„DIE SCHÖNSTE UNTER DEN STÄDTEN DER STERBLICHEN“

So einst nannte der berühmte Dichter Pindar die sizilianische Stadt. Die unmittelbare Umgebung von Agrigento bietet zahlreiche Stätten, die mit ihren weltweit einzigartigen Zeugnissen der Geschichte und der Kunst einen Besuch wohl wert sind.

Die Geschichte

Agrigento wurde im VI. Jahrhundert v. Chr. unter dem Namen Akragas in einem fruchtbaren Gebiet in der Nähe des Akropolis-Hügels gegründet. Im naheliegenden Tal der Tempel sowie im archäologischen Museum kommt die ganze Pracht und Gloria zu Ausdruck, die die Epoche während der Vorherrschaft der Stadt durch die Griechen kennzeichnet. Mit der Ankunft der Karthager und im Zuge ihrer Kämpfe zur Eroberung der sizilianischen Städte wurde Agrigento im Jahre 406 v. Chr. belagert und gebrandschatzt, bevor es im 210 v.Cr. schließlich die Römer eroberten und der Stadt den Namen Agrigentum gaben. Während dieser langen Zeit der Fremdherrschaft wechselte sich das wirtschaftliche und gesellschaftliche Schicksal der Stadt immer wieder ab und war durch Phasen der wichtigen Bedeutung als Seestadt aber auch des Niedergangs geprägt. Im IX. Jahrhundert schließlich eroberten die Araber die Stadt, die durch sie weiter wuchs und bald ein typisch arabisches Stadtbild annahm. Mit der Ankunft der Normannen im Jahre 1087 setzte sich diese Zeit der Blüte und gesellschaftlichen Entwicklung weiter fort; der Bischofssitz wurde neu angelegt, und auch die Wirtschaft erlebte insbesonders durch den Handel mit Nordafrika einen nicht zu übersehenden Aufschwung. Die nachfolgenden Jahrhunderte dagegen waren durch eine kontinuierliche Abwanderung der Bürger und die gleichzeitige Übermacht der Bischöfe geprägt, wogegen das XVIII. Jahrhundert der Stadt eine neue soziale und wirtschaftliche Blüte brachte. 1927 schließlich wurde der Name der Stadt von Girgenti zum heutigen Agrigento.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Bei der Besichtigung Agrigentos fällt als erstes die Altstadt auf, die wie eine Stadt Nordafrikas wirkt. Agrigento hat zahlreiche interessante Gotteshäuser zu bieten, darunter die Kirche der Schmerzensreichen Jungfrau (Addolorata), des Hl. Franziskus von Paola, des Hl. Josef und des Hl. Domenikus sowie der Unbefleckten Jungfrau (Immacolata) und die auf den Grundmauern eines Tempels errichtete Kirche „Madonna der Engel“ (Madonna degli Angeli). Weiterhin sehenswert sind das Rathaus, das in einem ehemaligen Dominikanerkloster untergebracht wurde, sowie das Pirandello-Theater, gebaut 1870 und gewidmet dem berühmten, in Agrigento geborenen Schriftsteller. Einen Pflichtbesuch verdienen sich zudem der dem Patron der Stadt San Gerlando geweihte Dom von Agrigento, die Allee Viale della Vittoria, auf der die Bürger der Stadt traditionsgemäß ihren Sonntagsspaziergang einlegen, die Villa Bonfiglio und die Piazza Cavour. Dennoch hat Agrigento seine ohne Zweifel eindrucksvollste Gegend im Tal der Tempel, in dem wir die Bauten bestaunen, die im Laufe der Jahrhunderte vom glanzvollen Akragas erhalten geblieben sind.

Die Umgebung

Im Umkreis Agrigentos finden wir vorwiegend Hafenstädte und Urlaubsorte, wie etwa Porto Empèdocle, ein wichtiges Industriezentrum, das aber auch als Badeort und als Hafen zum Übersetzen nach Lampedusa bekannt ist, Lampedusa selbst, Linosa, Licata, Sant’Angelo Muxaro und Racalmuto, bekannt für seine Landwirtschaft und seinen Bergbau sowie für die imposante Burg Chiaramonte. Lampedusa ist ein wahres Paradies mit einer Atmosphäre, die stark an Afrika erinnert. Die Insel mit ihren herrlichen Buchten und ihrem kristallklaren Meer wird von Urlaubern aus allen Teilen der Welt besucht, ist aber auch für ihre Naturschwämme bekannt, die das Ausgangsmaterial einer der wichtigsten wirtschaftlichen Aktivitäten Lampedusas darstellen. Linosa dagegen ist kleiner aber nicht weniger schön als Lampedusa; die Insel besteht überwiegend aus Vulkanfelsen, die von Pfaden mit schwarzem Boden durchzogen werden und über das gesamte herrliche Urlaubsparadies verteilt sind. Licata hat antike Ursprünge und ist heute vor allem als Handelshafen zur Ausfuhr des in den Bergwerken abgebauten Schwefels bekannt. Schließlich verdient sich auch der Fischerhafen Sciacca als renommierter Urlaubs- und Thermalort eine Erwähnung.

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