EIN UMTRUNK IM GRÜNEN HERZEN ITALIENS

Die Region Umbrien zu durchqueren bedeutet, die Tausend Nuancen dieses Fleckchens Erde zu begreifen; es ist eine farbenfrohe Landschaft, reich an Geschichte und mit dem unverkennbaren Duft der Weinstöcke.

Umbrien zeigt sich wie ein chamäleonartiges Stück Erde mit Tausend Gesichtern: mit Hecken oder Mäuerchen umzäunte Felder wechseln sich mit Pflanzungen, kleinen Wäldern, mit Olivenhainen und Sonnenblumenfeldern, mit felsigen Hochebenen und welligen Hügeln ab. Sehr unterschiedlich sind auch die Dialekte, ein Gemisch aus den Mundarten der Toskana, der Marken und des Latiums. Aber allen Bewohner gemein ist die Liebe für diese Erde und ihren Traditionen, die alle von einem Symbol umschlossen werden: den Weinreben.
Seit eh und je gehört der Wein zur Kultur Umbriens, verewigt in seiner Geschichte. Die Liebe zum Wein wird sogar in den Reliefs der Kirchenfassaden erzählt. Dank des extrem milden Klimas und der optimalen Bodendurchlässigkeit, die das Wachstum und Reifen der Trauben begünstigt, ist diese kleine Region zu einem Land großer Weine geworden. Früher von den Weinbauern verschmäht, ist er jetzt das Elixier, das die Reisenden auf ihrer Entdeckungsreise begleitet, auf der Suche nach den bunten Schätzen Umbriens, dort wo das “Cuore Verde d’Italia”, das “Grüne Herz Italiens” durch Kunst, Geschichte, Handwerk und Gastronomie von sich selbst erzählt. Wenn man entlang der Weinberge der Weinstraße folgt, hat man die Möglichkeit, Weinkellereien zu besichtigen und die typischen Produkte zu probieren, aber auch in die Geschichte Umbriens einzutauchen und die Vergangenheit in antiken Ortschaften, Villen, Burgen und Schlössern vorüberziehen zu lassen.
Auf diesen Routen des feinen Geschmacks werden nicht nur die göttlichen Noten Umbriens gepriesen –zwei DOCG-Weine (vini a Denominazione di Origine Controllata e Garantita - Qualitätsbezeichnung für Waren aus bestimmten Herkunftsgebieten), und zwar der Forgiano Rosso Riserva und der Sagrantino di Montefalco, elf DOC-Weine (Denominazione di Origine - Wein mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung) und sechs IGT-Weine (Indicazione Geografica Tipica – Wein mit typischer geographischer Angabe)– , sondern auch die Spezialitäten der guten Küche: Linsen, Zweikorn, Trüffel, Fisch, Schwein, Taube, sowie das Olio extravergine d’oliva DOP “Umbria” (die einzige italienische Bezeichnung, die die ganze Ölproduktion der Region deckt), der Norcia-IGP-Schinken (Indicazione Geografica Protetta – Produkt mit geschützter geographischen Angabe) und die Castelluccio-IGP-Linsen. Die einfachen Rezepte der lokalen Küche – alle volkstümlicher und bäuerlicher Herkunft- sind in der Region und ihren Ressourcen verankert. Die typischen Produkte sind die Grundlage vieler klassischer Gerichte: hier einige von ihnen: die „Palombacci alla ghiotta“ (ein Fischgericht), das „Tegamaccio di pesce del lago Trasimeno (Pfannengericht mit Fisch aus dem Trasimeno-See), die „Porchetta“ (Spanferkel), die „Stringozzi“ (Teiggericht), die „Zuppa di lenticchie“ (Linsensuppe), die „Arrosti misti“ (gemischtes gebratenes Fleisch) die „Focacce al formaggio“ (Käsefladen), das „Pampepato di Terni“ (süßes Gebäck), und weiter die mit Mandeln gefüllte Feigen und „Amelia“-Nüsse.
Man braucht nur eine der vier bezaubernden Weinstraßen zu nehmen, um mit dieser Erde in geistigen Einklang zu kommen, von der „Strada dei vini del Cantico“ zur „Strada dei vini Etrusco Romana“, von der „Strada dei Colli del Trasimeno“ zur „Strada del Sagrantino“, eine perfekte Verbindung zwischen dem Antiken und Modernen, wo Klöster, Gehöfte, Abteien, Burgen und Schlösser sich harmonisch in das Umbrien integrieren, in dem Musik, mondänes Vergnügen von internationalem Rang –wie zum Beispiel das Umbria Jazz oder Spoleto Festival- von großer Bedeutung sind.