FROSINONE, DIE STADT DER VOLSKER

Diese Stadt des Latinums hat lange Zeit Widerstand gegen die Einfälle und die Macht der Römer geleistet und erhielt im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Bezeichnungen.

Die Geschichte

Der Ursprung von Frosinone lässt sich auf die Volsker zurückführen, einem antiken Volk, das zusammen mit den Hernikern in den Gebieten des Latinums wohnte. Im VII. Jahrhundert v.Chr. fällt die Provinz Frosinone an Rom, die sie zum “Latium Adjectum”, d.h. zum “hinzugefügten Latinum”, machte. Doch bevor Volsker und Herniker herrschen konnten, mussten fast 300 Jahre, zwei Gesellschaftskriege und zwei samnitische Kriege, die der Bevölkerung des südlichen Latinums die römische Staatsbürgerschaft einbrachten, vergehen. Von diesem Moment an wird die Provinz Frosinone dem Lauf des Kaiserreichs folgen, erst 306 v.Chr. rebellieren und dabei ein Drittel des Gebietes verlieren. Sie wurde während der barbarischen Invasionen mehrmals zerstört und erlitt bis zum XVIII. Jahrhundert mehrere Katastrophen. Die Trennung von der Provinz Rom und der Weg zur Selbständigkeit verwirklichten sich erst 1927. In den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts beginnt dank der Fonds der Südkasse der Industrialisierungsprozess dieser rein landwirtschaftlichen Provinz. Der antike Kern befindet sich auf dem Gipfel des Hügels, der die Valle del Cosa dominiert, und weist eine mittelalterliche Struktur auf, obwohl das heutige Erscheinungsbild vorwiegend modern ist.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

In Frosinone kann man zahlreiche Monumente besichtigen: der Palazzo della Prefettura (Präfekturpalast) und das Monumento agli Eroi del Risorgimento Italiano (Denkmal zur Erinnerung an die Helden des italienischen Risorgimento), die sich beide auf der Piazza della Libertà befinden; Porta Romana, auf der Piazza Garibaldi, die einst als Haupteingang zum “castrum” von Frosinone benutzt wurde; Piazzale Vittorio Veneto, von dem aus man ein herrliches Panorama hat; die Kathedrale Santa Maria Assunta und die Kirche Santa Elisabetta. Von besonderem künstlerischen Wert ist der viereckige Kirchturm romanischen Ursprungs und die Kirche San Benedetto, die sich in der Nähe der Kathedrale befindet und im dorischen und jonischen Stil wieder aufgebaut wurde. Einen Besuch wert sind auch: die Reste des Amphitheaters in unmittelbarer Nähe des Flusses Cosa; die Chiesa della Delibera; der Provinzpalast und ein herrlicher Brunnen im Viertel Madonna della Neve. Sehenswert ist auch das archäologische Gemeindemuseum mit Fundstücken von der Vorgeschichte bis zum Römischen Kaiserreich.

Die Umgebung

Das Thermalwasser von Fiuggi unterstützt die Ausscheidung von Nierensteinen und beugt deren Bildung vor. Es ist bei Erkrankungen der Harnwege und Stollwechselkrankheiten angezeigt. Ein Aufenthalt an diesen Orten ist besonders für diejenigen zu raten, die sich während eines erholsamen Urlaubs der Pflege des eigenen Körpers widmen möchten. Anagni ist die “Stadt der Päpste”. Hier wurden drei davon geboren: Innozenz III., Gregorius IX., Alexander IV.und Bonifatius VIII. Sora ist eine antike volskische Stadt: die Reste der Akropolis deuten auf ihre Ursprünge hin. Sie wurde nach dem Erdbeben von 1915 wieder aufgebaut und ist das Zentrum des Tals des Flusses Liri und ein handelsmäßiger und industrieller Bezugspunkt für das große umliegende Gebiet. Einen Gegensatz zu den breiten Straßen des neuen Teils bildet das, was das Erdbeben überlebt hat: der besonders herrliche Dom. Ceccano liegt an einem Hügel am Fuße der Monti Lepini und weist neben dem ursprünglichen Stadtgewebe ihres höchsten Teils zahlreiche mittelalterliche Monumente auf. In den umliegenden Weilern kann man außerdem die Überreste von römischen Villen und eines antiken Aquädukts bewundern.