ROVIGO UND DIE VENETISCHE EBENE

Türme und Glockentürme wechseln sich mit Palästen und Baudenkmälern antiken Ursprungs ab. Die Stadt ist in das reizvolle Ambiente des Po-Deltas eingefügt, wo die Natur im größten italienischen Park die absolute Königin ist.

Die Geschichte

Das zwischen den Flüssen Etsch und Po liegende Rovigo hat römische Ursprünge und weist das typische Aussehen einer venetischen Stadt mit fünfeckigem, von antiken Türmen und imposanten Glockentürmen gesäumtem Grundriss auf. Dank des natürlichen Schutzes der umliegenden Sümpfe blieb es von den Invasionen der Barbaren verschont und wurde zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert vom Geschlecht der Este regiert, was zu jener Zeit zu einer engen Verknüpfung seiner Geschichte mit der von Ferrara führte. Anschließend wurde es Teil des Herrschaftsgebiets der Republik Venedig, und zu dieser Zeit erlebte es auch durch die Trockenlegung der Sümpfe und die Errichtung von Kirchen und Baudenkmälern, die die Stadt noch heute zieren, seinen größten Glanz. Nach dem Fall der Republik Venedig wurde die Stadt von den Franzosen, dann von den Österreichern besetzt, während sie sich 1866 dem Italienischen Reich anschloss.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Das in die nahezu surrealistische Atmosphäre des Po-Deltas eingefügte Rovigo ist künstlerisch von bemerkenswertem Interesse. Wenn man die Stadt betrachtet, erkennt man noch heute die verschiedenen Grundrisse und Strukturen des Mittelalters, wo Bauwerke und Paläste von einer Architektur zeugen, die im 10. Jahrhundert begann und sich unter der Serenissima zu voller Pracht entfaltete. Ihre Kirchen bergen zahlreiche Kunstwerke: allen voran seien hier der Wallfahrtsort Santuario della Beata Vergine del Soccorso, besser bekannt als “la Rotonda”, mit dem Glockenturm des Longhena und der Dom mit seinem eindeutig barocken Aussehen genannt. Von den Zivilbauten ist auf die Mauerruinen des Castello Medievale hinzuweisen, von denen die beiden Türme,  Torre Donà und Torre Mozza, überlebt haben und heute als Wahrzeichen der Stadt gelten.

Die Umgebung

Der östliche Teil der Provinz von Rovigo ist von einer absolut einzigartigen Umgebung gekennzeichnet, denn das Po-Delta und seine Landschaft sind etwas wirklich Ungewöhnliches: ein breiter Fluss und eine üppige Pflanzenwelt, eingehüllt in einen leichten Nebel, der die Farben des Sonnenuntergangs ineinander verschwimmen lässt. Das Polesine bietet unendliche Erkundungsmöglichkeiten in einem Ambiente, in dem die Natur noch die absolute Herrscherin ist: der 1997 gegründete Nationalpark ist mit der präzisen Zielstellung entstanden, nicht nur die natürlichen Charakteristiken der Gegend zu erhalten und aufzuwerten, sondern auch die wirtschaftlichen Aktivitäten der Gegend zu fördern und zur Verbesserung der Lebensqualität der hiesigen Ortschaften beizutragen. Ob nun per Boot, auf dem Fahrrad, auf dem Pferd, im house boat, im Kanu – es gibt viele Möglichkeiten zur Besichtigung dieses größten italienischen Naturparks (das Delta ist auch das Zuhause vieler kostbarer Vogelarten). Außerdem kann man sich einer Reihe sportlicher Aktivitäten in engem Kontakt mit der Natur widmen: vom Angeln zum bird watching, von Reitausflügen bis zu Fahrradtouren im Grünen. In dieser riesigen Naturreserve fehlt es auch nicht an architektonischen Juwelen und Ausgrabungsstätten (z. B. in Adria).