RIETI, ANTIKE HAUPTSTADT DER SABINER

Trotz der in den Jahrhunderten erlittenen Belagerungen, Kriege, Plünderungen und der Zerstörungen besitzt Rieti heute noch wertvolle Monumente und wichtige architektonische Werke.

Die Geschichte

Diese antike Hauptstadt der Sabiner namens Reate fiel 290 v.Chr. mit Curio Dentato unter die Herrschaft der Römer. Nach der Eroberung war die Bindung Rietis zu Rom immer sehr stark. Sie erhielt von dieser Stadt zahlreiche Unterstützungen, z.B. im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Handels und der Bauwerke sowie mit der Urbarmachung des umliegenden Landes. Durch die Bodenverbesserung kam die riesige Ausdehnung des reatinischen Ackers ans Tageslicht: dies war der Grund für die ständigen, blutigen Auseinandersetzungen mit den Ternanern, die während des gesamten Mittelalters Besitzansprüche erhoben. In dieser Periode wurde sie mit dem Herzogtum von Spoleto vereint, fiel unter die Franken und Langobarden und wurde durch Rüdiger II., dem Normannen zerstört. Sie wurde wieder aufgebaut, wurde zu einer freien Gemeinde und wurde Teil des Kirchengebietes. Die Annexion durch das Königreich Italien leitete die industrielle Entwicklung, die zu einer allmählichen Umwandlung der ursprünglichen landwirtschaftlichen Wirtschaft führte, ein.

Die Stadt und Ihre Sehenswürdigkeiten

Piazza Vittorio Emanuele II. ist das Herz der Stadt und der Sitz des Städtischen Museums mit seiner beachtenswerten Sammlung von historischen Fundstücken, römischen Skulpturen, mittelalterlichen Gemälden und den Goldschmiedewerkstätten. Die Kathedrale, der päpstliche Palast des XIII. Jahrhunderts, die Kirche San Francesco aus dem XIV. Jahrhundert und die Kirche Sant’Agostino mit ihrer herrlichen Fassade aus dem dreizehnten Jahrhundert sind weitere wichtige Denkmäler. Der Dom aus dem XII.-XIII. Jahrhundert mit seinem romanischen Turm, dem Portikus und dem Tor enthält in seinem Inneren verschiedene Kunstwerke aus dem XVI. und XVII. Jahrhundert. In Rieti befinden sich auch der Palazzo Vescovile (Bischofspalast) aus dem XIII. Jahrhundert, das Theater Flavio Vespasiano (aus dem Jahr 1854), der Palazzo della Prefettura (Präfekturpalast) aus der Renaissance und das Diözesanmuseum, das in der Taufkapelle aus dem vierzehnten Jahrhundert neben der Kirche untergebracht ist und Werke, die aus dem Dom und anderen Kirchen des Gebietes stammen, enthält.

Die Umgebung

Der Monte Terminillo, ist der wichtigste Berg Mittelitaliens und wird aufgrund seiner Nähe zur italienischen Hauptstadt der “Berg von Rom” genannt. Man erreicht diesen über eine Seilbahn von Pian de Valli aus und geht dann zu Fuß oder mit der Sesselbahn von Campoforogna aus weiter. Im Gebiet von Rieti findet man aber auch zahlreiche Klöster, die mit dem Leben des Heiligen Franziskus zusammenhängen: beispielsweise das Kloster von Fonte Colombo mit einer Kirche, dem Kloster und einer Grotte; das Kloster von Greccio, in dem der Heilige 1223 eine Weihnachtsgrippe einrichtete und wo man die Kapelle, das Dormitorium des Heiligen Franziskus, die Kirche San Bonaventura, den Beetsaal des Heiligen Franziskus und das Dormitorium des Heiligen Bonaventura besichtigen kann; das Kloster von San Giacomo und das Kloster La Foresta, wo der Heilige das Lied von Bruder Sole komponiert haben soll.