Das Tal der Wasserfälle

Westlich des Adamello-Brenta-Tales gelegen ist das Genova-Tal eine enge unberührte Schlucht; kennzeichnend ist das unverkennbare Geräusch der Wasserfälle und der wilden Sturzbäche. Das Tal mit seinen dichten Wäldern ist ein idealer Ort für Natur- und Sportliebhaber, aber auch der guten Küche.

Noch heute ist der Ursprung des Namens „Genova“ unklar, man fand jedoch in antiken Schriften aus dem 13. Jahrhundert den Namen „Zenua“, was in der lokalen Sprache ein wasserreiches Gebiet bezeichnet, und gerade dieses Element, eben das Wasser, ist für diese Gegend ausschlaggebend: nicht umsonst nennt man es auch „das Tal der Wasserfälle“. Unter ihnen sticht vor allem der faszinierende Wasserfall Nardis mit seinen 130 Metern Fallhöhe hervor, dessen Wasser von dem Gletscher Presannella herkommt. Das Genova-Tal ist auch im Winter eine herrliche Landschaft, wenn die Natur vom Licht des Wassers erhellt wird und die Wasserfälle in faszinierender Weise vereisen.
In den Wäldern und Lichtungen dieses Tales, in dem Anemonen, Alpenrosen und Edelwei² wachsen gibt es eine reiche Tierwelt: Gämsen, Murmeltiere, Rehe, der Braunbär und natürlich auch viele Vogelarten von seltener Schönheit, wie der Adler, Bussard und Auerhahn. Aber auch Liebhaber der sakralen Kunst kommen nicht zu kurz: sie sollten unbedingt die Kirchen besichtigen, in denen die Wandermaler der Familie Baschenis di Averara der Provinz Bergamo ihre Spuren hinterlassen haben: In Pinzolo kann man in der Kirche San Vigilio den Totentanz bewundern; in Massimeno sollte man der Fassade der Kirche San Giovanni Battista seine Aufmerksamkeit schenken: sie wurde um 1530 von Simone Baschenis mit zwei Fresken versehen.
Aber auch die Geschichte hat zum Ruhm dieses Ortes beigetragen. Das Genova-Tal war während des gro²en Krieges -in dieser Region als „wei²er Krieg“ bekannt- Schauplatz vieler Schlachten. Auf diesen imposanten Gipfeln der Dolomiten haben Tausende italienische und österreich-ungarische Soldaten ihr Leben gelassen.
Eine Wanderung auf den vorgeschlagenen Wanderrouten durch dieses Tal erzeugt natürlich guten Appetit uns so werden dem Wanderer in den Berghütten zahlreiche typische Gerichte angeboten: angefangen von den „Strangolapreti“, eine Art Spinatspätzle, über die Knödel aus Trient bis hin zu Wildgerichten. Zum Nachtisch natürlich ein Apfelstrudel oder ein köstliches Kastanieneis.