EIN MUSEUMSBUMMEL IN SIENA

Bei einem Spaziergang durch die alten engen Gassen von Siena entdeckt man prächtige historische Bauten, hinter deren mächtigen Mauern großartige Renaissance-Gemälde verborgen sind.

Es gibt viele Orte, an denen man Gemälde und Fresken der bedeutendsten Meister der Sienaer Renaissance bewundern kann: ein Beispiel dafür ist das Museo Santa Maria della Scala auf der Piazza Duomo, das übrigens bis zum 19. Februar 2006 eine multidisziplinäre Ausstellung über das Thema Geburtshilfe zwischen dem Mittelalter und der heutigen Zeit beherbergt hat, die von der Università degli Studi di Siena, Bereich Medizingeschichte, in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung organisiert wurde. Die Ausstellung umfasste eine Auswahl von Kunstwerken der verschiedenen Jahrhunderte, deren Gegenstand die Geburt war und zu denen auch Ikonen über Christi Geburt, die Heilige Jungfrau und Johannes den Täufer gehörten. 
Auch die Pinacoteca di Siena ist einen Besuch wert: hier findet man die größte Gemäldesammlung der Stadt, aus der Zeit ihrer Gründung bis ins 18. Jahrhundert. Seit den zwanziger Jahren ist sie in dem prunkvollen Palazzo Buonsignori e Brigidi untergebracht und vereint unzählige Werke großer Meister und Gemälde weniger bekannter, aber dennoch sehr interessanter Maler. Von den vielen Kunstwerken seien hier genannt: die “Madonna dei Francescani” (Madonna der Franziskaner) von Duccio di Buoninsegna (1255-1388), die “Madonna col Bambino” (Jungfrau mit Kind) von Simone Martini (1280-1344), die “Annunciazione” (Verkündigung) von Jacopo della Quercia (1374-1438) und das Altarbild “Pala del Carmine” von Pietro Lorenzetti (1280-1348). Darüber hinaus gibt es unter den Sienaer Werken des 16. Jahrhunderts sehr wertvolle Gemälde von Giovanni Antonio Bazzi (“der Sodomia” genannt) aus Vercello und von Domenico Beccafumi. – Ein kleines Universum, das es ganz und gar zu entdecken gilt und das seine Besucher an den Werktagen zwischen 8.15 und 19.15 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 8.15 bis 13.15 Uhr erwartet.
Von bemerkenswerter Schönheit ist auch das Dommuseum von Siena, das täglich zwischen 9.00 und 19.30 Uhr geöffnet ist. Hier sind herrliche Gemälde und Bilder der größten Maler der Stadt aus der Zeit zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert zu sehen. Interessant sind die heiligen Paramente, die Reliquien und die wertvollen liturgischen Geräte. Hierzu gehören auch 10 Skulpturen von Giovanni Pisano (1245-1314), die einst die Fassade des Doms schmückten. Einen Hinweis verdient auch die berühmte “Maestà” (Erhabenheit) von Duccio di Buoninsegna.