Auf der Suche nach Orten und Landschaften, in denen sich eine Vergangenheit verbirgt, die neu entdeckt werden will. Die ruhmreiche Geschichte Perugias lässt sich in tausend Winkeln der Stadt bewundern, in denen sich Vergangenheit und Gegenwart gegenseitig ergänzen, um zu einer unvergesslichen Stimmung zu verschmelzen.


Die Geschichte
Perugia liegt in einem Gebiet, das bereits während der Villanova-Kultur bewohnt war, und wurde nach der Besiedelung durch die Umbrier unter den Etruskern zu einer der wichtigsten Städte des oberen Tibertals im etruskischen Städtebund. Ihr recht ungewöhnliches und abwechslungsreiches Bild hat Perugia vor allem der besonderen Beschaffenheit des hügeligen Geländes zu verdanken. Die Eroberung durch die Römer verwickelte die Stadt tief in den Bürgerkrieg zwischen Marc Anton und Octavian, welcher es im Jahre 40 v. Chr. schließlich eroberte, die stark beschädigte Stadt wieder aufbauen ließ und ihr (nachdem er den Namen Octavian Augustus angenommen hatte) den Namen Augusta gab. Nach dem Fall des römischen Reiches wurde die Stadt zerstört, von den Byzantinern erobert und im VIII. Jahrhundert zur freien, jedoch mit dem Päpstlichen Staat verbündeten Kommune erklärt. Im XIV. Jahrhundert war die Geschichte der Stadt von internen Zwistigkeiten zwischen dem Adel und den Bürgern geprägt; Perugia wurde zum Schauplatz des Krieges gegen den Papst, welcher die Städte Umbriens unter die Kontrolle des Kirchenstaates zurückbringen wollte. Dieser Krieg endete 1370 mit dem Friedensvertrag von Bologna, und Perugia musste sich schließlich beugen und die Autorität des Papstes anerkennen. Die päpstliche Vorherrschaft sollte, abgesehen von kurzen Intervallen der Besetzung durch die Franzosen und der Zeit der Römischen Republik, bis zur Gründung des italienischen Reiches andauern. Heute ist Perugia eine moderne, weltoffene Stadt, die sich mit ihren Kulturveranstaltungen und ihrer Universität für Ausländer international einen Namen gemacht hat.
Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten
Zentrum der Stadt ist die von der Ringmauer aus der Zeit der Etrusker umgebene Piazza IV Novembre, einer der schönsten Plätze Italiens mit prachtvollen Bauten und dem berühmten Brunnen Fontana Maggiore. Dieser mittelalterliche Brunnen mit seinen von Nicola und Giovanni Pisano geschaffenen Bronzereliefs und Marmorskulpturen stellte die Endstelle eines Aquäduktes dar, das die Stadt mit dem vom Monte Pacciano stammenden Wasser versorgte. Auf einer Seite der Piazza liegt der prachtvolle, aus Travertin und weißem und rotem Bettona Stein gebaute Priorenpalast, der im Mittelalter Sitz der höchsten Autoritäten der Stadt war. In ihm ist die nationale Kunstgalerie Umbriens untergebracht, die wichtigste Sammlung der Region zur Kunst aus der Zeit des Mittelalters bis zur Moderne. Am höchsten Punkt des Platzes erhebt sich die Kathedrale von San Lorenzo, deren Bau im 14. Jahrhundert begonnen und Ende des 15. Jahrhunderts abgeschlossen wurde. In diesem Bauwerk mit seinen drei Kirchenschiffen ist neben der Kapelle des Hl. Bernhard die „Kapelle des heiligen Rings“ (Cappella del Santo Anello) untergebracht, in der einem Volksglauben nach der Ring der Gottesmutter aufbewahrt werden soll. Zu den weiterhin unter dem Aspekt der Kunstgeschichte wichtigen Kirchen der Stadt gehören die Kirche San Pietro mit ihrem sechseckigen Glockenturm sowie die Kirche des Hl. San Domenikus, die an einem malerischen kleinen Platz liegt, der an den Philosophen aus Nola Giordano Bruno erinnert, welcher von Papst Klemens VIII. wegen Häresie zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt wurde.
Die Umgebung
Die Provinz von Peruga ist reich an Orten der Geschichte, die in der ganzen Welt berühmt sind. Assisi, Foligno, Spello, Norcia, Spoleto und Città della Pieve sind nur einige Beispiel von Kunststädten, die nicht nur aufgrund ihres engen Bezugs zum Hl. Franziskus besucht werden sollten. Der Wallfahrtsort Assisi ist vielleicht die bekannteste dieser Städte, die den Heiligen mit der „oberen“ und der „unteren“ Basilika (Basilica Superiore e Inferiore) ehrt, auch wenn hier viele Winkel mehr an den Mönch erinnern, dessen Werk in der Stadt unauslöschliche Spuren hinterlassen hat. In Spello dagegen finden wir die „Kerker des Hl. Franziskus“; das mittelalterliche Städtchen ist vor allen für seine Blumenprozession zum Frohleichnamsfest (Infiorata del Corpus Domini) bekannt. Doch auch Spoleto, Città della Pieve und Norcia bieten zahlreiche und einzigartige Kunstschätze, die dem Besucher einen wunderbaren Einblick in einen wichtigen Teil der Geschichte Italiens geben.
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