IMPERIA, DIE STADT MIT ZWEI GESICHTERN

Die Stadt entstand durch die Vereinigung von Oneglia und Porto Maurizio im Jahr 1923. Ihre Straßen und Monumente zeugen von einer jahrhundertealten Geschichte und ihr Gebiet zeichnet sich durch interessante Ortschaften von fesselnder Schönheit aus.

Die Geschichte

Imperia, das Ergebnis einer rein verwaltungstechnischen Vereinigung der Gemeinden Oneglia und Porto Maurizio im Jahr 1923, hat kein homogenes Stadtbild. Sie erstreckt sich entlang der Riviera dei Fiori, dort wo die Flüsse Caramagna und Impero – dem sie ihren Namen zu verdanken hat- in das Ligurische Meer münden. Porto Maurizio, eine verworrene, pittoreske Stadt, entstand um das VI. Jahrhundert aus einer römischen Festung und war bereits im XIII. Jahrhundert mit Genua verbunden. Die Geschichte von Oneglia hingegen ist etwas komplizierter und zeichnet sich durch ständige Besitzabtretungen zwischen Spanier, Genueser und Franzosen, der Ligurischen Republik und den Savoyern aus. Sie erstreckt sich über die kurze Schwemmlandebene links von der Mündung des Flusses Impero und konzentriert sich um Piazza Dante herum, von wo aus einige der Hauptstraßen der Stadt ausgehen. Heute ist die Stadt ein Industriezentrum, das mit der dahinter liegenden Ebene verbunden ist.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Im Gebiet von Imperia stehen sich mittelalterliche Kunst und die zahlreichen barocken Denkmäler gegenüber. Diese Täler erlebten nämlich zwischen dem siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert eine Zeit kulturellen Reichtums, die ihre Spuren in der Architektur, der Malerei, der Skulptur und in der Raumkunst hinterließ: in den Kirchen, Gebäuden, Privathäusern, Beetsälen und in den mittlerweile verlassenen herrschaftlichen Bauten findet man zahlreiche Werke aus dieser Zeit. Es gibt auch Werke von Van Dyck, der sich aus Liebeskummer im Hinterland von Porto Maurizio aufhielt. In Oneglia kann man von Piazza Dante, dem Kern der modernen Stadt, dessen Bogengänge den 1820 gebauten zentralen Brunnen umgeben, ausgehen. Hier befinden sich auch der ehemalige Palazzo Comunale (Gemeindepalast) und der Palazzo del Tribunale (Gerichtspalast), der Sitz aller Gerichtsämter des Hauptortes. Palazzo Doria ist ein Gebäude von erheblicher historischer Bedeutung. Hier wurde Andrea Dora, ein berühmter Admiral und Politiker, der weit weg von seiner Geburtsstadt gelebt hat, geboren. Er kam im Jahr 1538 wieder zurück und nahm Papst Paulus II. und den Kaiser Karl V. in diesem Haus auf. Der klassizistische Dom mit seinen außergewöhnlichen Proportionen erhebt sich über die umliegenden Gebäude wie ein Symbol des erreichten Wohlstands und des Fortschritts. Er war dem Heiligen Moritz gewidmet, wurde 1781 geplant und 1838 fertig gestellt.

Die Umgebung

Das Gebiet zwischen Genua und der französischen Grenze ist eine Aufeinanderfolge von touristischen Badeorten, faszinierenden Ortschaften und wunderschönen Buchten unterbrochen vom unglaublich schönen Vorgebirge, die alle einen Besuch wert sind, Diese stellen einen idealen Boden für die Blumenzucht dar. San Remo ist die “Stadt der Blumen”, bekannt auch wegen des italienischen Musikfestivals; sie war während der gesamten Belle Époque ein beliebter Aufenthaltsort für die viktorianische Bürgerschaft. Diano Marina ist ein Kur- und Badeort mit einer günstigen Lage: aufs Meer blickende Gärten, elegante Villen im Grünen des Vorgebirges haben die antike Ortschaft, die traditionsgemäß im Ölhandel tätig war, ersetzt. Sehenswert ist vor allem das Blumenfest des Corpus Domini, eine Prozession auf den mit Blumen bedeckten Straßen des Zentrums. Ventimiglia ist eine touristische Badeanstalt, ein Handels- und Landwirtschaftszentrum an der Mündung des Flusses Roia, in unmittelbarer Nähe der französischen Grenze.