EINE AUSSTELLUNG UNTER FREIEM HIMMEL IN CASTEL BOLOGNESE

In der Ortschaft in der Provinz Ravenna kann man bei einem Rundgang durch die Stadt ein interessantes Freilichtmuseum bewundern, das dem Bildhauer Angelo Biancini gewidmet ist.

Im Tourismusgebiet der „Terre di Faenza“ gibt es einen Ort, wo Kunst und Landschaft auf perfekte Weise Hand in Hand gehen und Ausdruck in einem kostbaren Freilichtmuseum finden. Wir befinden uns in Castel Bolognese, im Landesinneren der Ebene um Ravenna, wo man seit 1995 in den Straßen, auf den Plätzen und in den Alleen einige wichtige Werke von Angelo Biancini bewundern kann. In den Straßen und auf den Plätzen des Stadtzentrums befinden sich etwa zwanzig Skulpturen und Platten aus Bronze, Metalllegierung, Zement und emaillierter Keramik.
Die Werke, die Castel Bolognese schmücken, stellen einen idealen Rundgang durch die Kunstgeschichte des Biancini dar und folgen seiner künstlerischen Entwicklung von den Dreißiger Jahren bis zu seinem Tod 1988. Um einige der wichtigsten Werke zu nennen: „La mondina romagnola“ und „Madre in attesa“ (1973), „La madre del legionario“ (1935), „Le donne eroiche“ (1961), „Via Crucis“ (1977), „Albero della vita“ (1983).
Bei einem Stadtrundgang begegnen einem Statuen, die mit den Bäumen der Alleen verschmelzen, Werke, die den Hauptplatz bereichern, und Skulpturen, die die Eingangstore des Ortes kennzeichnen. Der große Vorteil dieses Freilichtmuseums ist die Tatsache, dass es dazu beiträgt, das Talent des Biancini aufzuwerten, einem originellen und unverblümten Artisten.
Neben den Skulpturen unter freiem Himmel beherbergt Castel Bolognese auch einige Werke des Künstlers in der Kirche des Hl. Franziskus, im Altenheim, in der Mittelschule Pascoli und im Krankenhaus sowie im Stadtmuseum (wo daneben auch Werke des Piancastelli, Guidi und Bernardi bewundert werden können).

ANGELO BIANCINI
Der Künstler hat Castel Bolognese, wo er 1911 geboren wurde und 1988 starb, nie verlassen. Während seiner Jugend entwickelt sich seine Tätigkeit als Bildhauer gleichermaßen mit der des Keramikers: Nach seiner Ausbildung in Florenz zuerst an der Akademie, dann in der Werkstatt von Libero Andreotti, arbeitet Biancini mit der italienischen Keramikgesellschaft in Laveno zusammen. Er erhält 1933 den Anerkennungspreis für die „Littoriali a Firenze“ und nimmt ab diesem Zeitpunkt an zahlreichen Wettbewerben teil, die ihm bedeutende Erfolge bringen; ab 1943 stellt er in Italien und im Ausland aus, und seine Werke sind Teil der größten internationalen Sammlungen.
Während seiner Karriere arbeitet Biancini für verschiedene und einflussreiche Auftraggeber, darunter Politiker, kirchliche Würdenträger, öffentliche und private Einrichtungen. Dabei verwendet er jedes Mal andere Materialien - von der Keramik bis zu Bronze, von den Metalllegierungen bis zum Marmor - um jedem einzelnen Thema maximalen Ausdruck zu verleihen.
Nach dem 2. Weltkrieg zeichnet sich sein am Kubismus und an der abstrakten Kunst inspirierter Stil, der jedoch gleichzeitig frei ist und an seinen markanten und entschlossenen geometrischen Zügen erkennbar ist, offen ab. Unabhängig in seinen Ideen, im Stil und im Schaffen, bleibt seine Verbundenheit mit seinen Leuten und zu seinem Land prägend, aus der seine Inspirationen kommen und die im leidenschaftlichen und instinktiven Charakter seiner Werke ihren Ausdruck findet.