REGGIO EMILIA, HEIMAT DER PRINZESSIN MATILDE

Vom römischen Zeitalter bis zum Faschismus, hat Reggio Emilia in bedeutender Weise zur Geschichte beigetragen. Die Umgebung der Stadt am Fuss der Appenninen kann mit ihrer künstlerischen Vielfalt den verschiedensten Ansprüchen des Tourismus gerecht werden.

Die Geschichte

Es waren die Römer, die die Stadt im II. Jahrhundert vor Christus gründeten. Sie schufen eine vitale und aktive Stadt und dies blieb sie bis zum Einfall der Barbaren. Das frühe Mittelalter dagegen war eine dunkle Zeit der Zerstörung von seiten der Longobarden und der Byzantiner. Aber dann kam die Gräfin Matilde, die grosse Gräfin, und dieses Gebiet wurde bedeutsam und spielte eine Hauptrolle im Streit zwischen dem Papsttum und dem Kaiserreich. Der Feudalstaat dehnte sich von Mantua bis Lucca aus, von Florenz bis zum Po-Delta. Matilde war Europäerin, international in ihrer Abstammung und Kultur, und ihre Besitztümer reichten von Italien bis Lothringen. Ihr Eingreifen war bei der Entstehung der Universität Bologna von grundlegender Wichtigkeit. Zwischen 1452 und 1527 wurde ein grosser Teil des Gebiets von den Esten besetzt, und es sollte lange in ihrem Besitz bleiben. Im XVII. und XVIII. Jahrhundert gab es Kriege und Plünderungen, aber während der Friedenszeiten konnte die Bevölkerung von Reggio ihren Fleiss zeigen und bedeutende Kirchen und Palazzi errichten. 1797 war Reggio Zeugin der Geburt der Repubblica Cispadana und des Tricolore, welcher danach zur offiziellen italienischen Flagge wurde. Während des Faschismus war die Bevölkerung von Reggio aktiv am Widerstand beteiligt und durch ihre Freiheitsliebe verdiente sich die Stadt eine Goldmedaille für militärische Verdienste.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Reggio Emilia bietet Besuchern das Bild einer reichen und interessanten Stadt, mit einer Reihe von prachtvollen Denkmälern mit Prestige. Zu besichtigen sind zahlreiche Klöster wie z.B. das im Jahr 1584 erbaute Benediktinerkloster San Pietro und das S. Domenico Kloster. Einen Besuch wert ist auch der um das Jahr  857 erbaute Dom und die Basilika von San Prospero, zusammen mit dem gleichnamigen Turm. Der Dom wurde im romanischen Stil auf einem vorher existierenden römischen Bau errichtet, und danach dem Stil des XV. Jahrhunderts angepasst. Die Basilika von San Prospero und der Turm, dagegen, verschönern den Marktplatz. Besonders originell ist die Kirche des H. Girolamo und Vitale, ein Beispiel für das reife Barock. Schliesslich ist es noch wichtig die Basilika der Beata Vergine della Ghiara zu erwähnen, mit ihrem charakteristischen Fresken- und Altartafel-Zyklus.

Die Umgebung

Die Provinz weist sehr verschiedenartige Elemente auf: alte Dörfer, Burgen, Türme und Glockentürme, archäologische Ausgrabungen, Villen und historische Theater, Brunnen Brücken und Kanäle aus römischer Zeit. Die Umgebung von Reggio erlaubt es dem Touristen, die verschiedenartigsten Wünsche hinsichtlich Kunst, Kultur und Natur zu befriedigen. Die Burgen sind Teil eines Befestigungssystems, welche den von der Gräfin Mathilde regierten Feudalstaat schützen sollten und gleichzeitig eine Garantie für die Sicherheit darstellen sollen. Zudem waren sie aber auch sichtbares Symbol von Autorität. Orte wie Reggilo, Boretto, Guastalla e Luzzara kann man direkt von den Ufern des Po besichtigen, als Teil einer Flussfahrtstrecke. In Novellara trifft man auf das Museum der Bauernzivilisation, das die Kellerräume der Burg aus dem XIII. Jahrhundert nutzt, um dort die tausendjährige Kultur des Gebiets zu bezeugen.