MONZA, HAUPTORT DER BRIANZA

Die Provinz Monza e Brianza wurde offiziell am 12. Mai 2004 gegründet; der Hauptort ist Monza, drittgrößte Stadt der Lombardei und Sinnbild für Geschichte und Tradition.

Die Geschichte

Die Ursprünge der Stadt gehen auf die Prähistorie zurück, als der Mensch in Pfahlbauten lebte, während sich zur Zeit der Römer ein Volk des antiken Galliens in der Nähe von Mailand niederließ und sich auf zahlreiche Dörfer aufteilte. Die Herrschaft der Langobarden verhalf Monza zu seiner historischen Bedeutung: sie erweckten nicht nur die Stadt zum Leben, sondern brachten ihr auch einen einzigartigen, vorher nie erreichten Glanz. Im 11. Jahrhundert verlor Monza seine Unabhängigkeit, als es in den Herrschaftsbereich von Mailand gelangte. 1163 begann eine kurze Zeit der Autonomie, bevor 1185 Friedrich Barbarossa die Stadt erneut Mailand unterwarf. Auf diese Zeit geht die Entstehung des Monzaer Stadtstaats zurück, dessen Erkennungszeichen im Arengario, dem Rathaus bestand, einen Bauwerk, das sich symbolhaft dem Dom, Zentrum der kirchlichen Macht, entgegen stellte. Die darauf folgenden Jahrhunderte sind von der Herrschaft der Franzosen, Spanier und Österreicher bestimmt, die Entwicklung und Reichtum, aber auch Kriege und Plünderungen mit sich brachten. Ende des 19. Jahrhunderts nahm Monza immer mehr die Form einer Industriestadt an, nicht zuletzt auch durch die Nähe Mailands. Während des ersten Weltkriegs durchlebte es eine ähnliche Geschichte wie viele andere italienische Städte; den 600 Gefallenen wurde ein großartiges Denkmal errichtet. Im zweiten Weltkrieg waren Monza und seine Provinz in wichtige Ereignisse der Partisanenbewegung involviert.
  
Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

In der Stadt gibt es viele historische Sehenswürdigkeiten, die alle von der großen Bedeutung zeugen, die Monza im Laufe der Jahrhunderte innehatte. Die wichtigsten Straßen der Stadt gehen vom Arengario, dem antiken Rathaus aus dem 13. Jahrhundert, in der Via Roma ab. Das ursprünglich ohne Turm errichtete Bauwerk verfügte lediglich über einen Säulengang und ein Hauptgeschoss, in dem der Versammlungssaal untergebracht war. Die Via Lambro, die sich im historischen Kern der mittelalterlichen Stadt befindet, gilt als älteste Straße von Monza. San Gerardino ist ein charakteristisches Viertel des historischen Zentrums und bietet einen reizvollen Blick auf die sich am Fluss entlang ziehenden Häuser. Die Villa Reale ist eines der wichtigsten Baudenkmäler von Monza. Sie entstand als Symbol der Großartigkeit und des Ruhmes des Habsburger Hofes. Die Bauarbeiten begannen 1777 unter der Führung von Giuseppe Piermarini und endeten 1870; in Form und Stil ähnelt sie mit ihrem zentralen Hauptgebäude und den rechtwinklig abgehenden Flügeln einer antiken römische Villa. In der Villa befinden sich viele Säle, lichtüberflutete Gänge und mit Stuck und Fresken verzierte kleine Salons. 1996 ging sie gemeinsam mit den Parkanlagen in kostenloser Konzession in die Hand der Stadtverwaltungen von Monza und Mailand über und seit Beginn des Jahres 2000 gehört sie mit voller rechtlicher Wirkung zu den wichtigsten Baudenkmälern der Lombardei. Der Dom steht auf dem gleichnamigen Platz und entstand im 14. Jahrhundert auf den Resten einer langobardischen Kirche. Seine heutige Marmorfassade gibt sich imposant und feierlich, die Struktur ist romanisch, seine Verzierungen gotisch.

Die Umgebung

Die Brianza ist eine Landschaft der Lombardei, die sich zwischen den Tälern des Seveso und der Adda erstreckt und von der Ebene von Monza bis in die Hügel des von zwei Armen des Comer Sees begrenzten moränischen Amphitheaters zieht. Sie dehnt sich bis in Teile der Provinzen von Mailand, Monza, Lecco und Como aus.
Viele typische Städte und Dörfer verdienen einen Besuch. Muggiò blieb lange Zeit ein einfacher, von Feldern und Gehöften umgebener Ort, der erst nach dem zweiten Weltkrieg expandierte. Wie viele andere Ortschaften der Brianza wurde er ab dem 18. Jahrhundert zur privilegierten Sommerfrische der hohen Gesellschaftsschichten Mailands. Ein typisches Beispiel für Adelspaläste seines historischen Zentrums sind die Villa Casati Stampa di Soncino und der Palazzo Isimbardi. Lissone dagegen ist eine Ortschaft der Ebene, mit einer Siedlung, die dank ausgeprägter Industrien im Laufe der letzten fünfzig Jahre stark expandiert hat. Seregno ist mittlerweile durch den ständigen Austausch zwischen den zwei Städten praktisch zu einem Wohnviertel Mailands geworden.