TERNI, STADT ZWISCHEN DEN STRÖMEN

Eine Stadt, die im Laufe des letzten Jahrhunderts unter industriellem und urbanistischem Aspekt eine große Entwicklung erlebte. Eine Besichtigung der Stadt und ihrer Umgebung, die uns von der Piazza della Repubblica und den prächtigen Wohnpalästen des Adels bis zu den berühmten Marmore-Wasserfällen führt.

Die Geschichte

Die heutige Provinzhauptstadt war schon zur Eisenzeit besiedelt und wurde unter den Umbriern zur Stadt erklärt. Im III. Jahrhundert machten die Römer, die die auf der Schwemmlandebene zwischen dem Nera und dem Serra gelegene Stadt „Interamna Nahars“ („zwischen den Flüssen“) nannten, Terni zum römischen Municipium. Dieser Zeit des Friedens und der Blüte folgten jedoch zahlreiche Plünderungen und Zerstörungen, und Terni stand im Mittelpunkt der lang andauernden Machtkämpfe zwischen Welfen und Gibellinen, Päpsten und Kaisern. Im 15. Jahrhundert schließlich wurde die Stadt von verschiedenen Adelsfamilien regiert und erlebte erst unter der kirchlichen Oberherrschaft eine Zeit des endgültigen Friedens, der bis zur Vereinigung Italiens andauern sollte, so dass sich die Stadt unter dem Gesichtspunkt der Urbanistik und der Industrie entwickeln konnte. Die ersten Waffenschmieden entstanden 1875, gefolgt von den ersten Stahlwerken im Jahre 1884. Nach der schweren Zerstörung während des Zweiten Weltkrieges ist Terni heute eine moderne Stadt und eines der größte Industriezentren Mittelitaliens. 

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Mittelpunkte des Stadtbilds sind die Piazza della Repubblica, die Piazza Solferino und die Piazza Europa; am erstgenannten Platz liegt der Palazzo del Podestà, ein im Stil des Rinascimento wiederaufgebautes Gebäude, das 1878 zum Rathaus wurde. Weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt sind der Palazzo Manzancolli, der Palazzo Carrara (Sitz der Stadtbibliothek) und der Palazzo Spada. Letzterer, an der Ecke zwischen der Via Roma und der Piazza Europa gelegene Bau, wurde Mitte des XVI. Jahrhunderts nach dem Vorbild der Wohnpaläste des römisches Adels gebaut und ist das letzte Werk des Baumeisters Antonio da Sangallo il Giovane. Zu den wichtigsten Kirchen Ternis zählen San Pietro in Trivio mit einem angeschlossenen Kloster aus dem 14. Jahrhundert, San Salvatore mit herrlichen Fresken aus der ersten Hälfte des XII. Jahrhunderts, der Dom mit seinem schönen Reliefportal im romanischen Stil (XII. Jh.) und einem zweiten, gotischen Portal sowie San Francesco mit seinem Glocketurm aus dem 15. Jahrhundert und San Lorenzo.

Die Umgebung

Die Provinz von Terni ist vor allem für den von den Römern angelegten Marmore-Wasserfall bekannt. Im Jahre 290 v.Chr. ließ der römische Konsul Curio Dentato einen Kanal bauen, um die Staugewässer des Velino ins Tal bis zum Felsen von Marmore abzuleiten, wo sie aus 165 m Höhe in das Flussbett der Nera hinabstürzen. Damals feierte man dieses Werk als großes Ereignis, da es wesentlich dazu beitrug, das Ansehen Roms unter den erst seit kurzem besiegten umbrischen Völkern zu steigern. Seit etwa 50 Jahren wird der Wasserfall zur Versorgung von Stromkraftwerken genutzt und wurde somit zur Voraussetzung für die industrielle Entwicklung des Tals, in dem Eisen- und Stahlhütten sowie zahlreiche Werke entstanden, die im Bereich der Elektrochemie und der Elektrik arbeiten. Doch ist das Gebiet auch für den renommierten Urlaubsort Orvieto mit seinen zahlreichen interessanten Kunstwerken und seiner wahrhaft herrlichen Lage sowie für die Thermalanlagen Acquasparta und San Gemini bekannt.