ENNA, DER BAUCHNABEL SIZILIENS

Enna, mit seiner Höhenlage von ca. 1.000 m üdM. die am höchsten gelegene Provinzhauptstadt Italiens, liegt in der einzigen Provinz Siziliens, die keine Küste zu bieten hat und zudem die am wenigsten besiedelte Provinz der Insel ist.

Die Geschichte

Trotz seiner Höhenlage, die die denkbar besten Voraussetzungen zur Verteidigung der Stadt bot, fiel Enna im Laufe seiner Geschichte immer wieder den verschiedensten Fremdherrschaften zum Opfer. Wie ganz Sizilien so wurde auch Enna zunächst, im VII. Jahrhundert v.Chr., von den Griechen eingenommen, dann, im Jahre 395 v.Chr., von den Syrakusern belagert und später von den Karthagern erobert, die die Stadt für eine kurze Zeit regierten. Den Karthagern folgten die Römer, die die Stadt zu einem wichtigen Zentrum ihres Weizenhandels machten; allerdings führte die Ausbeutung der auf den Feldern arbeitenden Sklaven im Jahre 135 v.Chr. zu einem Aufstand, der sich bald über die gesamte Insel ausdehnen sollte. Im Jahre 859 fiel die Stadt unter die Vorherrschaft der Araber, die sie 1087 an die von Friedrich II. angeführten Normannen abtreten mussten. Nach einer Zeit des Niedergangs im XVII. Jahrhundert begann die Stadt mit der Vereinigung des italienischen Reiches im Jahre 1860 endlich wieder aufzuleben. Heute zeichnet sie sich durch eine vorwiegend landwirtschaftliche Ökonomie und den Handel mit ortstypischen Produkten aus, auch wenn sie sich in den letzten Jahrzehnten dank ihrer Vielzahl an Schönheiten der Natur und der Baukunst eine zunehmend wichtigere Position im Bereich des Fremdenverkehrs erobern konnte.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Die Stadt hat zahlreiche interessante antike Bauwerke zu bieten, wie vor allem das Castello di Lombardia, das mit dem Friedrichsturm (Torre di Federico II) das wichtigste Verteidigungsbauwerk von Enna darstellte. Die Burg hat drei Innenhöfe, und zwar den nach dem Hl. Nicolas benannten Hof, der heute als Freilichttheater genutzt wird, den Magdalena-Hof mit den Stallungen und den St. Martinshof, an dem die königlichen Gemächer liegen. Der vom König der Hohenstaufen angelegte Friedrichsturm gegenüber der Burg war ursprünglich von drei Wehrtürmen umgeben, von denen heute allerdings nur noch Überreste zu sehen sind. Der in der Nähe des Castello di Lombardia liegende Dom wurde auf Anlass der Gattin Friedrichs von Aragon gebaut und zwischen dem XVI. und dem XVII Jh. nach einem Brand im Barockstil wieder aufgebaut, auch wenn im Inneren des Gotteshauses noch Spuren der gotischen Baukunst zu sehen sind. Das gleich hinter dem Dom gelegene Museum Alessi entstand Ende des 19. Jahrhunderts und bewahrt den Domschatz mit vielen wertvollen Schmuckstücken und sakralen Gegenständen auf. Doch wird das Stadtbild Ennas durch zahlreiche weitere Gotteshäuser verschönert, wie etwa die Kirchen San Francesco d’Assisi, San Marco und Santa Chiara, welche später zur Gedenkstätte für Kriegsopfer wurde.

Die Umgebung

Von Enna aus besichtigen wir zunächst den See von Pergusa und die alten Wohnorte Calascibetta und Leonforte. Doch hat die Provinz von Enna viele weitere Sehenswürdigkeiten zu bieten, die wir auf unserer Reise zur Entdeckung antiker Zivilisationen nicht auslassen sollten, wie etwa Assoro oder Agira, die Heimat des Geschichtsschreibers Diodoro Siculo. Regalbuto wartet ebenfalls mit zahlreichen interessanten Bauwerke auf unseren Besuch, wie mit der dem Hl. Basilius geweihten Chiesa Madre und mit Santissima Maria della Croce, die in die nationale Liste der schönsten Bauten Italiens aufgenommen wurde. Weiter geht unsere Tour durch das Innenland der Insel nach Centurie, einem wichtigen alten Kontenpunkt auf dem Handelsweg zwischen der Ebene von Catania und den Bergen, nach Barrafranca und nach Pietraperzia, zwei Orten, die durch ihre ocker getünchten Häuser eine ganz besondere Ausstrahlung erhalten, zum von den Muselmanen gegründeten Aidone und nach Troina, deren Ursprung durch die Präsenz von Grabstätten der Sikuler und durch Ausgrabungen der Reste einer Ringmauer aus der Zeit der griechischen Fremdherrschaft belegt wird. Zum Abschluss unserer Tour besichtigen wir das alte Nicosia, das seine Blütezeit unter den Normannen erlebte.

 

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