LECCE, HAUPTSTADT DES SALENTO

Die Stadt Lecce bietet auf Grund einer umfassenden städtebaulichen Erneuerung im 17./18. Jahrhundert eine nennenswerte Barockarchitektur.

Die Geschichte

Die Geschichte von Lecce ist seit den Anfängen von Plünderungen und Verwüstungen geprägt, welche die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung stets behindert haben; der ursprüngliche Ort war messapisch und später römisch, bevor er 542 von Totila, dem König der Ostgoten, 547 von den Griechen und dann 549 erneut von Totila ausgeplündert worden ist, bis er lange Zeit den Herrschern des Orients unterworfen war. Von den Sarazenen und den afrikanischen Korsaren erneut verwüstet, erblühte die Stadt erst unter der Herrschaft der Normannen, die sie zur Grafschaft machten und die Entwicklung des Handels förderten. Unter dem Haus von Anjou wurde sie zum Großgrundbesitz der Herren von Brienne, die sie mit öffentlichen Bauten und herrlichen Denkmälern verzierten. Nachdem sie dann in den Besitz der Grafschaft Enghien und der Orsini del Balzo übergegangen war, gelangte sie in die Hand der Aragoner und schließlich der Spanier, die sie mit Mauern und Befestigungsanlagen umgaben. Auf diese Zeit geht auch die Anlage des historischen Stadtkerns von Lecce zurück: im 16. Jahrhundert begann man mit dem Bau von Santa Croce und gegen Endes des Jahrhunderts entstanden der Sedile und Santa Irene; ihre definitive Form bekam die Stadt jedoch im 17. Jahrhundert. Bevor sie 1860 dem Italienischen Staat beitrat, beteiligte sie sich an den Bewegungen von 1821 und 1848.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Die Einmaligkeit des historischen Zentrums der Stadt rührt von der ganz besonderen Architektur her, die als  “barocco leccese” (der typische Barockstil von Lecco) bekannt ist. Seine Kennzeichen sind prunkvolle Verzierungen, gewundene Türme, prächtige Einfassungen, geschwungene oder verschnörkelte Frontgiebel, Festone und Dekorationen in Form von Putten, Blumenvasen und Früchten, Masken und Karyatiden. Zu besichtigen gibt es: die Basilica di Santa Croce mit einer aus zwei Säulenreihen bestehenden, herrlich verzierten Fassade – in ihrem Inneren ist insbesondere auf eine Holzdecke aus dem 17. Jahrhundert mit zahlreichen Schmuckelementen zu verweisen; die Kirche der Santi Nicolò e Cataldo, den Palazzo del Governo, das Schloss und den Obelisk. Schließlich Piazza Sant’Oronzo und Piazza del Duomo, deren Portale gotische Formen aufweisen und die eine große obere Loggia ziert.

Die Umgebung

Gallipoli kann in zwei Teile geteilt werden: das niedrige Vorgebirge, das in jüngerer Zeit besiedelt wurde, und das antike Zentrum, das sich auf einer Insel erstreckt. Das Städtchen war wegen seiner strategischen Lage stets Mittelpunkt zahlreicher Kriege. Erst gehörte es zu Großgriechenland, dann zu den Byzantinern und schließlich zu den Normannen. Die Ursprünge von Nardò liegen dagegen bei den Messapiern – es besaß bereits zur Zeit der Römer eine nennenswerte Bedeutung; gegenwärtig ist es eine wichtige Universitäts- und Akademiestadt. Porto Cesareo ist ein beliebter Urlaubsort mit langen Stränden, dessen historisches Zentrum von künstlerischem Interesse ist. Hier befindet sich ein herrlicher Archipel aus kleinen Inseln, die man auch schwimmend erreichen kann und die ein Zufluchtsort seltener Fisch- und Vogelarten des Mittelmeers sind. Schließlich Castro Marina, wichtiges landwirtschaftliches Zentrum, das sich an der Via Traiana befindet und um ein früheres Dorf namens Keracinaia entstanden ist.