LE VIE DELL’ARTE (DIE STRASSEN DER KUNST)

Eine Reise durch die Schönheiten Brescias und des Gardasees zur Entedeckung der tausendjährigen historischen, künstlerischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten dieser wunderbaren und reichen Gegend.

Die Poesie der Umgebung des Gardasees schafft eine faszinierende natürliche Kulisse für die Vie dell’arte dieser Gegend. Das Hinterland des Benaco ist nicht nur eine bekannte Urlaubs- und Freizeitgegend, sondern steckt auch voller tausendjähriger historischer und kultureller Zeugnisse. Für Liebhaber von Kunst und Geschichte ist der Weg bestimmt, der vom Vittoriale degli Italiani über die Festung der Visconti in Lonato zum faszinierenden Kloster Santa Giulia führt und unvergessliche Erlebnisse bereit hält. Der Name dieser Route ist “le Vie dell’Arte, Brescia, il Garda, i Colli” (die Straßen der Kunst, Brescia, der Gardasee, die Hügel).
In der Ortschaft Gardone spiegelt sich der Vittoriale degli Italiani im blauen Wasser des Sees. Das erstaunliche Museum – das Haus des Dichters, Literaten und Abenteurers Gabriele d’Annunzio (Pescara 1863-1938) - gleicht beinahe schon einer kleinen, von Mauern umgebenen Stadt, die sich über ganze neun Hektar erstreckt. Der weitläufige, mit zahlreichen Springbrunnen geschmückte Garten ist mehr als nur das Vorspiel zur Besichtigung des Hauses, in dem die exzentrische Persönlichkeit des Poeten und seine „unnachahmbare Lebensweise“ stark spürbar ist, die in der immensen Sammlung von Gegenständen, Kunstwerken und Erinnerungsstücken, mit denen die vielen Zimmer gespickt sind, konkret sichtbar wird. Das Vittoriale ist wegen der Originalität der Person D’Annunzio selbst und seiner Passionen eines der meistbesichtigten Museen Italiens, es ist in seiner Art einmalig in der Welt. Hier befindet sich auch ein Kriegsmuseum mit einem Torpedoboot und einem SVA-Flugzeug, mit dem der Dichter während des ersten Weltkriegs selbst geflogen war, sowie einem Motorboot MAS 96 und dem Kreuzer Puglia.
Nachdem man das Seeufer hinter sich gelassen hat, führen die Vie dell’arte durch strahlende Farben und herrliche Düfte hindurch in die Ortschaft Lonato. Hier befindet sich eine mächtige Festung, die um 1000 von den Scaligero errichtet und im 14. Jahrhundert von den Visconti rekonstruiert wurde. Es handelt sich um eine der größten Festungsanlagen der Lombardei – auch Napoleon wusste ihre imposante Struktur zu schätzen. Ihr Inneres dient heute als Museum, in dem mehr als dreitausend Ausstellungsstücke zu sehen sind, zu denen auch Möbel, Porzellan, Skulpturen und Gemälde gehören, die die 12 Räume des inmitten eines grünen und harmonischen Gartens gelegenen Bauwerks bereichern.
Nach der Besichtigung von Lonato und dieses überaus reizvollen Komplexes gelangt der Besucher zum Benediktiner-Nonnenkloster San Salvatore e Santa Giulia in der Nähe der Stadt, das 753 vom Herzog Desiderius, dem späteren langobardischen König, und seiner Frau Ansa gegründet wurde. An diesem antiken Kloster werden der Glanz und die architektonische Wandlung im Laufe seiner tausendjährigen Geschichte deutlich. Die Kirche San Salvatore stammt aus der langobardischen Zeit. Sie ist mit einfachen, aber sehr schönen Mosaiken verziert. In der Renaissance verwurzelt sind dagegen das romanische Oratorio Santa Maria in Solario, der Chor der Nonnen, die Kirche Santa Giulia und die Kreuzgänge.