NUORO, DAS „ATHEN SARDINIENS”

Eine Stadt, in der Bauten und Traditionen der Antike perfekt mit dem modernen Stadtbild verschmelzen. Die Provinz von Nuoro ist für ihre weißen Strände und das kristallklare Meer sowie für den Gennargentu-Naturschutzpark und ihre Nuraghen bekannt, die als einzigartige Zeugnisse für die erste Besiedelung der Gegend stehen.

Die Geschichte

Die erste Besiedlung der Provinz von Nuoro wird durch zahlreiche Nuraghen belegt. Auch wenn die ersten schriftlichen Dokumente mit 1342 datiert sind, erscheint die Ortsbezeichnung Nugor zum ersten Mal in einem Schriftstück aus der Zeit gegen Ende des XI. Jahrhunderts. Nach dem Niedergang des römischen Reiches kam Nuoro unter die Oberherrschaft der Byzantiner, die Nuoro wenig Reichtum brachten und den Bürgern der Stadt hohe Kriegssteuern auferlegten. Nach dem Einfluß der beiden Seerepubliken Genua und Pisa kam die Stadt unter die Vorherrschaft zunächst der Aragoner und später der Spanier und wurde von einer Feudalregierung unterdrückt, die zu einer allgemeinen Verbreitung des Banditentums und zu einer Isolierung der Stadt führe und schließlich in einer Situation mündete, unter der die gesamte Provinz litt. So lag das Wirtschaftssystem der Gegend, als Sardinien 1720 an den Piemont abgetreten wurde, praktisch brach. Dennoch gelang es Nuoro, sich im Laufe des XVIII. Jahrhunderts nach und nach eine Vorrangstellung in der Provinz zu erobern, so daß die Stadt im Jahre 1779 auf Beschluß von Papst Pius VI. zum Bischofssitz ernannt wurde. Nach 1945 dehnte sich die Stadt infolge der Abwanderung der in den umliegenden Städten lebenden Bürger rapide und auf unkontrollierte Weise aus, so daß ein Stadtbild entstand, das mit dem ursprünglichen, ländlichen Charakter der Stadt wenig zu tun hat.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Nuoro ist eine Stadt „nach Maß des Menschen“, in der moderne Bauten harmonisch mit den alten Bauwerken, die vor allem in den Stadtvierteln San Pietro und Seuna zu finden sind, zusammenleben. Hier lebt man auch heute noch nach den alten Werten der Gastfreundschaft, der Solidarität und der Menschlichkeit. Zu den wichtigsten Kultureinrichtungen der Stadt gehören das städtische Museum für Höhlenkunde und Archäologie mit seiner reichen Sammlung aus der Vorgeschichte und das Museum für Völkerkunde, das auf eindrucksvolle Weise Gebrauchsgegenstände und volkstümliche Bräuche aus der Antike zeigt. Von architektonischem und künstlerischem Interesse sind die Kirchen Maria delle Grazie, der Dom und die kleinen Kirchen auf dem Land von Valverde und "della Solitudine", in der die aus Nuoro stammende Schriftstellerin Grazia Deledda aufbewahrt wird. Die malerische Piazza Sebastiano Satta schließlich erinnert an Künstler wie Antonio Ballero und Giovanni Nonnis.

Die Umgebung

In der Provinz von Nuoro finden wir zahlreiche Orte, die eine charakteristische und suggestive Atmosphäre ausstrahlen. Während Oliena vor allem für sein ursprüngliches Stadtbild und seine ausgezeichneten Weine bekannt ist, wartet Bitti mit dem Nuraghendorf Noddule auf Besucher. Das an der suggestiven Landzunge Capo Bellavista gelegene Arbatax wiederum hat einen imposanten Turm aus dem 17. Jahrhundert zu bieten. Der renommierte Urlaubsort am Meer ist vor allem für seine malerischen Klippen aus rotem Porphyr, die den gesamten Hafen umsäumen, sowie für seine Terrasse mit einer herrlichen Panoramaaussicht und den „Trenino verde“ bekannt, ein Zug mit einer grünen Dampflokomotive, der eine wahrhaft wunderbare Fahrtstrecke bietet. Bosa Marina kann sich einer langen Geschichte rühmen und konnte sich nach dem Jahre Tausend aufgrund seiner strategisch wichtigen Position als Lehen der Adelsfamilie Malaspina einen Ruf erobern, der sich bald auf die gesamte Insel ausdehnen sollte. In der Nähe von San Teodoro schließlich, einem kleinen Badeort mit herrlichen Stränden und einem kristallklaren Meer, liegt der Stagno di San Teodoro, ein interessantes Feuchtgebiet und das Habitat vieler Vogelarten mit Blick auf die Inseln
Tavolara und Molara.