DIE SCHÄTZE DER ERDE

Das Tal von Bobbio ist eine wunderbar verborgene Gegend im Apennin von Piacenza. Grüne Wälder, das blaue Wasser des Flusses Trebbia, die rustikalen Geschmacksrichtungen der Küche und die Faszination einer tausendjährigen Geschichte machen dieses Tal zu einem Eckchen Paradies, das es ganz zu erkunden gilt.

Dank seiner strategischen Position beherrschte Bobbio einst die berühmte Salzstraße, die von Piacenza nach Genua führte und Kern- und Angelpunkt des ganzen byzantinischen Reiches war. Die Straße, die heute “degli Abati” (der Äbte) heißt, wurde in der Zeit zwischen 600 und 1000 von den Pilgern genutzt, die auf dem Weg zum Papst in Rom waren.
Die herrliche Landschaft, die der seines Heimatlandes ähnelte, inspirierte den irischen Mönch Kolumban, im 6. Jahrhundert genau an diesem Ort eines seiner Klöster zu gründen. Ein Beweis der Existenz dieses Abts ist die kuriose Brücke des Städtchens, die eine originelle wellige Form aufweist. Die Legende will, dass sie in nur einer Nacht vom Teufel gebaut worden sei, auf das Versprechen des Mönchs hin, ihm die Seele der ersten Person zu überlassen, die sie überqueren würde - der schlaue Ire jedoch ließ einen Hund darüber laufen und der Teufel war der Genasführte. 
Die Geschichte hat in diesem kleinen ländlichen Ort viele schöne Sehenswürdigkeiten hinterlassen, welche die Jahrhunderte überlebt haben. Wenn man durch das Tal läuft, stößt man auf einsame Abteien, Museen mit den prägnantesten kulturellen und künstlerischen Zeugnissen der Gegend und mittelalterliche Schlösser. Und wer Festungen mag, für den ist auf der Anhöhe oberhalb von Bobbio das Schloss Malaspina aus dem 14. Jahrhundert geöffnet, das Schauplatz der blutigen Kämpfe zwischen den Guelfen und den Gibellinen war. Bei einem Bummel durch die engen Steinstraßen der tausendjährigen Ortschaft entdeckt man auch die Abtei des Heiligen Kolumban. In ihren Innenräumen wurde ein Museum eingerichtet, in dem auch Fragmente palästinensischer Ampullen zu sehen sind, mit denen die Pilger das Öl aus dem Heiligen Land hierher brachten.   
Unweit des mittelalterlichen Ortes findet man ein kleines Eckchen des Paradieses, die Oase der Ghirlandi. Dieses WWF-Schutzgebiet ist zwar nur 600 Hektar groß, aber dadurch so bemerkenswert, dass hier die Landschaft und die Tierwelt des Apennins intakt geblieben ist. Man kann zahlreiche Vogelarten bewundern: den  Pirol mit seinem melodiösen Gesang, Purpur- und Graureiher, Milan, Fischadler und Storch. Zu den Raritäten der Vegetation gehören 32 (!) Arten wilder Orchideen.
Das Wandern auf diesen wunderbaren Wegen macht hungrig. Die Wanderer können in 36 Agritourismen, in Hotels und Gasthäusern rasten, wo sie typische und sehr schmackhafte kulinarische Spezialitäten kosten können: von Maccheroni alla bobbiese über die duftenden Trüffel aus den umliegenden Wäldern bis zum körperhaften, holzartigen Geschmack des Weines,  Trebbianino. Man sagt, dass es die Mönche gewesen seien, die in dieser Gegend den Weinbau wieder einführten, der während des Mittelalters vernachlässigt worden war.