FERRARA, WELTKULTURERBE

Dank der Geschichte der Stadt sowie ihrer Kunstschätze, erklärte die Unesco die Stadt aus der Emilia zum Weltkulturerbe. Ferrara ist nicht nur eine der schönsten italienischen Kunststädte, sondern in der Provinz gibt es auch schöne Badeorte ohne den Trubel der Riviera rund um Rimini.

Die Geschichte

Ferrara wird zum ersten Mal in einem Dokument im Jahr 754 erwähnt. Der ständige Wechsel der regierenden Adelsfamilien ist typisch für die Stadt. Ferrara entsteht an der Gabelung des Flusses Po, wo er sich in die Arme Volano und Rimaro teilt. Im Mittelalter war die Stadt eine Stadtrepublik und begann sich am linken Ufer zu entwickeln. Die Struktur der Stadt ist zum grossen Teil intakt geblieben und bietet malerische Einblicke auf unversehrt gebliebene kirchliche und andere schöne Bauten. Im Jahr 1492 befahl Herzog Ercole I. von Este die Stadt in Richtung Norden zu erweitern und beauftragte damit Biagio Rossetti, einen der bedeutendsten Architekten und Städteplaner der Renaissance in Italien. Durch die Erweiterung verdoppelte sich die Fläche von Ferrara mit einem Avantgarde-Projekt: das Quadrivio dei Diamanti, neue breite und gerade Strassen, entlang derer in kurzer Zeit elegante Palazzi, Plätze und Grünanlagen entstanden. Mit der Erbschaftsübertragung von 1598 kamen die Stadt und der von den Este hinterlassene Grund und Boden unter die direkte politische Verwaltung und Kontrolle des Kirchenstaats, um dann von 1832 bis 1859 unter österreichische Herrschaft zu kommen. Schliesslich schloss sich Ferrara dem Regno di Sardegna an. Die Stadt wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Die Burg der Este, der Palazzo del Municipio, die Kathedrale San Giorgio, der Palazzo Paradiso und Palazzo dei Diamanti, Sitz der Nationalen Pinakothek, sind nur einige der bedeutendsten Monumente der Stadt, deren Hauptattraktion die Kunst ist. Die Burg der Este, auch Castello di San Michele genant, ist ein Ziegelsteingebäude mit quadratischem Grundriss mit vier zur Verteidigung gedachten Türmen im Stadtzentrum. 1385 wurde mit dem Bau begonnen und 1554 wurde er teilweise restauriert. Der im XVIII. Jh. wiederaufgebaute Palazzo del Municipio, war die erste Residenz der Este; in der Nähe befindet sich die von Wilhelm der Adelarden erbaute Kathedrale von San Giorgio, eingeweiht 1135, als die romanische Haupt- und die Seitenfassaden fertiggestellt waren. Die Bogen im oberen Teil der Fassade stammen aus dem XIII. Jahrhundert und das Kircheninnere wurde ab 1712 im Barockstil restauriert. Im Palazzo Paradiso befindet sich die Stadtbibliotehk Biblioteca Civica Ariostea, mit der komplettesten Sammlung der Ausgaben des Orlando Furioso, einigen Briefen von Torquato Tasso und der Bibel des Domenikanermönchs Girolamo Savonarola. Heute ist Ferrara eine Universitätsstadt, ein Krankenhauszentrum und eine der meist besuchten sogenannten “kleineren” Kunststädte. Die aus der Renaissance stammenden Stadtmauern sind über 9 Kilometer lang und man kann die ganze Strecke zu Fuss oder mit dem Fahrrad zurücklegen.

Die Umgebung

In der Provinz Ferrara liegen auch die berühmten Lidi Ferraresi, weit weg vom Trubel der Küste der Romagna, mit feinem Sandstrand und niedriger Wassertiefe und 7 Badeorten. Die Lidi di Comacchio haben unterschiedliche Realitäten und Seelen, so dass jeder Strand verschieden ausfällt. Der nördlichste ist der Lido von Volano; hier fließt der Po ins Meer und schafft ein unschätzbares Natur-Ambiente, ideal für Spaziergänger und alle die gern fischen. Es folgt der Lido delle Nazioni, eher mondän und sportlich, mit charakteristischen breiten Alleen, auf denen man Joggern und Radfahrern begegnet. In Richtung Süden treffen wir auf Lido di Pomposa und Lido degli Scacchi; die Ruhe und das viele Grün machen sie zum idealen Urlaubsziel für Familien. Nach wenigen Kilometern trifft man auf Porto Garibaldi, zweifellos der malerischste Ort, das Reich der Gastronomie und des Fischens. Von hier fahren die Motorboote ab, um das Po-Delta zu besuchen und Madrelen zu fischen. Und schliesslich kommt man zum Lido degli Estensi und di Spina, mit den charakteristischen kilometerlangen und scheinbar endlosen Stränden.