PIACENZA, MUTTER DER VÖLKER

Es passierte in der kleinen Stadt in der Emilia: im Jahr 476 n. Christus musste das glorreiche römische Reich dort niedergehen.

Die Geschichte

Piacenza wurde von den Römern im Jahr 218 v.Chr. gegründet, nach langen und qualvollen Kämpfen gegen die Gallier, die sich hier niedergelassen hatten. Und mit dem Einfall der germanischen Völker zeigten sich die ersten Zeichen einer Krise, wie die Niederlage der kaiserlichen Legionen. 476 nach Christus endete gerade in Reggio Emilia der historische Zyklus des westlichen Römischen Reichs, mit dem Fall der letzten Legion und des Kaisers. Auch während des langen Mittelalters kamen viele Zerstörungen vor. Nach Ende der Herrschaft der Ostrogoten und Byzantiner kommt der Reggio Emilia wieder eine wichtige Rolle zu, aber der tatsächliche Wideraufschwung kommt unter der Herrschaft der Franken, ab dem IX. Jahrhundert. Während dieser Zeit werden zwei für die Stadt emblematische Bauten errichtet, der Dom und später der Palazzo Gotico.1848 ist die Stadt die erste in Italien die per Volksentscheid dem Regno di Sardegna beitritt.1859 verlassen die österreichischen Truppen Piacenza für immer, und der Einsatz für ein unabhängiges Italien ist hier stark, wie die vielen Freiwilligen in den Reihen Garibaldi’s bezeugen. Viele Soldaten aus Piacenza nahmen an den zwei Weltkriegen teil, viele davon fielen im Krieg.  

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Der Herz der Stadt ist zweifellos Piazza dei Cavalli, wo sich auch der Palazzo Gotico, die Alessandro und Ranuccio Farnese gewidmeten Ritterdenkmäler (denen die Straße ihren Namen verdankt), der Palazzo del Governatore, Palazzo dei Mercanti und Palazzo Farnese, Residenz der gleichnamigen Adelsfamilie, befinden. Früher wurde der Palazzo Gotico als Rathaus genutzt, während sich der Sitz heute im Palazzo dei Mercanti befindet; im sogenannten Palazzo del Governatore, dagegen, befanden sich tatsächlich die Arbeitsräume und der Wohnsitz der Gouverneure, die einander bis zur Annexierung des Herzogtums von Parma und Piacenza an Sardinien abwechselten. Was die kirchlichen Bauten betrifft, sollte man den Dom erwähnen, die Basilica Santa Maria di Campagna, die aus historischer Sicht mit dem Konzil von 1095 und den Anfängen der Kreuzzüge verbunden ist. Die Sant’Antonino Kirche ist historisch gesehen und vom künstlerischen Standpunkt aufgrund ihrer komplexen Struktur und Malerei interessant; weiters gibt es noch die San Savino Kirche, ein bedeutsames Beispiel des romanischen Stils in der Lombardei.

Die Umgebung

Die Provinz Piacenza besteht aus vier Tälern der nahegelegenen Appenninen mit besonderer Beschaffenheit. In der Reihenfolge handelt es sich um Val d’Arda, Valnure, Valtrebbia und Valtidone. Im ausgedehnten Bezirk des Val d’Arda, mit dem Hauptort Fiorenzuola, befinden sich Vigolo Marchese, ein Ort der in den Hügeln liegt; das mittelalterliche (und vielleicht beste erhaltene der Region) Castell’Arquato, Vigoleno, ein wahres Juwel, sowie der Ort Veleia, mit seinen archäologischen Ausgrabungen. Erwähnenswert ist auch die Villa von Giuseppe Verdi, im Ortsteil Sant’Agata di Villanova an der Arda, wo der Komponist einen Großteil seines Lebens verbrachte und auch seine bedeutendsten Opern schrieb. Einen Besuch wert ist auch das in Valnure gelegene Grazzano Visconti; im Valtrebbia dagegen, dessen landschaftliche Schönheit und Natur in ganz Europa bekannt ist, liegt auch der bekannte Ort Bobbio, wo Kunst eine Rolle spielt. Das Valtidone ist das westlichste der Täler der Provinz; bekannt ist es für seine sanften Weinberge, die kleinen alten Dörfer und die zahlreichen Burgen.