DIE BEIDEN TEILE VON BARI

Bari ist eine große Stadt mit einer bedeutenden Handelstätigkeit und der Faszination zahlreicher architektonisch wertvoller Bauten.

Die Geschichte

Der Ursprung der Provinzhauptstadt Bari ist aller Wahrscheinlichkeit nach illyrisch, während Bari unter der römischen Herrschaft zum municipium und als zu den Claudiern gehörig erklärt wurde. Die Geschichte der Stadt ist hauptsächlich durch eine Aufeinanderfolge von Besatzungen gekennzeichnet, die einen echten Aufstieg stets verhindert haben. Dazu gehörten: die Goten, die Langobarden, die Byzantiner, die sie mehrmals zerstörten, die Sarazenen von Kalabrien, Ludwig II., die Venezianer, die Normannen, Lothar II., Wilhelm I. („der Böse“ genannt), der sie vollständig zerstörte; die Schwaben, die Aragoner, das Haus Anjou, die Herzöge von Mailand und die Spanier, denen es gelang, die Stadt erneut zum Abstieg zu bringen. Im 18. Jahrhundert, nachdem die Bourbonen  in Neapel den Thron bestiegen hatten, begann für Bari endlich eine Zeit der großen Reichtümer. Nachdem es von den Truppen des Kardinals Ruffo im Jahr 1799 ausgeplündert worden war, wurde das Städtchen von den Franzosen besetzt und erlebte mit Gioacchino Murat einen neuen Impuls. Dann gelangte es erneut in die Hand der Bourbonen, die bis 1860, dem Jahr seines Beitritts zum Italienischen Staat, an der Herrschaft blieben.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Bari besteht aus zwei genau voneinander geteilten Teilen. Zwischen dem Schloss und dem Alten Hafen befindet sich die Altstadt mit einem Labyrinth aus engen Gassen, geschlossenen Höfen, Turmhäusern und sich über die Straßen spannenden Bögen. Gioacchino Murat, dem Herrscher des Königreichs beider Sizilien, ist dagegen die Gründung der Neustadt geschuldet, die zu einer beträchtlichen Erweiterung des Stadtgebietes führte. Bari, Absatzhafen eines überaus fruchtbaren Hinterlands und Seefahrtsstadt mit alter Tradition, kann seit Zeiten auf eine rege Handelstätigkeit blicken, die durch die in jüngerer Zeit erfolgte industrielle Expansion noch beträchtlich verstärkt wurde. Als Zentrum der Verarbeitung und Konservierung von Landwirtschafts- und Fischprodukten entstanden, kann es heute auch auf viele andere Sektoren verweisen, nicht zuletzt dank der Präsenz eines Wärmekraftwerks und einer Erdgasleitung. Zu besichtigen: das Schloss mit dem “Mastio” (Hauptturm) und den zwei kleineren Türmen; die romanische, auf den Resten eines antiken byzantinischen Doms errichtete romanische Kathedrale San Sabino, das Diözese-Museum, in dem heilige Paramente und viele andere Gegenstände ausgestellt sind. Von den Sakralbauten seien hier die Kirchen San Nicola und San Gregorio aus byzantinischer Zeit sowie Santa Maria del Popolo genannt.

Die Umgebung

In der Provinz von Bari findet man zahlreiche bedeutende Städte. Monopoli ist wegen seiner strategischen Lage oft von Piraten angegriffen worden, was erst im Mittelalter aufhörte, als Spanier und Venezianer wirtschaftlichen Reichtum brachten. Giovinazzo, das aus der Zeit der Peuketier stammt, erstreckt sich mit seinen zur Zeit der Römer gebauten Verteidigungsmauern an der Küste entlang. Das von den Griechen gegründete Polignano Mare liegt auf einer felsigen Hochebene mit Blick aufs Meer. Ihr besonderes Kennzeichen sind die Grotten mit zahlreichen Kastformationen, die bereits in prähistorischer Zeit existierten.