SUBIACO UND SEINE KLÖSTER

Eine weitere Reise unter dem lateinischen Motto Ora et Labora, an Orten, wo Körper und Geist inmitten der Natur wieder zueinander finden.

In den Park der Ciociaria eingebettet, von einem Amphitheater aus Bergen und ausgedehnten Wäldern aus Kastanien, Eichen, Ahorn, Tannen und Sequoien, die mit dem Kommen und Gehen der Jahreszeiten ihre Farbe wechseln, umgeben - dort liegt Subiaco. Der mittelalterliche Ort, wo der Heilige Benedikt von Nursia sein Leben als Mönch begann, ist wegen des religiösen und künstlerischen Wertes der Klöster Santa Scolastica und San Benedetto in die Geschichte eingegangen.
Das Kloster Santa Scolastica ist das einzige, das als Beispiel der 13 vom Heiligen Benedikt gegründeten Klöstern erhalten geblieben ist und gilt seit Jahrhunderten als eines der bedeutendsten spirituellen und kulturellen Zentren. Von der ursprünglichen Originalkonstruktion konnte nur wenig bewahrt werden, da es während der Bombenangriffe des zweiten Weltkriegs stark beschädigt wurde. An der Fassade des Klosters jedoch sieht man noch immer die ins Mauerwerk gemeißelte Inschrift “Ora et Labora”, den Hauptgrundsatz des Heiligen Benedikt. Der Heilige verlangte seinen Brüdern nicht nur Enthaltsamkeit, Armut und Gehorsam ab, sondern setzte auch die Verpflichtung zu Studium und manueller Arbeit hinzu – auf diese Weise sorgten die Mönche für die Erhaltung dieses Gedanken während  des Mittelalters.
Von großer Bedeutung ist die Bibliothek, die sich innerhalb des Klosters befindet und reich an alten Handschriften und Miniatur-Gesetzessammlungen ist. Hierzu gehört auch das erste Buch, das in Italien - im Jahr 1465 - gedruckt wurde. In der Tat war es in diesem Kloster, wo 1464 zwei Schüler von Gutenberg die erste italienische Buchdruckerei einrichteten.
Das Benediktinerkloster ist ein Komplex in Felsen verwurzelter Bauten, die von mächtigen Pfeilern gestützt und von Fresken umbrischer Meister des 15. Jahrhunderts geschmückt sind. Von beträchtlicher Schönheit ist die Chiesa Superiore, eine aus mehreren Bereichen bestehende Kirche: im ersten kann man Fresken Sienaer Meister aus dem 14. Jahrhundert bewundern, während in den anderen Fresken von 1430 von Künstlern aus Umbrien und den Marken zu sehen sind. Das Benediktinerkloster ist jedoch vor allem wegen der „Heiligen Höhle“ (“Grotta del Sacro Speco“) bekannt. Petrarca nannte diesen Ort  “Grenze des Paradieses” – hier verbrachte der Heilige die ersten drei Jahre seines Lebens als Mönch in vollkommener Zurückgezogenheit. Bemerkenswert ist auch die Kapelle San Gregorio Magno, in der ein Bildnis des Heiligen Franziskus verwahrt wird, aller Wahrscheinlichkeit nach das einzige, bei dem er lebend gemalt wurde. Es stammt von 1223 - aus der Zeit, als der Heilige in Subiaco weilte. 
Diese Orte sind so reich an Anekdoten und historischen Zeugnissen, dass sie das ideale Ziel für Liebhaber von Geschichte und Kunst sind, sich aber auch besonders für Menschen anbieten, die hier Momente der Spiritualität, des Friedens und des Zur-Ruhe-Kommens verleben möchten. Die Klöster bieten die Möglichkeit, sich hier mehrere Tage aufzuhalten, so dass die Besucher noch eingehender Geschichte und Kunstschätze erkunden, die Harmonie der umliegenden Natur in sich aufnehmen und sich ihrer spirituelle Suche widmen können.