DIE NATURPFADE

In der Stille der Alpen auf grünen Wegen und Pfaden mitten durch das natürliche Universum des Nationalparks Gran Paradiso.

Auf die Natur zu treffen ist im Parco Nazionale Gran Paradiso leicht, man braucht nur den schmalen hellen Streifen zu folgen, die sich aus dem grünen Meer der Wiesen abheben. Es handelt sich um so genannte „grüne“ Wege, ausgeschilderte Naturpfade, die durch das Territorium führen und auch in den Naturführern verzeichnet sind, die den Besucher durch den „Dschungel“ des Parks geleiten, wo ihn verborgene Orte und reizvolle Szenarien erwarten. 
So führen die Naturpfade, die es gegenwärtig nur auf dem Gebiet des Piemonts gibt, ins Vallone del Roc Nasca (ein Seitental des Val Orco), in eine jahrhundertealte grüne Landschaft, in der die Einwirkung des Menschen, der hier gelebt hat, noch an Hand von Resten von Terrassierungen, kleinen Ortschaften, Häusern und in den Wäldern zu sehen ist. In demselben Tal, in Ceresole Reale findet man die Strecke “I sensi in gioco” (in etwa: „Mit allen Sinnen“), einen Weg, der für Behinderte (Blinde oder Körperbehinderte) bestimmt ist: er weist eine nur geringe Steigung auf und ist mit einem Geländer versehen. 
Weitere Wege sind der durch die Talsohle Chanavey im Val di Rhêmes führende einfache Weg, auf dem man vom Besucherzentrum in Chanavey durch das Tal bis nach Pellaud gelangt; der Wanderweg des Colle della Losa, eine internationale Brücke, die den Parco del Gran Paradiso mit dem französischen Park der Vanoise verbindet; die Wanderroute im Valsavarenche, Eaux Rousses – ein ausgedehnter Spaziergang, der an kleinen Trockenmauern, roten Quellen und historischen Zeugnissen vorbeiführt. Auf dieser Strecke befindet sich auch das berühmte Jagdhaus von Orvieille, das im vergangenen Jahrhundert von der Savoyischen Königsfamilie (Herrscherfamilie zur Zeit des Italienischen Reichs zwischen 1861 und 1946) errichtet und genutzt wurde.
Wenn man dagegen den Ringweg des Mont Seuc a Cogne, einen Naturpfad mit 15 (!) Raststellen, der vom Gipfel des Mont Seuc bis in die Wälder hinunter führt, einschlägt, kann man das wirklich atemberaubende Panorama des Valnontey und der Gletscher des Bergmassivs Gran Paradiso genießen.