönten und mit einer Spitzbogenkuppel bedeckten Baptisterium präsentiert. Abgerundet wird das Bild von der Loggia dei Militi, wo die Zusammenkünfte der Oberhäupter der Milizen stattfanden, und das Rathaus, in dem die Regierung des alten Cremona saß.

Die Umgebung

Die Provinz von Cremona ist typisch für die Poebene und lebt überwiegend von der Landwirtschaft. Mit Feldarbeit verbundene Lebensrhythmen, Mentalität und eine „häusliche“ Denkweise sind die allgemeinen Kennzeichen von Gemeinden und Städten wie Crema, Grumello Cremonese, Soncino, Isola Dovarese und Casalmaggiore. Zahlreiche Routen erstrecken sich durch die Felder, vorbei an Bauernhöfen, aber auf dem Territorium gibt es auch Beispiele lebhafter Industriezentren wie Pizzighettone, wo sich viele Zucker- und Textilfabriken befinden. Diese Zentren sind nicht mehr zufällig in der Landschaft verteilt, sondern haben im Laufe der Jahre eine präzise, gut gegliederte Struktur erhalten und sich zu entsprechenden Gewerbegebieten entwickelt. Die Stadt ist unlösbar mit dem „Großen Fluss“ verbunden, der das Leben der Einwohner eindeutig beeinflusst hat und dies auch heute noch tut. Der Flusshafen hat ein wenig von seiner Handelsfunktion eingebüßt, ist aber touristisch sehr aktiv geworden: hier fahren viele Motorboote ab, mit denen der Tourist auf dem Po eine Art lange Kreuzfahrt bis nach Venedig unternehmen kann.