DIE ANTIKEN WURZELN VON BRINDISI

Auf einem kleinen Vorgebirge gelegen und mit dem einzig sicheren Hafen der apulischen Adriaküste ausgestattet, ist Brindisi dank der Öffnung des Suez-Kanals zum blühenden Schifffahrtszentrum geworden.

Die Geschichte

Die Ursprünge der Stadt sind uralt. Möglicherweise wurde sie von illyrischen Stämmen gegründet. In ihrem lateinischen Namen “Brundisium” steckt der messapische Ausdruck „Brention“, Hirschkopf, der allem Anschein nach auf die Form des Hafens Bezug nimmt. In ständige Streitigkeiten mit ihrer Nachbarin Tarent verwickelt, wurde sie von den Römern eingenommen und damit nicht nur zu einem sehr aktiven Hafen für die Verbindungen mit dem Orient, sondern auch zum Schiffsstützpunkt der Kriegsflotte. Über die Via Appia mit Rom verbunden und nach dem Bürgerkrieg zur Stadt erhoben, stand sie im Mittelpunkt der größten Ereignisse der Bürgerkriege: im Jahr 83 v.Chr. ging Sulla hier mit seiner Armee an Land; 49 v.Chr. stellte es den Rettungsanker für Pompeius und die von Caesar verfolgten Republikaner dar. Während des Mittelalters wurde Brindisi mehrfach von Sarazenen, von Ludwig II. und den Normannen ausgeplündert, von der Pest verwüstet und 1456 von einem Erdbeben zerstört. Mit Ferdinand I. von Aragon erlebte Brindisi eine glückliche Zeit, bevor es in die Hände der Venezianer und Spanier überging. Seine Epoche größten Glanzes erreichte es mit der Angliederung an das Italienische Reich im Jahr 1860 und mit der Öffnung des Suez-Kanals 1869. Während des ersten Weltkriegs wurde Brindisi als Sitz des Kommandos der Alliierten für den südlichen Teil der Adria genutzt, von wo die Operationen der Vertreibung der serbischen Armee aus Albanien 1915 organisiert wurden.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Von den Sehenswürdigkeiten der Stadt seien hier genannt: der Domplatz mit seiner Loggia di Balsamo, dem Palazzo del Seminario aus dem 18. Jahrhundert und natürlich der Dom selbst, der romanischen Ursprungs ist; die Colonne romane, von den Römern am Ende der Via Appia  errichtete Säulen, von denen nur eine unversehrt geblieben ist; das Archäologische Museum der Provinz, zu dem man durch die aus wunderschönen gotischen Bögen bestehenden Tempelritter-Arkaden aus dem 13. Jahrhundert gelangt – im Museum sind alle auf dem Territorium von Brindisi ans Tageslicht gekommenen Funde zu sehen. Von den Sakralbauten seien San Giovanni al Sepolcro, eine romanische, von den Tempelrittern nach der Rückkehr aus dem Heiligen Land erbaute Kirche, San Benedetto mit dem Glockenturm mit seinen dreibogigen Fenstern, Santa Lucia und die Christuskirche von 1230 genannt.

Die Umgebung

Unter den wichtigsten Orten des Territoriums finden wir Urlaubsorte genauso wie Landwirtschaftszentren. Mesagne, ein Ort mit antiken Ursprüngen, der über sehenswerte Bauwerke wie die Kirche San Lorenzo, das Schloss, die Chiesa Matrice und ein Rathaus verfügt. Ostini ist sowohl für seine von ausgedehnten Olivenhainen charakterisierte, zwischen Trullis und Grotten gelegene Landschaft als auch wegen der rundum weiß gekalkten Häuser berühmt. Francavilla Fontana war bereits in der Prähistorie bewohnt. Fasano, das Städtchen der Olivenhaine, Obsthaine und Weinberge, liegt am Hang der Murge unweit vom Meer. Schließlich Oria – ein künstlerisch, literarisch und wissenschaftlich faszinierender Ort, dank der hebräischen Völker, die ihm im Laufe der Zeit zu Reichtum verhalfen.

 

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