IM HERZEN DER PONTINISCHEN EBENE

Die von Mussolini 1934 mit Littoria bezeichnete Stadt, wurde später zur heutigen Latina. Natur, Geschichte und Meer sind die dominierenden Elemente der Provinz des Latinums.

Die Geschichte

Latina wurde 1932 im Herzen der pontinischen Ebene als “ländliche Stadt” der faschistischen Regierung gegründet und wurde 1934 Provinzhauptort mit dem Namen Littoria, der bis 1945 beibehalten wurde. Die Stadt entstand hauptsächlich durch die massive Einwanderung der Bauern aus dem Veneto und der Emilia- Romagna, denen man von der Opera Nazionale Combattenti gebaute, im urbar gemachten Agro Pontino verteilte Landgüter zur Verfügung stellte. Aus diesem Grund findet man heute in Latina viele für das Abstammungsgebiet typische Bräuche, Sitten und Sprachen, die unvermeidlicherweise mit dem vorherrschenden römischem Dialekt vermischt sind. Latina war ursprünglich eine im wesentlichen landwirtschaftliche Stadt, die allmählich ihr Gesicht verändert hat und heute Sitz zahlreicher Industrien ist, u.a. Lebensmittel, Möbel, Glas und Baumaterialien.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Die Stadt zeichnet sich durch zahlreiche sehenswerte Orte aus, die alle auf den Faschismus zurückzuführen sind. Der Rundgang könnte bei Piazza del Popolo, dem Zentrum der antiken Littoria beginnen, wo man das Rathaus mit seinem hohen Turm im mittelalterlichen Stil bewundern kann; weiter bis Piazza del Quadrato mit zentralem Brunnen und Tuffsteinstatuen; Piazza della Libertà mit dem Palazzo del Governo (Regierungspalast), dem heutigen Sitz der Präfektur, und der suggestive Parco Pubblico (öffentlicher Park). Zu den wichtigsten religiösen Monumenten zählt die Kathedrale San Marco mit einer schönen Fassade und einem Tuffsteinportikus, die auf Piazza del Popolo blickt. Der zu Ehren des Duce erbaute Palazzo “M” ist ein typisches Beispiel der faschistischen Architektur genauso wie Palazzo del Fascio; der Palazzo della Posta in Viale Italia und die Nationaloper Balilla, ein symmetrisches Gebäude mit strengen Formen.

Die Umgebung

Zur Umgebung von Latina gehört der See Fogliano im Nationalpark des Circeo, die Lidi von Latina, Capo Portiere und Foce Verde und Ortschaften wie Formia, Gaeta, Terracina und Aprilia. Gaeta mit ihrem wichtigen natürlichen Hafen war einst eine umkämpfte militärische Festung, in der sich Römer, Langobarden, Normannen, Anjou, Aragonier und Bourbonen niedergelassen haben. Die kleine Stadt hat sich um drei Kerne herum entwickelt: um das mittelalterliche Zentrum von Sant’Erasmo, das sich um das Schloss herum gebildet hat, Porto Salvo außerhalb der Stadtmauern und dem langen Strand von Serapo. Das mittelalterliche Viertel ist der antikste Teil der Stadt mit Häusern aus dem XII. und XV. Jahrhundert und enthält die Geschichte der herzoglichen Gaeta und der Seerepublik. Formia liegt an der nördlichen Seite des Golfs von Gaeta. Diese lebhafte, elegante Badeanstalt war zu Römerzeiten eines der beliebtesten Ferienorte der Patrizier; Cicero kam oft hierher, um sich auszuruhen, und baute für sich und seine Familie ein Haus in der Nähe des Meeres. Terracina kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, die von den Etruskern bis in die heutige Zeit reicht.