Zahlreiche Bauwerke von einzigartiger Pracht zeugen von der glorreichen Vergangenheit der Stadt. Auch die Provinz von Syrakus hat viele Orte und Bauten zu bieten, die von einem Jahrhundert der Verbündung mit dem mächtigen Griechenland erzählen.


Die Geschichte
Die Zeit der Kolonisation durch die Griechen, die Anfang des VIII. Jahrhunderts ganz Ostsizilien betraf, deckt sich zu einem guten Teil mit der ruhmreichen Geschichte von Syrakus. Zunächst, im Jahre 734 v. Chr., waren es die Korinther, die sich auf der Insel Ortigia niederließen und der Stadt ein erstes rasches aber auch von gesellschaftlichen Spannungen geprägtes Wachstum bescherten. Diese erste Blüte des Hofs von Syrakus sollte bis zum Kampf gegen das mächtige Athen andauern, das die Vorherrschaft im Mittelmeerbecken beanspruchte. Doch konnten die Athener nach einer langen Belagerung schließlich besiegt werden. Im Jahre 878 wurde Syrakus von den Arabern eingenommen, 1038 von den Byzantinern erobert und kam anschließend unter die Vorherrschaft zunächst der Normannen, dann der Hohenstaufen und der Aragonier. Unter den Spaniern schließlich wurde die Stadt zu einer militärischen Festung, doch das mächtige Erdbeben im Jahre 1693, das ganz Ostsizilien betraf, verwüstete die Stadt und ihre Umbebung. Zwischen dem Ende des 19. und dem Beginn des 20. Jahrhunderts erlebte die gesamte Provinz und insbesonders Syrakus eine Zeit der einschneidenden Umwandlungen, und während des Zweiten Weltkrieges erlitt die Stadt und ein Teil der Provinz durch die Bomben der Engländer und Amerikaner sowie, nach der Ankunft der Alliierten, der Deutschen, schwerste Schäden.
Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten
Unsere Tour zur Besichtigung der Stadt beginnt am besten am Dom; der einstige Tempel der Athene aus dem Jahre 480 v.Chr. wurde mehrmals umgebaut und glänzt mit einem Taufbrunnen aus dem XIII. Jahrhundert. Der Domvorplatz dagegen hat drei prachtvolle Barockpaläste zu bieten, darunter den Palazzo Beneventano del Bosco und den Senatspalast. Zu den interessantesten Kirchen der Stadt gehören Santa Lucia, die Jesuitenkirche, die Kirche San Benedetto und die nahe gelegene Martinskirche mit einem schönen Portal im gotisch-katalanischen Stil. Auf der Piazza Archimede bewundern wir den aus dem 19. Jahrhundert stammenden Artemide-Brunnen und anschließend die Kirche San Francesco allImmacolata mit ihrem Glockenturm aus dem 19. Jahrhundert. Auf Kunstfreunde warten die in einem ehemaligen Kloster untergebrachte städtische Galerie für zeitgenössische Kunst, der Palazzo Dongiovanni und die Kunstgalerie der Region mit prachtvollen Gemälden und mehreren wertvollen Objekten der sakralen Kunst. Doch sollten wir bei unserer Besichtigung der Stadt keinesfalls das arabische Viertel mit seinen engen Gassen und zahlreichen Zeugnissen der griechischen Antike auslassen, wie etwa dem Apolltempel, dem griechischen Theater, dem Dionysius-Ohr (Orecchio di Dionisio) und dem etwa 200 langen Opferaltar Hieron II. aus dem III. Jahrhundert v. Chr.
Die Umgebung
Die Bedeutung der sizilianischen Stadt im griechischen Großreich wird durch zahlreiche Zeugnisse deutlich, die wir in der Umgebung antreffen, wie etwa den Tempel des Olympischen Zeus (Tempio di Giove Olimpico) aus dem VI. Jh. V. Chr. Von der Mündung des Flusses Ciane aus starten wir zu einer wunderschönen Bootsrundfahrt, die uns durch eine üppige Papyrusvegatation führt. Als erstes kommen wir zum auf einer Halbinsel gelegenen Augusta mit seinem von Friedrich II. gebauten Hafen; die Stadt hat ihre Entwicklung neben der Fischerei und der Sardinenindustrie auch der Landwirtschaft mit Weizen, Öl, Wein, Karuben und Mandeln zu verdanken. Lentini dagegen, in einer fruchtbaren Gegend am gleichnamigen Ufer gelegen, ist das alte Leontini, eine Kolonie der Griechen aus dem VIII. Jh.; im Jahre 433 v. Chr. mit Athen verbündet, kam die Stadt etwa zehn Jahre später unter die Herrschaft der Syrakuser. Während des Zweiten Punischen Krieges wurde sie von den Römern erobert, anschließend von den Arabern und den Normannen regiert; in der unmittelbaren Umgebung der Stadt fand man zahlreiche Stücke, die von ihrer abwechslungsreichen Geschichte berichten. Heute ist das unter den italienischen Faschisten urbar gemachte Gebiet für seine Zitrusfrüchte bekannt.
Carlentini · Noto · Siracusa · Sortino · Augusta ·