In der Antike war Chieti mit Rom verbündet; geschichtlich spielt es eine wichtige Rolle, die es auch der ständigen Anwesenheit der Kirche verdankt, welche in bedeutender Weise zum Reichtum der Stadt beitrug.


Die Geschichte
Das antike Teate trat nach den sozialen Kriegen endgültig in die römische Einflusszone ein. Es konnte großen Reichtum ansammeln, dank der zahlreichen Familien, die mit einflussreichen Kreisen in der Hauptstadt Rom in Verbindung standen. Gegen Ende des römischen Reichs begann die Dekadenz. Es wurde fast von den Goten zerstört und von den Longobarden in das Fürstentum von Spoleto und Benevento einverleibt, bis es unter normannischer Herrschaft zur Grafschaft wurde. Danach folgte unter der Herrschaft der Anjou und der Aragonier eine derartige Entwicklung, dass es zur Hauptstadt der gesamten Region wurde. Auf jeden Fall bekam die Stadt im 17. Jahrhundert ihr heutiges Aussehen, hauptsächlich dank der kirchlichen Macht. In der Tat kamen die Jesuiten und die Scolopi, die bedeutende und als effektive Kulturzentren fungierende Kollegien gründeten, durch die der Name der Stadt bekannt wurde. Mit der nationalen Einheit, an der Chieti aktiv teilnahm, bekam die Stadt eine mehr weltoffene Haltung. Dies zeigte sich in finanziellen und sozialen Aspekten, und durch die Eisenbahn und den Güterbahnhof.
Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Chieti sind die Kathedrale aus dem hohen Mittelalter, die im XI. Jahrhundert wiederaufgebaut wurde und im XVI. Jahrhundert mit einem Glockenturm antiker Herkunft versehen wurde. Die Barockkirche San Francesco della Scarpa besitzt eine wunderschöne Rosette auf der Fassade. Interessant ist auch der pittoreske Turm aus dem XIII. Jahrhundert, der einzige der neun Türme der Stadtmauer, der übrigblieb. Bei unserem Rundgang durch die Stadt ist es auch wert der Pinakothek Costantino Barella einen Besuch abzustatten; sie beherbergt zahlreiche Gemälde und Skulpturen vom XIV. Jahrhundert bis heute; ein weiterer Besuch gilt auch den römischen Thermen, die früher von einem heute noch erhaltenen Ziehbrunnen gespeist wurden; und nicht zuletzt dem Archäologischen Museum, inmitten der das Rathaus umgebenden Grünanlage gelegen; dort sind Ausgrabungen aus der gesamten Region aufbewahrt.
Die Umgebung
Francavilla al Mare war schon im 19. Jahrhundert im Sommer ein Ferienziel; in Fossacesia dagegen kann man die Kirche San Giovanni in Venere besichtigen, eine alte Benediktinerabtei, die um das 6. Jahrhundert auf den Ruinen des früheren Venustempels entstand. Vasto, von den Illyrern gegründet, befindet sich auf einer Anhöhe; die Aussicht auf die Adriaküste von dort ist wirklich bestechend. Man sollte auch Ortona nicht vergessen, mit der berühmten Burg der Aragonier auf einem Vorgebirge hoch über dem Meer. Dieses Vorgebirge schützt von Norden her den wichtigsten und meist angelaufenen Hafen der Abruzzenküste und gleichzeitig die ganze Stadt, die nach der Zerstörung im zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut wurde. Die herrlichen Strände laufen weit entlang der Küste, während man sich im Landesinneren an ländlichen Gegenden von bemerkenswerter Schönheit sattsehen kann.
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