REITEN AM FUSSE DES ÄTNA

Im Flusspark von Alcantara führt ein faszinierender, Augen und Geist erfrischender Reitweg durch enge Schluchten und klare Bäche.

Im Laufe der letzten Jahre ist eine neue Form des sanften Tourismus entstanden: das Pferdetrekking, eine Urlaubsform in engem Kontakt mit der Natur und einem sensiblen und intelligenten Tier wie dem Pferd. Hier können die Urlauber über Pfade und Saumwege ganz neue Gegenden entdecken, fernab von den Zentren des Massentourismus.
2005 wurde ein Projekt initiiert, das sich “Ippovie di Sicilia” (Sizilianische Reitwege) nennt und im Zuge dessen ein Netz aus Reitwegen realisiert wurde, die durch die Parks Parco delle Madonie, Parco dei Nebrodi, Parco dell’Etna und Parco dell’Alcantara führen, mit dem Ziel, die Gegenden des sizilianischen Apennins und des Ätnas zu fördern.
Diese Wege stehen nicht nur denjenigen offen, die regelmäßig Pferdesport betreiben, sondern auch allen Anfängern, die sich vielleicht bei einem Urlaub auf dem Bauernhof kurz entschlossen für einen Reitausflug entscheiden. All das ist hier nicht zuletzt dank der zahlreichen Reiterhöfe möglich, die in der Nähe dieser Routen entstanden sind und in denen man nicht nur ein Pferd ausleihen, sondern sich auch von Pferdeexperten und erfahrenen Guides beraten und begleiten lassen kann.
Der Parco dell’Alcantara, der 2001 am Fuße des Ätna eingerichtet wurde, bietet ein einzigartiges Schauspiel. Der Fluss, der dem Naturschutzgebiet seinen Namen geliehen hat, entspringt aus einer Reihe kleiner Quellen im Nebrodi-Gebirge in der Nähe von Floresta, in einer Höhe von ca. 1.500 Metern. Nachdem der Fluss das ganze Tal durchquert hat, fließt er nahe der antiken Stadt Naxos, der ersten griechischen Kolonie Siziliens, die 735 v.Chr. gegründet wurde, ins Ionische Meer. Hier stehen auch die Pfeiler der berühmten arabischen Brücke “Al-qantar”, von der sich der Name dieses herrlichen Wasserlaufs ableitet. Der Fluss hat im Laufe der Zeit an dem Vulkanbasalt Erosionserscheinungen hervorgerufen und mancherorts steil aufragende Wände, die hier „gole“ (Schluchten) genannt werden, geschaffen. Dabei sind erstarrte Lavaströme ans Tageslicht gekommen. Wenn man auf dem Pferd dem Wasserlauf und diesen Schluchten folgt, kann man bis zu einem Gebirgskamm gelangen, der die Provinzen von Catania und Messina voneinander trennt. Ein paar Stunden im Sattel verdienen auch die Ortschaften Randazzo, Mojo und Castiglione, die inmitten üppiger Weinberge und Olivenhaine liegen. Bei Mojo bietet sich darüber hinaus ein zu einem uralten kleinen Vulkankegel führender Weg für zahlreiche Ausflüge an. Der Boden um diesen noch aktiven Vulkan ist von rötlicher Erde charakterisiert – ein Phänomen, das von den ständigen Eruptionen herrührt.
Eine weitere Straße, auf der man die einladende sizilianische Natur kennen lernen kann, ist die “Gurna dell’Alcantara”: hier kann man sich an den Düften der ländlichen Natur berauschen und die berühmte “Cuba” di Santa Domenica besichtigen: eine zwischen dem 7. und 8. Jahrhundert n.Chr. erbaute und kürzlich restaurierte byzantinische Kirche.

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