MASSA CARRARA, DIE STADT DES MARMORS

Die beiden auf der ganzen Welt für ihren begehrten weißen Marmor berühmten Städte haben dem Urlauber noch weit mehr zu bieten. Zu den Attraktionen der noch jungen, durch die Verbindung der beiden Städte entstandenen Provinz der Toskana gehört eine Küste mit vielen, gut ausgestatteten Badeorten.

Die Geschichte

Dieses Territorium, das während der Eisenzeit von ligurisch-apuanischen Völkern besiedelt war, wurde in der Folge von den Römern besetzt und unterworfen. Nach dem Fall des Römischen Reichs wurde es 640 n.Chr. von den Langobarden besetzt, die es mit dem Herzogtum Lucca vereinten. Im 10. Jahrhundert ging die Herrschaft über dieses Gebiet an die Bischofsgrafen von Luni über, die es bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts regierten, als die Malaspina di Fosdinovo Besitz davon ergriffen. In der Mitte des 11. Jahrhunderts verschmolz das Geschlecht der Malaspina mit dem der Cibo aus Genua und wurde zu Cibo Malaspina mit Herzogstitel. Die adelige Familie regierte das Herzogtum Massa bis 1741, als es an die Estensi von Modena überging, die die heutige “Via Vandelli” bauten, um das Herzogtum Modena über die Apenninen, die Garfagnana und die Apuanischen Alpen hinweg mit dem Herzogtum Massa am Tyrrhenischen Meer zu verbinden. Während der napoleonischen Zeit wurde das Herzogtum Massa Teil des Fürstentums von Lucca und dann 1823 zum Bischofssitz. Mit der Einheit Italiens wurde die Stadt als Hauptort der Provinz, die bis 1923 auch die Garfagnana umfasste, ausgewählt.
Carrara, das in jüngerer Zeit verwaltungstechnisch mit Massa verbunden wurde, gilt als weltweit wichtigste Stadt der Verarbeitung und des Vertriebs von Marmor.

Die Städte und ihre Sehenswürdigkeiten

In Massa gibt es viele Baudenkmäler, die einen Besuch verdienen. Schön ist der Palazzo Ducale, dessen Hauptteil von Karl I. realisiert wurde und der aus dem Salone degli Svizzeri und der Cappella Ducale besteht, deren ursprünglicher Reichtum nunmehr lediglich an den mit Fresken von Carlo Pellegrini verzierten Decken zu sehen ist. Das von einer Befestigungsanlage umgebene Castello Malaspina diente der Kontrolle über die darunter liegende Via Pedemontana, die an Stelle der antiken römischen Via Aemilia Scauri verlief. Anfänglich war hier nur ein hoher umzäunter Turm vorgesehen, mit dem die Ebene und die Küste überwacht werden sollten. Die Phase, die dem Turm folgte, ist an der mit Zinnen versehenen Kurtine mit den drei Türmen und der Zugbrücke ersichtlich, während eine dritte Phase in einer Erweiterung der Festung zur Zeit der Renaissance erkennbar ist, die Giacomo Malaspina und seine Nachkommen durchführen ließen.
In Carrara hingegen ist der Dom mit seiner teils romanischen, teils gotischen Fassade das bedeutendste Gebäude. Interessant sind auch das Baptisterium und die Kirchen San Giacomo, San Francesco und del Carmine. Auf der schönen Piazza Alberica stehen viele Paläste mit barocken Verzierungen.

Die Umgebung

Der Marmor ist zweifelsohne das Element, das der Provinz ihre Besonderheit verleiht und das dieses Gebiet zwischen den Apuanischen Alpen seit der Antike in der ganzen Welt berühmt gemacht hat. Künstler vom Kaliber eines Michelangelo, Bernini und Canova schufen aus diesem Marmor ihre großartigen Werke. Aber die toskanische Provinz hat auch aus anderen Gründen berühmte Orte und Städte zu bieten. In  Marina di Massa ermöglichen moderne Einrichtungen, ganz feiner Sand, ein azurblaues Meer und eine ausgezeichnete Küche dem Touristen einen Urlaub im Zeichen vollkommener Entspannung. Montignoso hingegen ist ein großes industrielles Marmorabbauzentrum, in dem man auch die Reste des Schlosses der Aghinolfi besichtigen kann. Schließlich Equi Terme, das in der Gegend natürlicher Höhlen und am so genannten „solco“, einem tiefen, vom Wasser geschaffenen Riss liegt: die Besonderheit liegt darin, dass das hier entspringende Wasser bereits bei den Römern für seine Heilkraft von Hautkrankheiten bekannt war. Equi Terme ist ein hervorragender Thermalkurort.