FLORENTIA “DIE FLORIERENDE”

Florenz, das römische Ursprünge hat, ist durch seinen immensen Reichtum an Baudenkmälern und Kunstwerken eine der berühmtesten Kunststädte der Welt.

Die Geschichte

Florentia, “die Florierende”, war der Name, den die Römer der kleinen im 1. Jahrhundert v.Chr. gegründeten Siedlung am Fuße des antiken etruskischen Fiesole gaben. Die Etrusker hatten sich bis zum 7.-6. Jahrhundert v.Chr. auf den Hügeln in der Umgebung der vom Fluss Arno gebildeten Ebene niedergelassen. Zunächst als römisches “castrum” erbaut, nahm Florentia mit seinem Forum (der heutigen Piazza della Repubblica), den Thermen und dem Amphitheater schon bald das Aussehen einer echten Stadt an. Anschließend kam die Zeit des Niedergangs des Imperiums und der politischen Zersplitterung, aus der das Feudalsystem entstand. Die Stadt, die seit dem Beginn des 12. Jahrhunderts ein Stadtstaat war, begann zu expandieren, bis sie sich das gesamte Tal des Arno und die umliegenden Hügel unterworfen hatte. Trotz der internen Kämpfe, erst zwischen den rivalisierenden Familien, dann zwischen Guelfen und Ghibellinen, begann ab dem 13. Jahrhundert eine Blütezeit der Stadt in Sachen Kunst, Kultur und Handel mit anderen Ländern. Den Höhepunkt erreichte sie im 15. Jahrhundert unter der Herrschaft von Cosimo und Lorenzo de’ Medici. Nach dem Tod von Lorenzo im Jahr 1492 erlebte Florenz eine lange Zeit der Kriege, die zum Ende der Florentinischen Republik und dann zur Entstehung des Großherzogtums Toskana führte, das sich erst auf einer Seitenlinie der Medici und dann auf den Habsburg-Lothringern begründete. Das Großherzogtum überlebte mit wechselnden Geschicken bis zur politischen Vereinigung Italiens, dessen Hauptstadt Florenz von 1865 bis 1871 war.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Das erste Ziel, das man in Florenz ansteuern sollte, ist die Galleria degli Uffizi. Der Palast, in dem sie untergebracht ist, wurde Mitte des 16. Jahrhunderts von dem Architekten Giorgio Vasari gebaut – zu einer Zeit, in welcher der Großherzog der Toskana an der Festigung seiner Herrschaft arbeitete: ursprünglich war das Bauwerk für die “Uffici” (Büros) der Richterschaft  bestimmt. Die Medici, die von Anfang an große Sammler und Kunstmäzene waren, widmeten einige Räume der Aufbewahrung der schönsten Stücke ihrer Sammlungen. Dank der Großzügigkeit von Anna Maria Luisa, der letzten Vertreterin dieses Geschlechts, wurden all die Schätze zu öffentlichem Vermögen und damit unverkäuflich – dazu gehörten Werke der bedeutendsten Künstler der Geschichte wie Leonardo, Giotto, Cimabue und viele andere. Der zwischen dem Ende des 13. und den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts als Sitz der Prioren errichtete Palazzo Vecchio war erst Sitz der Herrscher und beherbergte dann vorübergehend die Familie des Großherzogs, bevor diese endgültig in den neuen Palast, den Palazzo Pitti, umsiedelte. Erwähnt werden muss auch der Glockenturm des Giotto („Campanile di Giotto“), der von dem großen Maler und Architekten projektiert wurde, auch wenn bei seinem Tod erst der unterste Abschnitt abgeschlossen war. Die Arbeiten wurden zunächst unter der Leitung von Andrea Pisano weitergeführt, Francesco Talenti beendete das Werk. Der im 15. Jahrhundert fertig gestellte Dom Santa Maria in Fiore ist ein weiteres großartiges Bauwerk, das die Stadt in der ganzen Welt berühmt gemacht hat; schließlich die Cappella Brancacci, die ihren Ruhm den Freskenzyklen schuldet, die zu verschiedenen Zeiten an den drei Seiten ausgeführt wurden und die durch kürzlich vorgenommene Restaurierungsarbeiten nun wieder in altem Glanz erstrahlen, nachdem die Zeit und ein Brand ihre Spuren hinterlassen hatten.
  
Die Umgebung

In der Provinz des toskanischen Hauptorts gibt es viele Ortschaften, die einen Besuch wert sind. Sie liegen auf den sanften Hügeln verstreut, die mancherorts auch Gebirgscharakter annehmen und wo die Landwirtschaft als einer der wichtigsten Gewerbezweige gilt. Von diesen Orten seien hier genannt: Barberino Val d’Elsa im typischen Erzeugungsgebiet des berühmten Chianti-Weins; Certaldo mit etruskisch-römischen Ursprüngen und charakteristischer Teilung in mittelalterliche und moderne Stadt; Cerreto Guidi, das von einer speziellen kreisförmigen Struktur geprägt ist; das etruskische Fiesole, renommierte Sommerfrische zur Zeit der Renaissance, aus der die zahlreichen Villen wie Albizi, Medici, Salviati und Rondinelli Vitelli stammen. Hoch entwickelt sind die Sektoren Landwirtschaft und Tourismus, aber es gibt auch zahlreiche Kultur- und Bildungseinrichtungen wie das Istituto Universitario Europeo und die Harvard Universität. Erwähnung verdient natürlich auch Vinci, die Geburtsstadt des berühmten Malers, Bilderhauers und Künstlers, des genialen Leonardo.

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