BRESCIA, DIE ITALIENISCHE LÖWIN

Seen, Täler, Flüsse und schöne Städtchen: so sieht die Provinz von Brescia aus.

Die Geschichte

Die Stadt wurde im 6. Jahrhundert v.Chr. unter dem Namen Brixia von den Galliern gegründet, um zunächst 225 v.Chr. zur römischen Alliierten zu werden und sich zu einem recht blühenden Zentrum zu entwickeln. Nach der Zeit der barbarischen Invasionen und des Feudalismus wurde Brescia zur freien Gemeinde, und es kam mehrmals zu Zusammenstößen mit der rivalisierenden Nachbarstadt Bergamo. Nachdem es Sitz des langobardischen Herzogtums gewesen war und die freien Stadtgründungen vehement verteidigt hatte, ging es in die Hände der Venezianer über, die ein wirtschaftliches und demographisches Wachstum der Stadt herbeiführten, das bis  1797 anhielt. Mit der Ankunft von Napoleon wurde Brescia an die Zisalpinische Republik angegliedert, gehörte dann zu Österreich und ab 1859 zum Königreich Sardinien. Zur Zeit des Risorgimento begannen die Kämpfe gegen die Österreicher, die ihr den Beinamen „Leonessa d’Italia“ („Italienische Löwin“) entzogen. Während der zwei Weltkriege stand die lombardische Stadt in der ersten Reihe der Widerstandsbewegung.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Brescia ist nach Mailand die zweitgrößte Stadt der Region. Sie ist reich an Baudenkmälern und bemerkenswerten Orten, die jedoch weitgehend unbekannt sind. Brescia muss man sich in aller Ruhe anschauen, durch die Gassen und über die Plätze bummeln und die Schönheit jedes einzelnen Elements in sich aufnehmen. Es gibt zahlreiche bedeutende Bauwerke, bei denen die Piazza della Loggia mit dem Uhrenturm und die Loggia hervorstechen, die heute als Rathaus dient. Von großem Interesse sind die Rotonda, die als wichtigstes romanisches Bauwerk der Stadt betrachtet wird, sowie der phantastische Duomo Nuovo, in dessen Inneren man zahlreiche Kunstwerke findet. Der durchgängig romanische, so genannte Broletto gilt als einer der schönsten Paläste der lombardischen Stadt. Zu besichtigen sind auch die Reste des Tempio Capitolino von 73 n.Chr.

Die Umgebung

Die Provinz von Brescia ist die größte der lombardischen Provinzen. Hier befinden sich der Lago d’Iseo und der Gardasee, ein Teil der Po-Ebene und die Ausläufer des Adamello-Massivs. Die Umgebung von Brescia hat viele touristische Attraktionen zu bieten, die den unterschiedlichsten Ansprüchen der Urlauber gerecht zu werden vermögen. Dazu gehören drei große Seen, drei Flüsse und ebenso viele Täler – das Valtrompia, das Valsabbia und das bekannte Valcamonica, dessen berühmte Felsenzeichnungen hervorzuheben sind und das touristisch von großer Bedeutung ist. Bei den drei Seen handelt es sich um den  Lago d’Iseo, den Gardasee und den weniger berühmten Lago d’Idro: der wie ein typischer Fjord zwischen die Berge gezwängte See ist zu einem beliebten Urlaubsort nordeuropäischer, z.B. niederländischer, Touristen geworden, die hier ganze Feriendörfer aufgebaut haben. Der Gardasee dagegen ist dank seines milden mediterranen Klimas einer der populärsten Urlaubsorte schlechthin; seine wichtigsten Ortschaften sind Desenzano, Peschiera und Sirmione, die auch wegen ihrer Thermen berühmt sind, Salò, wo sich das berühmte Gefecht abspielte, und Gardone. Wer den Winter liebt, der sollte sich Ponte di Legno mit dem Tonale und Montecampione im mittleren Valcamonica nicht entgehen lassen.

 

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