Das Tal der Tempel

Jeden Abend, seit Jahrhunderten, ist der Sonnenuntergang eine der schönsten Szenerien der archäologischen Stätten von Agrigent: der gelbe Stein der Tempel nimmt bei Dämmerung rosafarbene Töne an, und wenn die Sonne vollends am Horizont verschwunden ist, stehen sie in wundervollem Kontrast zum Himmel.

Im Tal der Tempel befinden sich einige der interessantesten Kunstdenkmäler, die uns die Geschichte hinterlassen hat: die Reste der 7 Tempel in dorischem Stil, die bis heute erhalten sind, gehen auf die Zeiten der Magna Graecia zurück. 1998 wurden die archäologischen Stätten von Agrigent von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.
Die Tempel, die aus lokalem gelbfarbenem Kalkstein gebaut wurden und sehr gut erhalten sind, sind ein unsterbliches Zeugnis der Blüte und Macht der antiken griechischen Kolonie.
Symbol des ganzen Tales ist der Concordiatempel, als einziger vollkommen erhalten. Er wurde um 430 v. Chr. errichtet, es ist aber ungewiss, wem er gewidmet wurde. Seine Benennung erfolgte nach einer in der Nähe gefundenen lateinischen Inschrift. Dieser Tempel ist deswegen so gut erhalten, weil er im 6. Jahrhundert in eine christliche Basilika umgewandelt wurde.
Der Dioskurentempel ist dagegen das touristische Symbol von Agrigent und obwohl es der kleinste Tempel ist, ist es der meistbesuchte und von den Touristen meistphotographierte. Der Bau wurde den Zwillingsbrüdern Kastor und Pollux, Söhne von Sparta und Jupiter, gewidmet. Pollux war, im Gegensatz zu seinem Bruder Kastor, unsterblich. Der Legende nach bat Pollux seinen Vater Jupiter nach dem Tod seines Bruders, ihn auch sterblich werden zu lassen, um sich mit seinen Bruder nach dem Tod wieder zu vereinigen. Dieser kam seinem Wunsch nach und entschied, dass jeden Tag einer von ihnen ins Leben zurückkehrte.
Im ältesten Teil des Tales befindet sich der Junotempel (zweite Hälfte des 5. Jh. v. Chr.). Hier feierten die Griechen ihre Hochzeiten nachdem zuvor ein Ritual abgehalten wurde: Protagonist war dabei eine Ziege. Bevor die Trauung zelebriert werden konnte, brachte das Brautpaar das unschuldige Tier der Göttin zum Opfer; dabei wurde die Ziege mit kaltem Wasser begossen; begann das Tier vor Kälte zu zittern, war es Zeichen für eine unglückliche Ehe und sie wurde nicht vollzogen.
Der älteste Tempel von Agrigent ist der Heraklestempel (ca. 6. Jh. v. Chr.). Er wurde wie viele andere durch ein Erbeben zerstört und erst nach 1920 wurden die acht Säulen, die man heute bewundern kann, wieder aufgerichtet.
Der Tempel des Olympischen Zeus (Olympieion) wurde nach dem Sieg über die Karthager bei Himera 480 v. Chr. als Siegesmonument zu Ehren des gleichnamigen Gottes erbaut. Die Besonderheit dieses Tempels sind die so genannten Telamons, riesige Figuren in Menschengestalt.
Der Vulkantempel (5.Jhd. v.Chr.), der wahrscheinlich einer der stattlichsten Bauten des Tales war, ist mit der Zeit durch Umwelteinflüsse schwer beschädigt worden. Weiter außerhalb der Stadt befindet sich der Asklepiostempel, eine Pilgerstätte für Kranke auf der Suche nach Genesung.
Neben den sieben Tempeln des Tales kann man in Agrigent viele andere interessante archäologische Funde bewundern, wie z. Bsp. das Grab des Tyrannen Theron, ein sehr großer pyramidenförmiger Bau aus Tuff.

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