DIE VERSCHIEDENEN FACETTEN APULIENS

Die im Juni 2004 gegründete Provinz Barletta Andria Trani wird 2008 rechtskräftig; sie ist gemeinsam mit Monza Brianza und Fermo eine der drei neuen italienischen Provinzen, die gemeinsam den parlamentarischen Gründungsweg gegangen sind.

Die Geschichte

Die Geschichte von Barletta begann mit der antiken römischen Stadt Bardum (oder Barlum), die im Mittelalter als Festung der Normannen erblühte, jedoch unter dem Haus von Anjou ihren größten Glanz erlebte. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts, während des Französisch-Spanischen Krieges, wurde die Stadt zum Schauplatz historischer Ereignisse, während sich hier im zweiten Weltkrieg die erste Veranstaltung der italienischen Widerstandsbewegung gegen die Nazitruppen ereignete, die durch den Staat mit bedeutenden Auszeichnungen gekrönt wurde.
Andria war seit der Prähistorie bewohnt und wurde möglicherweise durch die Griechen gegründet. Zur Zeit der Römer war es vermutlich eine Station der Via Traiana. Unter Friedrich II. wurde sein Wert erhöht, der die Entwicklung der Stadt durch Privilegien und Steuerbefreiungen begünstigte, sie zu seinem Wohnsitz erwählte und in der Umgebung die Festung Castel del Monte erbauen ließ. Nach seiner Eingliederung in das Königreich beider Sizilien teilte es bis zur Vereinigung Italiens dessen Geschicke.
Trani soll von Tyrrhenos, dem mythischen Sohn des Helden Diomedes, gegründet worden sein. Historische Schriftstücke belegen, dass es bis zum Ende des Westlichen Römischen Reichs unter der Herrschaft der Römer stand. Nach einem wechselhaften Schicksal fiel es in die Hände der Griechen und der Normannen und erreichte eine solche wirtschaftliche Blüte und Wohlhabenheit, dass es zum Handelszentrum zwischen dem Mittleren Osten und den anderen Staaten Italiens wurde. Zur normannisch-schwäbischen Zeit, die über zwei Jahrhunderte währte, erreichte Trani seine größte wirtschaftliche Stärke, die sich auch in der Errichtung vieler prächtiger Bauwerke niederschlug. Nach kurzen venezianischen Herrschaftszeiten ging die Stadt in spanische Hand über, die sie zum politischen, Gerichts- und Verwaltungszentrum krönte. Im 18. Jahrhundert wurde die Stadt durch französische Truppen stark ausgeplündert, was zum Verfall von Trani und letzten Endes zur Bevorzugung Baris bei der Auswahl der Provinzhauptstadt führte.

Die Städte und ihre Sehenswürdigkeiten

Barletta verfügt über einen sehr langen Sandstrand, der durch den Handelshafen in “Ponente” und “Levante” unterteilt ist. An der Küste gibt es viele Strandbäder und gute Hotels, in denen Urlauber aufs Beste aufgenommen werden. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt sind das Schloss, der Bronze-Koloss Herakles neben der Kirche del Sepolcro, die Kathedrale, ein strahlendes Beispiel für die Verschmelzung von romanischer und gotischer Kunst, die Cantina della disfida, der Palazzo Della Marra, einziges Exemplar des Barocks von Lecce außerhalb von Salento, und die Ausgrabungsstätte in Canne.
In Andria gibt es den Dom zu besichtigen, der auf einer früheren Kultstätte aus dem 9. Jahrhundert errichtet und in Folge zahlreicher unterschiedlicher Herrschaften und Zerstörungen mehrmals und in immer wieder neuen Stilrichtungen aufgebaut wurde. Auch an anderen Sakralbauten mangelt es nicht: die Kirchen Sant’Agostino, San Francesco, San Domenico und Santa Maria di Porta Santa. Schließlich der im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaute und erweiterte Palazzo Ducale, der an Stelle eines früheren Wachturms errichtete Uhrenturm, das Diözese-Museum, in dem zahlreiche liturgische Instrumente und Kunstwerke (darunter auch eine byzantinische Ikone von der Jungfrau mit Kind, eine der schönsten Ikonen Apuliens) aufbewahrt werden. 
Die Kathedrale von Trani ist vielleicht das schönste und berühmteste Bauwerk der apulischen Romanik; zu dieser Anerkennung hat sicher auch die herrliche Kulisse ihren Teil beigetragen, in die sie eingefügt ist: ein wunderschöner, großer, direkt am Meer gelegener Platz. Daneben haben auch das Diözese-Museum und das schwäbische Schloss Gebäude große Bedeutung; das Museum besteht aus der Pinakothek, einem Saal mit Kirchengerät und Grabkeramiken, die vor allem aus der Totenstadt von Canosa stammen. Das Schloss bietet einen rechteckigen Umriss mit Ecktürmen verschiedener Höhe und ist eines der wenigen, die sich die beeindruckende Schönheit ihrer ursprünglichen Formen bewahrt haben.

Die Umgebung

In der Umgebung der drei Städte erheben sich diverse Baudenkmäler, die von dem historischen und kulturellen Reichtum des Territoriums zeugen. Die Basilica di Santa Maria dei Miracoli, die auf das 16. Jahrhundert zurückgeht, wurde oberhalb einer Grotte errichtet, welche die Krypta der Kirche bildet. Das Monumento della Disfida di Barletta steht an der Stelle, wo sich die Schlacht zwischen den 13 von Ettore Fieramosca befehligten Italienern und 13 französischen Soldaten abspielte; das Castel del Monte dagegen ist Ausdruck reifster schwäbischer Architektur, mit offensichtlich gotisch-zisterziensischen Stil-Einflüssen. Es wurde von Friedrich II. als Jagdschloss erbaut, jedoch dann vor allem als Gefängnis genutzt. Zu den wichtigsten Ortschaften der neuen Provinz gehören: Margherita di Savoia, für seinen Bade- und Thermentourismus berühmt, die eine bemerkenswerte Entwicklung erfahren haben, und Bisceglie, von dessen Ursprüngen Gebäude zeugen, die im Mittelalter von den Normannen errichtet und später von den Aragonern restauriert wurden.