FERMO, VORNEHME, ANTIKE STADT

Heute ist Fermo eine bedeutende Universitäts-, Kultur- und Touristenstadt, der es nicht an Kunst und Sehenswürdigkeiten fehlt. Ihr Gebiet zeichnet sich durch zahlreiche antike Dörfer und Ortschaften am kristallklaren Meer aus.

Die Geschichte

Die Wurzeln von Fermo reichen bis in das vorrömische Zeitalter. Ab 264 v. Chr. war sie eine bedeutende römische Kolonie und der Hauptort des Regio Picenum; nach dem Gesellschaftskrieg war sie eine wichtige Behörde, das Munizipium, und nach dem Niedergang von Rom fast zwei jahrhunderte lang Sitz einer wichtigen Mark, die vom Fluss Musone bis zum Sangro, von den Apenninen zur Adria reichte. 1130 wurde die Stadt eine freie Gemeinde. In den vier darauf folgenden Jahrhunderten wird die Abhängigkeit der Gemeinde  öfters von Zeitabschnitten unterbrochen, in denen die Stadt von verschiedenen Herrschaften bis zum Eintreffen des Kirchenstaats am Ende des sechzehnten Jahrhunderts regiert wird. Unter der kurzen napoleonischen Herrschaft wurde sie Hauptstadt des Bezirks Tronto, nach der Restauration wurde sie wieder Hauptort der Provinz, vor der aber Ascoli nun ausgeschlossen war. 1848 ist Fermo ein aktives Zentrum der Karbonarobewegung und schließt sich gleich der Römischen Republik des Jahres 1849 an; 1860 stimmt sie der Annexion durch Italien zu. Der ehemalige Provinzhauptort wurde schließlich an die Provinz Ascoli angeschlossen. 2004 führt das Gesetz Nr. 147 wieder die Provinz Fermo, die vom Ascoli getrennt ist, ein.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Die Stadt bildet mit Porto San Giorgio, der in der Gemeinde Fermo einverleibt ist und mit dieser auch aus urbanistischer Sicht verbunden ist, ein einziges Agglomerat. Dieses besteht aus einem oberen Teil (Altstadt und neue Viertel von Fermo) und einem unteren Teil (mit Porto San Giorgio in der Mitte und moderne Küstenviertel von Fermo). Einst Hafen und Strand für die landeinwärts gelegene Stadt Fermo hat Porto San Giorgio seine selbständige Verwaltung das erste Mal im XII. Jahrhundert erreicht und das letzte Mal 1878 nach zahlreichen Wiedervereinigungen mit Fermo. Fermo besitzt auch eine der ältesten Universitäten Italiens, die im Jahr 825 n.Chr. vom karolingischen Kaiser Lothar I als Schule gegründet wurde. Im vergangenen Jahrhundert wurde die einzige Theologieuniversität der Marken gegründet. Sehenswert sind: Piazza del Popolo, Palazzo dei Priori (Sitz der Pinakothek) mit den Empfangsräumen, Palazzo degli Studi (alte Universität, wo sich heute die historische Bibliothek befindet), Palazzo Apostolico und Palazzo Azzolino. Einen Besuch wert sind auch der Dom mit Teilen aus dem V. bis XIX. Jahrhundert, die gotischen Kirchen San Francesco, San Domenico und Sant\'Agostino und das heilige barocke Gehäuse von San Filippo.

Die Umgebung

Zum Gebiet der neuen Provinz Fermo zählen Orte wie Monte Urano, Porto San Giorgio, mit seinem goldenen Strand und dem kristallklaren Meer, Porto San Elpidio und San Elpidio a Mare. In Monte Urano gibt es viele interessante Sehenswürdigkeiten: die Kirche San Michele Arcangelo aus dem Ende des neunzehnten Jahrhunderts, die nach einem Projekt von Giovan Battista Carducci und Giuseppe Sacconi erbaut wurde, die Kirchen San Rocco, San Giovanni Battista und Santa Maria Apparente. Piazza della Libertà, die nach einem Projekt von Giovanbattista Carducci errichtet wurde, ist der Mittelpunkt der kleinen Stadt. Sehenswert sind auch der Kern des antiken mittelalterlichen Schlosses mit dem Stadtturm, das Bollwerk, die Porta Nova mit der vollkommen manuellen Uhr aus dem XIX. Jahrhundert, die noch in Betrieb ist, Piazza Marconi, Piazza Cortile und Piazza Leopardi.