MODENA, EINE KELTISCHE STADT ENTLANG DER VIA EMILIA

Der Ursprung der Stadt, einiger deren Monumente von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt wurden, ist in der Tat keltisch. Das kulturelle Erbe der Provinz Modena stellt eine perfekte Balance von Städten mit Geschichte, Naturlandschaften und Kultorten für Autoliebhaber dar.

Die Geschichte

Die Stadt Modena, die genau im Zentrum der Region Emilia liegt, wurde im III. Jahrhundert vor Christus von den Kelten gegründet; danach, sobald Modena zum römischen Reich gehörte, wurde die Stadt zu einem wichtigen langwirtschaftlichen Umschlagspunkt an der Via Emilia. Diese alte von der Römern gebaute Straße geht genau durch die Mitte der Stadt und teilt sie in zwei, und zwar um Mailand mit Rimini über die Poebene zu verbinden. Nach den Barbareneinfällen nahm die Stadt ihre hauptsächlich mit dem Handel verbundene Tätigkeit wieder auf und die Entwicklung wollte es, dass Modena im Mittelalter zur Stadtrepublik wurde. Aber es ist unter der bis 1796 andauernden Herrschaft der Esten, dass sich die Stadt zu prachtvoller Blüte entfaltet: der Stadtkern wird erweitert und die Strassen der Altstadt werden wie im benachbarten Ferrara gemäß einem Schachbrettmodell entworfen. 1598 wird Modena zur Hauptstadt des Herzogtums der Esten; zahlreiche kirchliche und anderweitige Bauten werden errichtet und geben der Stadt ihr majestätisches und feierliches Aussehen. Im XIX. Jahrhundert modernisierte die Dynastie der Esten in Verbindung mit den Österreichern die Stadt; die Stadtmauer wurde abgerissen und mit der heute noch bestehenden Baumumzäunung ersetzt.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Modena darf bei einer Reise durch die Emilia Romagna auf keinen Fall fehlen: man kann den romanischen Stil und die von den Esten errichteten Bauten bewundern. Der Dom wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Er stellt eines der komplettesten Beispiele des romanischen Stils dar und wurde 1099 gemäß den Projektzeichnungen des Architekten Lanfranco errichtet. Das Innere ist eine Entdeckungsreise wert. Der Turm “Torre della Ghirlandina”, Symbol der Stadt, steht aussen. Nicht weit entfernt ist das Museo Lapidario des Doms, in dem Skulpturen und Überreste der antiken Kathedrale aufbewahrt werden. Weitere wichtige Bauten schließen ein: die Kirchen S. Pietro und S. Agostino und den Palazzo Ducale, früher Residenz der Esten und heute Sitz der Militärakademie: Interessant ist auch die Bibliothek der Esten, eine der meist geschätzten Italiens mit Handschriften und anderen Meisterwerken. Auch das Stadtmuseum und die Galleria Estense sind einen Besuch wert; die Galerie enthält eine wertvolle Sammlung italienischer Kunst.

Die Umgebung

Die wichtigsten Orte in der Provinz Modena sind Carpi, Mirandola, Finale Emilia und Sassuolo. Carpi ist wegen der Piazza dei Martiri, einer der größten Plätze Italiens, berühmt; Mirandola war Hauptstadt in der Feudalzeit und ein wichtiger strategischer Knotenpunkt. In Finale Emilia steht das Schloss der Esten, wo heute kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Sassuolo ist bekannt für seine Keramikproduktion. Nicht versäumen sollte man die Naturlandschaft des Reservats Salse di Mirano in Maranello: 300 Hektar Natur mit Wegen und Lehrpfaden, die zu kleinen Vulkanen (salse) führen. Diese bestehen aus flüssigem, aus der Erde kommenden Lehm. Auch der Regionalpark des Alto Appennino modenese ist einen Besuch wert. Um die Gebirgsdörfer der Provinz herum gelegen, ist er ein Anziehungspunkt für alle die, die Berge lieben. Aber Modena bedeutet auch Auto und Motoren. Hier entstand ein weltweiter Mythos und ein Symbol für ganz Italien wie Ferrari, dank des Genies und des Einsatzes von Enzo Ferrari. Und hier sind auch Maserati und De Tomaso, weitere renommierte Autofabrikanten, die die Provinz Modena zur Weltmetropole der Motoren machen.