ENTLANG DER CHIANTI-STRASSE

Entlang der Route auf der Suche nach der erlesenen Traube des Chianti Classico und der bäuerlichen Tradition der Toskana, die von den antiken Landgütern, zwischen Pfarreien, Schlössern und mittelalterlichen Ortschaften erzählt.

Es ist nicht einfach, dem Gesang des „Gallo Nero“ (schwarzer Hahn), dem Markenzeichen des Chianti Classico, zu folgen. Auf der Suche nach dem Chianti Classico und der magischen toskanischen Tradition ist es nahezu unvermeidlich, dass sich der Kundschafter zwischen leeren von Sangiovese-Weinbergen gesäumten Straßen, sanften Hügeln, dichten von Wildschweinen und Damhirschen bevölkerten Wäldern und Wehrdörfern verliert.
Es gibt keine offizielle, von der Region anerkannte Route, sondern ein ganzes hufeisenförmiges Gebiet, welches Teile der Provinz Sienas und Florenz umfasst; im Jahre 1932 wurde beschlossen, dass einzig und allein Trauben aus diesem Gebiet zur Produktion des berühmten Weines herangezogen werden dürften.
Dieses Gebiet ist sozusagen ein exklusives Weinanbaugebiet; zirka sieben tausend Hektar Weinberge verlieren sich –so weit das Auge reicht– zwischen den Gemeinden Greve in Chianti, Radda in Chianti, Gaiole in Chianti und Castellina in Chianti und berühren auch Castelnuovo Berardenga, Poggibonsi, Barberino Val d’Elsa, Tavernelle Val di Pesa und San Casciano in Val di Pesa.
Eine Reise zu den stimmungsvollen Orten des Chianti könnte in Impruneta beginnen; hier wurde zum ersten Mal in Italien das Winzerfest gefeiert und hier findet auch jedes Jahr in Erinnerung an diese erste Feier am letzten Septembersonntag das Weinfest statt. Nachdem man dann diese Pforte überschritten hat, erscheint soweit das Auge reicht eine weite, mit endlosen Reihen von Weinstöcken durchzogene Ebene, nur hin und wieder von bebauten Feldern oder einem Gutshof unterbrochen. Sie sind heute zu renommierten Weinkellern geworden, in denen man die Kunst des Weinbaus kennen lernen kann.
Dem Lauf des Flusses Greve folgend, stößt man auf bezauberndeWehrdörfer, als erstes Greve in Chianti, berühmt für seinen typischen von Arkaden eingesäumten Marktplatz; dann Montefioralle mit seinen Gässchen, die Kirchensprengel und Schlösser von Badia a Passignano, wo ein antikes Kloster liegt, dann die stattliche Kirche von Panzano und die faszinierende Burg von Volpaia.
Und wenn man dann weiter die Gutsstraße hinuntergeht, stößt man auf die „Muschel“ des Chianti, die mittelalterliche „Radda“, das Herz des Chianti Classico Gebietes; der besondere Beiname ist der charakteristischen Elypsenform zuzuschreiben. Die typische Szenerie der Schlösser und Ringmauern wird in Gaiole in Chianti unterbrochen, Durchgangsort und Marktplatz, und wird dann auf der Straße Richtung Siena wieder aufgenommen. Auf diesem Weg zwischen Brolio –dank der Baronen Ricasoli Wiege der modernen Geschichte des Chianti- und Castelnuovo Berardenga liegen viele Schlösser und Landgüter. Nachdem man die historische Stadt Palio durchschritten hat, erreicht man das andere “Herz” dieser Gegend: , Castellina in Chianti, eines der bezaubernsten Flecken auf dem Kamm der Chanti-Hügel, der mit seiner antiken Hochburg von der großen toskanischen Geschichte zeugt.
Die Geschichts- und Traditionssuche des Chianti Classico findet dann zwischen den Hügeln der Val di Pesa, vor den Toren von Florenz zwischen zwischen Tavernelle und San Casciano ihr Ende.