LODI, DIE STADT DES BARBAROSSA

Die lombardische, in ihrer Vergangenheit stets heftig umkämpfte Stadt war Schauplatz heldenhafter Schlachten und wichtiger Ereignisse.

Die Geschichte

Das auf dem Hügel Eghezzone gelegene, sich am rechten Ufer des Flusses Adda erstreckende Lodi trug zu römischen Zeiten den Namen Laus Pompeia. 1158 von  Friedrich I. von Schwaben, dem legendären „Barbarossa“, gegründet, hat es seine weitere Entwicklung auch dessen Enkel Enkel Friedrich II. zu verdanken. Der ursprünglich ghibellinische Ort wurde 1167 an den Lombardischen Städtebund angegliedert und war 1176 in die Schlacht von Legnano verwickelt. Ab 1251 folgten einander die Signorien der Vistarini, Torriani, Visconti, Fissiraga und Vignati, bis die Stadt im 15. Jahrhundert vom Herzogtum Mailand einverleibt und durch die Kriege mit dessen Nachbarin, der Republik Venedig, in Mitleidenschaft gezogen wurde. Während der Zeit der Renaissance fanden in Lodi wichtige historische Ereignisse statt: 1413 beriefen der Gegenpapst Johannes XXIII. und König Sigismund von hier aus das Konzil von Konstanz ein und 1454 unterzeichneten die italienischen Regionalstaaten das gleichnamige Friedensabkommen, das vierzig Jahre politischer Stabilität garantierte. In den späteren Jahrhunderten stand es unter spanischer, österreichischer und französischer Herrschaft. In der berühmten Schlacht der Brücke von Lodi am 10. Mai 1796 besiegte Napoleon die Österreicher und ebnete sich auf diese Weise den Weg zur Eroberung Mailands.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Die an der Piazza della Vittoria stehende Kathedrale ist eine der größten der ganzen Lombardei. Mit ihrem Bau begann man 1160 in romanischem Stil, fertig gestellt wurde sie im 16. Jahrhundert. Zwischen 1958 und 1965 wurde sie vollständig restauriert. Erinnert sei hier an die Fassade aus Tonfliesen, das Baldachinportal (Protiro) aus dem 12. Jahrhundert mit säulentragenden Löwen, das majestätische Portal mit den zwei Renaissance-Fenstern. Der Santuario dell’Incoronata (Tempel der Gekrönten) ist zweifelsohne eines der ganz großen Meisterwerke lombardischer Renaissance: die Kirche mit zentralem Umriss präsentiert sich von außen wie eine achteckige Trommel, an der eine Balustrade mit kleinen Säulen und Fialen entlang läuft. Ab 1514 wurde der Tempel zu einer wahren Schmiede der Kunst: er wurde von der Familie Piazza, der die Stadt Lodi 1989 eine Ausstellung gewidmet hat, mit Fresken verziert. Bei der romanisch-gotischen Kirche San Francesco wurde im zentralen Teil die Fassade des Giebeldachkerns nicht vollendet. Die Kirche Santa Maria Maddalena ist eine Barockkirche, die Kirche San Lorenzo dagegen ist eine Vertreterin der lombardischen Romanik, wurde aber später umgebaut.

Die Umgebung

Das Territorium von Lodi wird von der Po-Ebene gekennzeichnet, die reich an Wasserläufen ist: sie wird auf natürliche Weise von den Flüssen Adda, Addetta, Lambro und Po begrenzt. Dem Reisenden stellt sie sich als Aufeinanderfolge von Feldern, Bewässerungskanälen, Pappelwäldern und Straßen dar, in ihrem Inneren befinden sich die Siedlungen. Zu den wichtigsten Orten gehören  Casalpusterlengo mit dem Wallfahrtsort Santuario della Madonna dei Cappuccini aus dem 16. Jahrhundert und Cotogno, das in künstlerischer Hinsicht Bauwerke von beträchtlichem Interesse bietet, die im Zuge der wirtschaftlichen und landwirtschaftlichen Entwicklung entstanden sind, wie die Pfarrkirche San Biagio, den Santuario della Beata Vergine di Caravaggio und die Kirche delle Grazie, ein Bauwerk aus dem 17. Jahrhundert, dem ein Jahrhundert später ein klassischer Kreuzgang hinzugefügt wurde, sowie die Paläste Trivulzio und Lamberti.